345 SyracUHUsa
Anknüpfend an den vorigen Abschnitt der Chronik über das Reych SyracUHUsa muss erwähnt
werden, dass der damalige Chronist, Gründungsritter Blondel, nach 67 Jahren Zugehörigkeit zu
unserem Bunde a.U. 138 in Ahalla einritt. Er wird mit seinem „Humpenlied” unzähligen Recken in
Nordamerika und darüber hinaus noch lange in Erinnerung bleiben.
Gleich zu Beginn der neuen Berichtsperiode riss Oho den liebenswerten Rt Tulipus aus unseren
Reihen, ihn der als gebürtiger Holländer nie mit den deutschen Artikeln zurechtkam und immer mit
der Einleitung „Der, die, das Schatzbericht” die Finanzen verlas.
Das „Ausreißen” in ein wärmeres Klima, das schon a.U. 110 begonnen hatte, setzte sich mit be-
ängstigendem Tempo fort, sodass die Nachwuchsfrage immer mehr das Problem Nr. 1 des Reyches
wurde. Obwohl eine schöne Burg im Obergeschoss des hiesigen Deutschen Klubs gefunden wor-
den war, nahm auch die prozentuale Beteiligung an den Sippungen durch berufliche Prioritäten
stetig ab.
Eine ernste Spaltung entwickelte sich, als der Uhutag auf Verlangen eines Sassen von Freitag auf
Montag verlegt wurde, was aber die Beteiligung noch mehr reduzierte, da andere Sassen mit ande-
ren Aktivitäten Montags beschäftigt waren. Zwar erlebten wir etwas mehr Einritte von Berufsreisen-
den, aber nach wenigen Jahrungen kehrte man auf den Freitag Abend zurück.
Jene Periode war jedoch mit herrlichen Festen im großen Saal des Klubs gesegnet, wo liebe Freunde
aus Nachbarreychen und von weither oft mit großen Fähnlein einritten. Nicht zu vergessen sind
die großartigen Krystallinen, die wir für nahezu zehn Jahrungen am St. Lorenz-Strom auf Einladung
unseres ER Archi-Loop der hohen Elberfeldensis erleben durften.
Und dann musste der Deutsche Klub ein Jahr vor seinem 100. Bestehen schließen, und wir began-
nen wieder eine Zigeunerexistenz in Mietburgen. Einmal wurde uns eine Frist von 5 Tagen gesetzt,
jedoch schon 3 Tage später fanden wir unser Klavizimbel im Freien auf dem Parkplatz.
Hell strahlte die Sonne der Hoffnung auf ein Aufleben des Reyches, als uns der hiesige Athletic-
Klub erlaubte, in seinem Souterrain eine eigene Burg zu erbauen. Drei der treuesten Sassen gingen
mit unverwüstlichem Optimismus an die Arbeit, und nach drei Monaten von intensivem Zimmern
und Nageln und Kabelziehen fand eine feierliche Burgweihe statt. Leider waren die Erwartungen
zu hoch gesteckt, denn der einzige Oberschlaraffe auf dem vereinsamten Thron - bedingt durch
die schrumpfende Sassenzahl - war zwar erfolgreich, neue Interessenten einzuführen, doch keiner
blieb „kleben”, denn es gelang ihm ach so furchtbar selten, den güldenen Ball ins Rollen zu bringen.
Auch sank das Niveau der Sippungen stetig ab, da die meisten der Jungritter nicht mehr die notwen-
dige Vorbildung besaßen, erinnerungswürdige Beiträge zu leisten.
Ein Blinder konnte sehen, dass es dem Ende zuging, doch hielten wir solange aus, bis die Sas-
senschaft einstimmig für die Auflösung war. Sieben Jahre hatte uns die schöne und einladende
Burg den Mut gegeben, ein Uhunest zu erhalten, bis es nicht mehr ging. Mit hängenden Köpfen
beendeten wir die letzte Sippung des einst so stolzen Reyches SyracUHUsa am 21.4. a.U. 147 nach
47 Jahrungen im Zeichen unseres geliebten Uhus. Dem Chronisten war es vergönnt, 45 davon ein-
schließlich der Sanktionsfeier mitzuerleben.
Doch nun wollen wir mit ungebrochenem Mut als Fahrende anderer Reyche mithelfen, unseren
Bruderbund zu erhalten unter dem Motto: „Und bis zum letzten Atemzug.”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
346 Cell-Erika
In Anwesenheit von sechs Erzschlaraffen konnte, in Verbindung mit der Geschlechter-Sippung der
h. Reyche Berolina, Hannovera, Brunsviga, Castellum Peinense, Cell-Erika und Auf der Heide am
16.11. a.U. 126 gemeinsam mit rund 400 herbeigeeilten Uhubrüdern „25 Jahre Cell-Erika” in der
großen Festburg der „Congress Union Celle” gefeiert werden. Mittelpunkt des Festes war ein gro-
ßes vom Rt Graph-Kino inszeniertes Schauspiel um unseren Heimatdichter Otto Bögeholz, in dem
Sassen der Cell-Erika als Schauspieler auftraten.
In der folgenden Sippung wurde dann auch feierlich der „Allmutter Praga„ gedacht. Was wäre Schla-
raffia ohne sie? Anlässlich des 30-jährigen Bestehens unseres Reyches a.U. 131 wurde der Rt Don
Sevillo für seine 25-jährige Tätigkeit als Kantzler geehrt. A.U. 135 konnte die Cell-Erika ihre 999.
Sippung wiederum in der Festburg der „Congress Union Celle” mit vielen eingerittenen Sassen
feierlich begehen.
Unserem ErbO Graph-Kino konnten wir am 23.2. a.U. 137 zu 30 Jahrungen Oberschlaraffe gratulie-
ren. In den darauf folgenden Jahrungen mussten wir leider von vielen verdienten Sassen Abschied
nehmen, die gen Ahalla geritten waren, um an der ewigen Rittertafel Platz zu nehmen. Aber am
28.10. a.U. 141 gab es wieder einmal ein großes Fest. Es galt in der Festburg der „Congress Union
Celle” das 40-jährige Stiftungfest und den 195. Geburtstag von ES „Unser Otto” Bögeholz mit über
280 eingerittenen Sassen und ihren liebreizenden Burgfrauen befreundeter Reyche zu feiern.
Im Wechsel haben die Rtt Graph-Kino und Mach’mal ausgesuchte Texte von Otto Bögeholz vor-
getragen. Der anlässlich der 25-Jahr-Feier aufgelegt Band 1 Otto Bögeholz „Alles ist Gefühl” war
schnell vergriffen, es wurde eine Neuauflage gedruckt, die wiederum reißend Absatz fand. Band 2
Otto Bögeholz „Gefühl ist alles” erschien auf Initiative „Unseres lieben” Großfürsten Rt Monitor
a.U. 144.
Die Sippungsfolge der Cell-Erika besteht natürlich nicht nur aus Jubiläumsfeiern, es wird auch viel
ausgeritten. Ein Sippungsabend je Winterung wird immer wieder zu einem besonderen Höhepunkt,
das sind die wechselseitigen Reychseinritte der Brema und Cell-Erika. Möge diese 30-jährige Tradi-
tion noch lange fortbestehen.
Die Heideburg wurde a.U. 107 feierlich geweiht und ist zur Freude der Sassen bis heute mit schla-
raffischem Leben erfüllt. Unser Erzschlaraffe und ErbO Imperator Rex Graph-Kino machte den Vor-
stand des profanen Vereins „Schlaraffia Cell-Erika e.V.” darauf aufmerksam, dass der Eigentümer
des Hauses Schuhstr. 48 den Verkauf des Grundstücks fest geplant hat. Schnell wurde der Kauf des
Hauses in einer außerordentlichen Generalversammlung im Sommer 2002 beschlossen und von
den bevollmächtigten Rtt Stör-de-bäker und Don Immo-nett in die Tat umgesetzt.
Seit Ende a.U. 143 sippt die Cell-Erika nunmehr 6 Jahrungen in eigener Burg. Der in den letzten
30 Jahrungen in einem Burgbau-Fonds ersparte Mammon reichte für den Ankauf des historischen
Gebäudes in zentralster Lage von Celle nicht aus und so haben etliche Sassen durch viele Stunden
Eigenleistung sowie durch finanzielle Hilfen zum Ankauf der Immobilie und zum großen Aus- und
Umbau der Heideburg beigetragen.
Dadurch wurde die Zukunft des Reyches Cell-Erika gefestigt, zumal unser Großfürst, der Rt Don
Immo-nett, bereits Pate von 16 Sassen, ständig für Nachwuchs sorgt.
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