Schlaraffia Austria während der Uhufinsternis

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Die österreichischen Reyche während der Uhufinsternis

Volltext

Im Hornung a. u. 79 wurde folgende Resolution gefaßt: "Die anlämidt des
50jährigen Stiftungsfestes der Chicagoana in Chicago al1wesenden Herrlidl­
keitel1 sind der AI1Sicltt, daß der Bestand Allsdtlaraffias nur dann gesidtert
werden l~ann, we/1fl Spiegel ulld Ceremol1ial tlmlidtst ulwerändert bleibel1, die
Hausgesetze jedoclt dCH profemen Gesetzen der Staaten angepaßt werdel1."
In dem interessanten Bericht der Eb-Hkt. Tex über das Concil zu Posonium
heißt es, daß der auf Vorschlag und Anraten des Allmutterrates geschaffene
AllschlaraHenrat für den Fall, daß der h. Pr aga und den noch übrigen tschecho­
slowakischen Reychen etwas
sollte, die Verwaltung, d. h. der Sitz
des AllschlaraHenrates sofort nach Amerika, wenn auch temporär, verlegt
werden kann.
Die Allmutter verbleibt symbolisch; der ASR ist absolut unabhängig von
der Praga, ihm untersteht auch die Verwaltung und das Verfügungsrecht über
sämtliche allschlaraffischen Kassen und Fonds.
Der daraufhin gebildete vierköpfige ,,1. amerikanische Allschlaraffenrat"
sollte sich mit den schwierigen Arbeiten "einer bestimmt temporären Neu­
Organisation" beschäftigen. Die maßgebende Stelle der Allmutter nahm dazu
folgende Stellung ein:
"Es ltcmdelt sidl dodt ,1ur um ein Provisorium, das iH erster Reifte ja audt
nur für die Reydte AmeriJeas gilt. während die europäisd1en Angelegenheiten
die Sdtweiz oder eines ihrer Reydle übemel1meH kÖlmte . ... Wir sippen heuer
begreiflicherweise nicht, woraus sich in einigen Zeitungen die Nachricht ver­
breitete, auch Pr a g habe sich bereits aufgelöst. Solange dies nur halbwegs
geht, wollen wir dies verhindern."
Aber schon
Ostermond-Nr. des Uhuhall erschien folgende Bekannt­
machung des amerikanischen Allschlaraffenrates : "Durck die veräHderte Lage
ist es driHgeHd geboten, daß die amerilwnisd1en Reydte oder derel1
Red~el1
irgeHdweldtel1 sdtlaraffisdten Sendbotel1verkeltr mit Praga oder deren Funl~­
tionärel1 sofort eiHstellen. Dies bezieht sid1 il1 Sonderlteit auf EiHzelpersone'1,
weld1e durd1 die freiwillige Aufläsung Pragas betroffen werdel1."
Zum 80. Stiftungsfeste Allschlaraffias schreibt R. Tltfol1reiter (Nova Yorkia):
.,Der wirklid1e Sdtlaraffe hat die feiseYlfeste ÜberzeuguHg, daß sie 11 ei H
m e /cl seIl I ich e s
I d e a I
(S c hl ara f f i a), das als sol C 11 e s
eil1eH
Ewigl~eitswert darstellt, durch !zeine Macht
der W e I t ver nie 11 t e 11 I ä ß t." "Das Weltgesdtelw1 und der Verlust
unserer Allmutter Imd der vie/eH Sdtwesterreydte hat alle Herzel1 sdtwer
getroffeH Imd den emsteH Wil/eH erweckt, aH der Erl1aitul1g tmd Wieder­
beleb~lHg AlIscklaraffias mitzuwirken."
Für die letzte von der Allmutter gegründete Colonie "BaItimora" wurde
durch den Amerikanischen Allschlaraffenrat die Sanktionsbulle ausgestellt; die
Sanktionsteyerlichkeiten fanden am 20. 4. a. u. S 1 (1940) statt. Die erste
"Reychstagung" (Cend!) der amerikanischen Reyche wurde vom 21. S. bis
2. 9. a. u. 81 nach Neva-Yorkia einberufen und auf derselben der wichtige
Beschluß
Reydte der Vereil1igten StaateH VOH Amerilza sd1ließen
sid1 ZtHI1 sei b s t ä /1 d i g e 11 Ver b a 11 d e ,A I1 s chi a l' a f f i a A f11 e ­
r i h a' mit dem Sitz il1 del1 VereiHigtel1 Staatel1 zusammen." (Der Titel All­
schlaraffia wurde
damit derselbe nicht von einer anderen Vereinigung
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adoptiert werden kOllllte.) Der Spiegel wurde nur insofern neugefaßt, um ihn
den bestehenden Verhältnissen anzupassen, weshalb auch den amerikanischen
Allschlaraffenräten alle im alten Spiegel (für die AIIschlaraffenräte) All­
schlaraffias genannten Pflichten und Rechte übertragen wurden.
In einem Aufruf zu diesem Schlaraffentag hieß es: "... Wir wollen ilm im
Sturmgebraus deI' heutigen profanen Welt bewahren, den al/schlaraffischen
Geist, und 111 ihllt beharren, insbesondere wir Sassen der dreiundzwanzig
ilItlerilcaaischen Reyche, einstmals als das fUnfte Rad aH1 Wagea aagesehea,
[leute aber der eiserae Kera Allschlaraffias, SoldJer Wille verpfiichtet jedoch
zur Tat, mit Wortea alleill ist es nidlt getaa ..., damit wir dereirtst die Fackel,
die ua5 Praga zuwarf, mit Stolz. , . zurUckgeben l~öHneH mit deH Wortefl: ,Sielt'
da - wir habeH die Flar1!me bewahret und geltUtet, 50 wie der Spiegel und das
Ceremoaiale uas gebot' ...1"
A, u. 82 (1941) berichtete Hkt. O-aix an sein Reych Milwaukia: "Ich Itabe
aa berufeaer Stelle Brku/1diguagea eiageholt uad kamt venHeidea, daß deutsdJe
Vereinigungen in Amerika keine behärdlidten UltterSUdJUllgen zu befürchten
haben, solange sie nicht gegeIt die Gesetze des Landes verstoßen und ihre
A1itglieder Bilrger der USA und nicht Komlmmistea, FaschisteH oder Natioaal­
sozialistea siHd. Sdtlaraffen habea VOll seiten der Regierung aichts zu be­
fürchten, "
Aber schon am 3. 1. a. u. 83 (1942) sah sich Hkt. Tex wegen der infolge der
profanen Verhältnisse und Kriegsunruhen erfolgten Einstellung der Sippungen
in verschiedenen Reychen zu einem bedeutungsvollen Rundsendboten an alle
amerikanischen Reyche veranlaßt: ., ... Rulu zu bewahreH, deH Kopf Hidlt zu
verlierer!, als rechtmäßige Bürger ihre Pfiichtea zu erfüllen und ihre Rechte zu
wahreH ~ vor allem aber unbekilmmert weiter zu sippen, doch prual~volle
Feste zu vermeideH. weiterhiH Hach wie vor sich der deutscheH Sprache, die
nicht verboten ist, zu bedieHeH... , Siaget wie zuvor fröhlidt UI15Cl'e Schlaraf­
fen/ieder! Wir si11d heia deutscher VereiH; uasere Mitglieder kOIHmeH aus aller
Herrea UiHder ulld mit bezug auf ReligioH gibt es in Schlaraffia heil1e Unter­
schiede. ","
Zu dieser Zeit erließ Hkt. ThroHreiter, der amerikanische allschlaraffische
Kantzelar, die Denkschrift "Schlaraffia" in englischer Sprache, wodurch es
möglich war, den Behörden und allen Amerikanern, die kein Deutsch ver­
standen, zu erklären, was Schlaraffia eigentlich ist ~ und mancher hat nicht
wenig gestaunt und gesagt, "warum können wir so etwas nicht auch in eng­
iischer Sprache haben?"
Leider mußten trotzdem manche Sassen. die wichtige behördliche Stellungen
innehatten, während der Kriegsdauer ihre Mitgliedschaft in Schlaraffia auf­
geben, da ihnen der Verkehr mit Deutschgeborenen usw, strengstens verboten
wurde,
Der Uhuhall vom Lenzmond a. u. 84 (1943) veröffentlichte eine Ehr e n­
ta fe I derjenigen Sassen, welche unter dem Sternenbanner im Dienste der
Vereinigten Staaten von Amerika stehen. Die Anzahl der im Heeresdienst
befindlidlen Schlaraffen und Mitglieder dero Sippen ist bedeutend gestiegen.
Im Herbstmolld a, u. 86 (1945) verkündet der Uhuhall freudig: "Der Welten­
Orkmt hat sid1 ausgetobt I"
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Quelle: Chronik Band I, S. 269-270