Reych Nr. 216

Pichler, Adolf von

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Pichler, Adolf von Prof. (auch Rauterkar, Ritter von)
Titel: Markstein
Reych: Nr. 216 Porta Tiroliae (Kufstein)
Geb.: 04.09.1819 in Erl
Gest.: 15.11.1900 in Innsbruck

Volltext

österreichischer Dichter und Schriftsteller Nach dem Besuch des Gymnasiums in Innsbruck studierte er zunächst Philosophie und Jura, wechselte aber bald zum Studium der Medizin und Naturwissenschaften in Innsbruck und Wien über. 1846 trat er als Herausgeber der Sammlung „Frühlieder aus Tirol" vor die Öffentlichkeit. Als 1848 die Grenzen Tirols von Italien bedroht waren, eilte er aus Wien unter die Fahne der Freiwilligen und beteiligte sich als Hauptmann der akademischen Tiroler Schützenkompanie an den Kämpfen. Nach der Heimkehr empfing er den Orden der Eisernen Krone vom Kaiser, infolgedessen ihm später der Adel mit dem Prädikat Ritter von Rautenkar verliehen wurde. Über seine Erlebnisse in der Revolutionszeit berichtete er in den Schriften: „Aus den März- und Oktobertagen zu Wien 1848" und „Aus dem welsch-tirolischen Kriege". 1849 wurde er Gymnasiallehrer in Innsbruck. Pichler veröffentlichte eine literaturgeschichtliche Abhandlung „Über das Drama des Mittelalters in Tirol" und bekundete seine poetische Kraft in „Gedichten“ und 1867 - 1889 war er als Professor für Mineralogie und Geologie an der Universität in Innsbruck tätig. Aus jener Zeit stammen seine „Beiträge zur Geognosie Tirols und der Alpen". Der Freund Hebbels war einer der bedeutendsten und charaktervollsten Vertreter des Tiroler Deutschtums, ein Mann universeller Bildung mit einer engen Bindung an seine Tiroler Heimat. In seinen Werken zeichnete er sich durch eine kraftvolle, plastische Sprache aus. Die Hauptwerke seines Schaffens sind: „Aus den Tiroler Bergen", „Allerlei Geschichten aus Tirol", „In Lieb' und Haß'", „Elegien und Epigramme aus den Alpen", „Deutsche Tage" (Gedichte), „Marksteine“, „Spätfrüchte“ (Gedichte), „Jochrauten“ (Geschichten aus Tirol). Als Dramatiker trat er etwas in den Hintergrund. Sein autobiographisches Werk „Das Sturmjahr" ist nach seinem Tode erschienen (1903). Die Stadt Innsbruck hat dem begabten Lyriker und Heimatpoeten im Jahre 1900 ein Denkmal errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt