rafra mit den iurigen übereinstil-}tmen: GleichUeit, BrUderlichl~eit, Verspotnmg
der Titel- und Ordenssucht, dabei Pflege der Kunst Imd Wissenschaft. UI1d
- weld1e Überraschung! -
Hach dem Sturz der KommuHe im Erntemond, (an
del1 wir die Burg im alten Zustal1de, es fehlte Ilicht das Geringste, was wir
wieder der energischen Verteidig~tng unseres Styx (Rudolf Grandl, der über
40 Jahre diesen Dienst versah!) zu dallkel1 Uattell. Herrlichkeit Facke/tanz
wurde mit der Uöchsten AuszeidmHng, mit dem Votivorden lmd Styx mit der
Verdienstmedaille dehoriert." Ebo. FadultclI1z bewies u. a. authentisch, daß
die Schlaraffia ursprünglich den Namen "Proletarier-Verein" führte.
Die Sippungen bis zum 2. Weltkrieg konnten nicht mehr den hohen Glanz
erreichen. Der Abgang der Offiziere war deutlich fühlbar, der Nachwuchs
wurde zu folge der sich immer mehr zuspitzenden politischen Atmosphäre
weniger, die alte Garde wurde ahallareif und als schließlich das Casino
gebäude endgültig "Volkseigentum" wurde, sahen sich die Sassen genötigt,
ihre Tätigkeit einzustellen, ohne aber eine Auflösung des Vereins anzumel
den. Es wurde lediglich amtlich mitgeteilt, daß der Verein Schlaraffia Semp
ronia bis auf Weiteres seine Zusammenkünfte sistiere, sdlon deshalb, um
sein für immerwährende Zeiten bestehendes
des Grafen Szechenyi (Burg
miete) nicht zu verlieren.
So schlummert denn die treue Sempronia bis zur
da es ihr wieder
möglich sein wird aktiv am schlaraffischen Leben teilnehmen zu können.
Nr.10 AMSTELODAMIA (Amsterdam)
gegründet 9. 1. a. U. 20 (1879)
Die Amstelodamia, die dritte Tochter der h. Wratislawia,
v/Urde am 9. des Eismonds 1579 gegründet. Der Stifter des
Reyches war R. Blondel der Notenl<opf, der auch die Turi
censis gründete, als OberschlaraHe gleichzeitig das Kantz
lerambt führte, und es ausgezeichnet verstand, die Sassen
zu schulen und die Verbindung mit den Schwesterreychen
herzustellen. Schwere Stürme waren in der Gründungszeit
über das Reych dahingegangen und hatten an den Grund
vesten gerüttelt, weil man bei der Aufnahme neuer Mit
glieder wenig vorsichtig zu Werke ging. Schwer blieb aber der Stand der
Tapferen im Lande der Canäle.
Am 15. des Lenzmonds 1584 gründete die Amstelodamia die "Rotterdamia".
Ein Markstein in der Geschichte des Reyches, eine Bekundung echt schlaraf
fischen Freundschaftssinncs, war das 50. Stiftungsfest am 2. des Hornung
a. u. 70 (1929). Das Reych hoffte, daß die überwundenen Schwierigkeiten end
gültig der Vergangenheit angehören. In der ersten europäischen Stammrolle
vom Herbstmond a. u. 80 (1939) figuriert die Amstelodamia unter den 11
verbliebenen europäischen Reychen noch mit 23 Sassen. Bald darnach, im
2. Weltkrieg, ist das Reych erlosche11. In den Stammrollen a. u. 93 (1952)
wird in einem bestehenden Reych 1 fahrender Sasse erwähnt.
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Nr.11 S TUT GAR DIA (Stuttgart)
gegründet 7. 2. a. u. 20 (1879)
Da man schrieb den 23. des Eismonds 1579
(a. u. 20), begab sich's, daß der profane Hof
komödienspieler August Junkermann in Köln
am Rhein gastierte und am selben Abend noch in
die Schlaraffenburg gepilgert kam, allwo Hkt.
Berel1t der h. Colonia Agrippina ihm die gemes
sene Weisung
in Stuttgart alsbald ein Reych
zu gründen. Bereits am 2. des Hornung, einem
Sonntag. sehen wir Junkermann im Verein mit
dem Hofschauspieler Trotz (R. Castor der Recel1
siol1eml1arder,
und dem Bildhauer Behr am
Gründungswerk. Auf dem Weg zur Burg der
"Reuter-Majestät" in der Hohenheimer Straße begegneten die Dreie dem Ur
und Erzschlaraffen Plato (Dr. Schmidt-Weißenfels), was ihnen als eine glückliche
Vorbedeutung rur das Gelingen des Werkes erschien. In der Reuterburg wurde
sofort zur Anfertigung der Griindungsurkunde
die Pilgrim Behr
mit kühnen Strichen entwarf. R. Castor aber hatte inzwischen den Aufruf ver
faßt. Unterzeichnet ist diese älteste Urkunde der Stutgardia von den RR.
Castor, Hi/11w und Paragraph sowie den Profanen Dr. Herzfeld, Löwenfeld,
Rosner, Seyfritz und Wentzel.
Dieser Vorarbeit folgte am 7. des Hornung die eigentliche Reychsgriindung
in der "Schützenhofburg" durch 15 wohlachtbare Mannen, als da waren: die
fahrenden Ritter der h. Grazia Paragraph (Dr. Ludwig Kaser) und HiHlw
CDagobert Neuffer) sowie Castor
Trotz) aus der h. Lipsia. Weitere
Erzschlaraffen des Reyches, die am 25. des Hornung a. u. 20 (1879) zu Rittern
geschlagen wurden, sind: Bräsig der Gastreuter (August Junkermann), Hoplia
der Seelel1ried1er CDr. Albrecht
Rupred1t der Gemütlid1e (Wilhelm
Rosner), .4.rlol1 der Vorsid1tlge (Louis Wallbach), Etcetera der Gl1aHtige (Adolf
Wentzel), Natr0l1 der KlaHsl1er (Max Löwenfeld), HOI11HI1CH]US der Tanz
beflisseHe (Albert Bozenhardt), Collodium der Jodler (Erwin Hanfstängl), Pixor
der SdJWüf11lft (Julius Koch), Sassafras der Laufl<i:ifer (Dr. med. Josd RuH),
UItiitto der UI11sid1tige (Robert Bechstädt), Corl der Tiroler (Kar! Behr). Es sei
hier schon erwähnt, daß Ez. Homuncuius aus beruflichen Gründen lange Jahre
nicht mehr der Schlaraffia angehörend a. u. 72 wieder Schlaraffe in der Stut
gardia wurde und bis zu seinem Ahallaritt in der uhu finsteren Zeit ein treuer
Sasse war, dem Stutgardia viele sehr schöne Stunden zu verdanken hatte. Kn. 2
wurde am 11. 3. a. u. 20 der
FUrst Horticus (Rudolf Mohl) , der mit
zweijähriger Unterbrechung dem Reyche als der treuesten einer bis zu seinem
Ahallaritt am 9. 11. a. u. 55 angehörte. 27 Jahrungen war er Schatzmeister
des Reyches.
Glanzvolle Feste feierte damals Stutgardia und verstand es, auch nach außen
hin Schlaraffias Banner hohes Ansehen zu verschaffen. Darüber hinaus stellte
sich Stutgardia freiwillig in den Dienst der Wohltätigkeit und leistete gleidl
anderen Schwesterreychen viel Gutes. Wenn auch Stutgardia im Laufe der
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