Reych Nr. 113

Raffalt, Reinhard

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Raffalt, Reinhard
Titel: Concerto Romano
Reych: Nr. 113 Castra Batava (Passau)
Geb.: 15.05.1923 in Passau
Gest.: 16.06.1976 in München

Volltext

deutscher Schriftsteller und Journalist Reinhard Raffalt wuchs in einem konservativ geprägten Elternhaus auf, sein Vater, ein Zeitungsverleger, brachte ihm über die Schule hinausgehende Kenntnisse in Geschichte und Literatur Nach seinem Studium von Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft (insbesondere Kirchenmusik) arbeitete er als Journalist an der „Passauer Neuen Presse“, die ihn nach Rom als „Vatikankorrespondent“ entsandte. Da ihm jedoch die notwendigen Kontakte und ausreichende Sprachkenntnisse für diese Tätigkeit fehlten, arbeitete er zunächst als Organist an der deutschen Nationalkirche. Für den Bayerischen Rundfunk entstanden Sendungen, die in ihrem Stil einzigartig waren. Auf lebendige Weise portraitierte Raffalt altrömische Kaiser, führte durch die Kirchen Roms und machte in Reiseberichten und Sprachkursen das Leben in Rom greifbar. Sein größter Erfolg sollte das „Concerto Romano“ werden, ein Reiseroman, in dem er Fakten, Historien und Anekdoten verband und so die Ewige Stadt lebendiger darstellt, als es ein Reiseführer Von da an lief es für Raffalt fast wie von selbst. Er wurde 1954 Direktor der Biblioteca Germanica und Lehrer für Kirchenmusik am Collegium Germanicum. Raffalt brachte weniger als 10 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg deutsches Kulturgut und Geistesleben dem Ausland nahe. 1957 gründete Raffalt die „Römische Bachgesellschaft“. Aufgrund seiner beliebten Sendungen hat der Bayerische Rundfunk ihn um die halbe Welt geschickt, doch blieb er vorwiegend Rom verbunden, wo er sich in den 60er Jahren, nachdem er alle offiziellen Ämter niedergelegt hat, als freier Schriftsteller und nicht immer unkritischer Experte für die „Vatikanische Szene“ niederließ. Rom war für Raffalt die Basis des geistigen Europas und des christlichen Abendlandes mit seiner vielfältigen Kultur, und trotz aller Kritikpunkte sah er die katholisch Kirche als Moralinstanz und Bewahrer dieser Tradition. Raffalts konservative Grundhaltung zieht sich durch seine ganzen Werke, seine Berichte trug er aber nie mit drohend erhobenen Zeigefinger sondern humorvoll und mit dem Charme eines Experten vor. 1966 entstand ein anderes, für ihn eher untypisches, aber dennoch erfolgreiches Werk: In der Komödie „Das Gold von Bayern“ thematisierte er einen tatsächlich stattgefundenen Anlagebetrug, der nur durch die Gutgläubigkeit und Gier der Betrogenen möglich war. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt