Im Suerland

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 401 — Im Suerland. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

401 Im Suerland
Um sich in Ruhe und Muße der Malerei und Bildhauerei widmen zu können, verließ Rt Strichel
der Plasticolorische (177), seine bisherige Wirkungsstätte Dortmund und zog ins Zentrum der uhu-
finstersten Gegend Deutschlands, ins Hochsauerland. Sein Wohnsitz Brilon war von jedem der
umliegenden Reyche rund 100 Kilometer entfernt. Daher fasste er den Plan, nach schlaraffisch zu
begeisternden Freunden zu suchen, um mit ihnen hier einmal ein Schlaraffenreych zu gründen.
Er fand sie zunächst in den späteren Rtt Lämpel, Marco Pillo und Agaudimus. Sie ritten gemeinsam
mit Rt Strichel jahrelang in die h. Truymannia ein, wurden dort zu Rittern geschlagen und brachten
neue Freunde mit. Der Freundeskreis in Brilon vergrößerte sich derart, dass a.U. 116 ein schlaraf-
fischer Stammtisch in der Stadtschenke gegründet werden konnte. Am 29.8. a.U. 119 wurde eine
Mitgliederversammlung zwecks Gründung eines Feldlagers einberufen. In der Hornungausgabe
„Derer Schlaraffen Zeyttungen” a.U. 120 verkündete die hohe Truymannia stolz die offizielle Grün-
dung des Feldlagers „Im Suerland”, für das sie trotz ihres reichlich hohen Alters die Mutterschaft
zu übernehmen bereit war. Schnell wurde dieses im Uhuversum bekannt. So kamen zum Som-
merfest a.U. 120 schlaraffische Freunde mit Tross aus 12 Reychen und dem Feldlager Theotmalli.
Besonders aufgewertet wurde das Feldlager durch die häufigen Besuche von ASR Rt Arborelli und
Sprengelfürst Rt Jono. ASR Rt Arborelli blieb den Suerländern treu, begleitete wohlwollend deren
Entwicklung und half über manche Klippe hinweg.
Mittlerweile platzte der Sippungsraum der Stadtschenke aus allen Nähten. In der „Oberen Mauer”
fand man einen geeigneten Raum, den es zur Burg auszubauen galt. Ein mühsames Werkeln be-
gann, und so mancher Schweißtropfen rann. Hierbei wurden der Burgbaumeister und der Burgvogt,
die späteren Rtt Archinaut und Zebrano, besonders gefordert. Pünktlich zu Beginn der Winterung
a.U. 120 konnte die erste „Treffung” in der neuen Burg stattfinden. Im Brachmond a.U. 121 schlug
Ohos Tücke zu: Der Mann der ersten Stunde, der Rt Marco Pillo, Motor und Seele des Feldlagers,
musste seinen Ritt gen Ahalla antreten. Seine Nachfolge trat der spätere Rt Nickel-Brill an, der bis
zur Selbständigkeit des Uhunestes mit Kopf, Herz und Hand dem Reych diente.
Die Willkür des Vermieters zwang das junge Feldlager, eine neue Burg zu suchen. Rt Agaudimus
fand bei seinen Schützenbrüdern in Altenbüren Gehör, und das Feldlager konnte den ehemaligen
Speisesaal der Bruderschaft mieten, in dem das Reych heute noch sippt. War es wirklich nur Zufall,
dass zuvor der Rt Strichel die Wände des Speisesaales mit lebendigen Ritterszenen gestaltet hatte?
Anfang der Winterung a.U. 122 konnte die neue Burg bezogen werden. Aus dem Pflänzchen war
eine stattliche Pflanze geworden, so dass der ASR Rt Arborelli am 27.4. a.U. 126 das Feldlager zur
Colonie „Im Suerland„ (401) erheben konnte.
Die Mutter Truymannia war stolz auf ihre erste und bisher einzige Tochter. Mehr als 500 Gäste
erlebten die Festlichkeit. Eben so viele waren es, die die etwas rustikalere Tochter der eingestande-
nermaßen fürnehmen Mutter bei der Sanktionsfeier am 16.10. a.U. 127 unter der Leitung von ASR Rt
Shin-Shu erleben wollten. Das Reych der Zwerge „Im Suerland” war Wirklichkeit geworden.
Wir danken getreuen Wegbegleitern, den Rtt Bolzebub, Janosch, Jorido, Mimoklacks, Jono, den Sas-
sen des h. Reyches Marpurgia Chattensis, allen voran dem Rt Mickefett. Die feierliche Verleihung
des Ahaordens fand am 21.3. a.U. 136 statt. Am 2.3. a.U.143 tobte in den Suerländer Gemarkungen
eine gar fürchterliche Fehde zwischen den Reychen Ossenbrugga und Bochumensis. Uhu sei Dank,
hatten die Suerländer dabei keine Verletzten zu beklagen, und so schallt jedem Einreiter der Begrü-
ßungsklang entgegen: „Wir Suerländer heißen Euch willkommen...”.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
402 Terra Firma
Ansätze zum Bau eines Uhunestes in Caracas gab es mehrere Male. Um a.U. 100 kam es zu einem
Stammtisch, der die dritte Jahrung nicht überlebte. Ende a.U. 123 inspirierte Rt Exo(329) ein Treffen
des späteren Rt Gordofix mit Rt Gucki(348), woraus ein Stammtisch im Restaurant „Tarzilandia”
entstand, in dem später auch die Avilaburg errichtet wurde,die bis heute besteht.
Mitte a.U. 125 wurde das Feldlager „Tierra Firme” gebildet, so genannt nach dem Ruf des ausgu-
ckenden Matrosen auf dem Mast des Kolumbus-Schiffes „Santa Maria”, als er nach langer Fahrt
Festland erblickte.
Die Coloniegründung erfolgte am 21.6. a.U. 126 durch Rt Aesculupulus unseres Mutterreyches No-
vum Regnum Granadense (348). Am 8.11. a.U. 127 wurde die Colonie als (latinisiert) „Terra Firma
- 402” mit 22 Sassen durch Rt Knurrhahn(275) sanktioniert.
Beide Ereignisse fanden in würdiger Festlichkeit statt, so dass alle Herzen höher schlugen und
die Grünschnäbel bleibend beeindruckt wurden. Terra Firma ist weitgehend auf sich allein gestellt,
denn das nächste Reych, unsere Mutter, ist 1.024 km Luftlinie entfernt. So freuen wir uns ganz
besonders über die Einritte einzelner Ritter oder ganzer Fähnlein. Man berichtete über uns: „Ein
lustig Völkchen, diese Terra Firma Sassen, Gästen freundlich zugetan, immer guter und bisweilen
abenteuerlicher Einfälle, um den Gästen den Aufenthalt so interessant wie möglich zu machen. Und
gute Freunde allerwegen.”
Wirtschaftliche und politische Umstände veranlassten viele , Venezuela zu verlassen, andererseits
kommen nur wenige Deutschsprechende neu ins Land, so dass unser Wachstum in den ersten 22
Jahrungen trotz des grossen werbenden Einsatzes unserer Sassen leider nur verhalten war. Vor
diesem Hintergrund schufen wir zusammen mit der Newarka(105) die „Brückensippungen der
nord- und südamerikanischen Reyche”, die zu einer Institution geworden sind und a.U. 148 zum
12. Male stattfanden.
Um mit unseren zahlreichen Fahrenden immer wieder zu sippen, fanden jährlich „Freudentränen-
sippungen” in jeweils einem anderen europäischen Gastreych statt, wodurch sich die Zahl der en-
geren Freunde trotz der Entfernungen ständig mehrt. Unsere Beschränkungen haben uns zu hohen
Leistungen angespornt. Wir trugen eine Reychsfehde gegen die Perla Andina (396) bei der Novum
Regnum Granadense aus, eine weitere gewannen wir gegen die Moguntia (45) bei der Haidelberga
(53).
Jährlich halten wir das identitätsstiftende Turney um die Humboldtkette zu Ehren unseres ES Cos-
mos unter reger Beteiligung leider nur der heimischen Sassen ab. Nach 22 Jahrungen fröhlichen
Sippens während derer die Anzahl unserer Erzschlaraffen naturgemäß immer geringer wurde, hat
nun auch unser hochverdienter Pionier und unermüdlicher Impulsgeber die Gemarkungen der Ter-
ra Firma verlassen. Rt Gucki der Uhu-ni-Vers-ale ist gen Carolsuhu gefahren, aber wir sind sicher,
er wird uns weiterhin in unserem schlaraffischen Dasein fürsorgend mit Witz und Geist begleiten,
ganz im Sinne von „In vita schlaraffiae voluptas!”
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Quelle: Chronik Band IV, S. 486-487