355 Castellum Auri Africae
Anschließend an den ersten Bericht über das „hochkarätigste Reych im Uhuversum”, erschienen
a.U. 125 in der Schlaraffen-Chronik, kann das Folgende berichtet werden: Im Norden, sowie in der
südwestlichsten Ecke Südafrikas fanden sich Männer der deutschen Sprache zusammen, die für die
schlaraffische Idee und das schlaraffische Spiel Interesse und Begeisterung zeigten.
Am 20.9. a.U. 127 wurde zu Kapstadt des Reyches jüngste Tochter gezeugt, welche dann am 29.10.
a.U. 129 mit Hilfe des Rt Musi das Licht des Uhuversums erblickte.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mutter und Töchter verstehen sich prächtig, was ja auch in pro-
fanen Familien der Fall sein soll, wenn sie nicht zu nahe beieinander wohnen. So haben die vier
Reyche z.B. ein gemeinsames Vademecum, sprechen die Sippungstage und Feiern ab, und sind auf
solche Weise auch für Überseegäste, während einer Reise nach Südafrika, alle binnen weniger als
14 Tage zur Sippung zu erreichen. Dadurch wird es für die Gast-Recken möglich den hochbegehrten
Safari-Orden zu erfechsen.
Belebend wirkt, dass jedes Reych, im Rahmen des Spiegels, seinen eigenen Stil entwickelt hat, nach
dem Motto der Toleranz, chacun à son goût.
Ein weiterer Höhepunkt der letzten 25 Jahre im Castellum Auri Africiae war der 27.3. a.U. 148, an
dem wir unsere 1.000 Sippung celebrieren konnten. Zahlreiche Gratulanten aus überseeischen Ge-
markungen erfreuten uns mit Lobreden und nahmen, in unserer „Löwenburg”, zusammen mit den
sesshaften Recken, das Festmahl ein.
Zur Tradition gehören inzwischen die jährlichen Uhusternfahrten der südafrikanischen Reyche, je-
weils vom Gewinner der vorigen Jahrung gestaltet, sowie die Uhubaumfeier, die leider seit etlichen
Jahren schon, aufgrund der zunehmenden Reife der Sassen, ohne Kinder stattfindet.
Die Pflege der deutschen Sprache ist für ausländische Reyche ein besonderes Anliegen. Recken aus
allen Gauen Europas sind in unserem Reych aufzufinden und führen uns dabei die Vielfalt der deut-
schen Sprache vor. Zu empfehlen sind unsere jährlichen Mundart-Sippungen, in welchen allerdings
auch „languages” gemixt werden dürfen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
356 Porta Westfalica
Da die Berichterstattung unseres Reyches in Teil III der Chronik bereits a.U. 120 endet, sei hier noch
eine gewichtige Ergänzung vorausgeschickt:
Mit Ende der Winterung 121/122 verloren wir infolge der Betriebsauflösung des Hotels Kronprinz
unsere Burg und zogen in den Saal des im Westen Mindens gelegenen Restaurants Alexandros um.
Während der folgenden Jahrungen wurde diese Burg gemütlich ausgestaltet. In der Sommerung
a.U. 129 erhielten wir durch die Großzügigkeit unseres Rt Fipi einen neuen Thron mit Pulten für M
und K.
Am 11.10. a.U. 129 fand eine mit 150 Einritten besuchte Freundschaftssippung mit dem h.R. An der
Leuben im Haus Hubertus statt. Durch die Stiftung des Drei-Länder-Ordens nahm die Zahl der
Einritte mit Beginn der Winterung 129/130 sprunghaft zu, was sich bis heute erhalten hat. Aufgrund
der außerordentlichen Bescheidenheit unseres Reyches wurde das 25. Stiftungsfest am 3.10. a.U.
130 ohne Aufwand gefeiert, wenn man von einem eigens gefechsten Einkleber absieht.
Die Sommerung a.U. 132 war für unser Reych besonders ereignisreich und schmerzlich. Zunächst
brach im Lokal des Hospes ein Brand aus. Das Restaurant war zerstört, die Weserburg erlitt starke
Rauschschäden. Während unseres Bemühens, die Burg wieder herzurichten, wurde dort eingebro-
chen. Es wurden der Uhu, Aha-Humpen, Reychsschwerter, Ahnen und mehr geraubt; Die Burg
fanden wir verwüstet vor. In der restlichen Sommerung wurde die Burg von Grund auf wieder her-
gestellt, wobei unserer Burgvogt, Rt Rum-pel-Pils’chen, hier einmal wegen seiner immerwährenden,
unermüdlichen Tätigkeit und Fürsorge hervorhebend zu erwähnen ist.
Es wurde auch eine Holzvertäfelung an der Decke mit Beschallungsanlage angebracht. Als der
Schicksalsschlag im Uhuversum bekannt wurde, rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Von zahl-
reichen Sassen und Reychen durften wir Sach- und Geldspenden entgegennehmen, deren Umfang
uns fast beschämte und die große Freundschaft zu unserem kleinen Reyche zeigte.
Am 28.1. a.U. 133 konnten wir unseren Oberst-Ehrenritter Rittmeister (336) zu seinem 400. Einritt
besonders ehren, einige Jahrungen später feierten wir sogar seinen 500. Einritt. Über Jahrzehnte
erfreute er uns mit seinem Humor und den unvergessenen Trilogien.
Zu Beginn der Winterung 133/134 erhielten wir ein von ER Ballisto (336) gefechstes, prächtiges
Reychsschwert, eine Spende des h.R. Ob der Hamel und unseres ER Stil-Auge. Im Hornung a.U. 135
wurde die Junkertafel-Fehde zwischen den Reychen Theotmalli sowie Ossenbrugga in den Mauern
unserer Burg ausgetragen. Am 15.11. a.U. 135 verzeichneten wir leider den letzten Einritt des ER Dr.
Mirakel (120), unseres „Gebärvaters”. Der 22.4. a.U. 137 war hingegen ein besonderer Freudentag,
da wir wieder einen eigenen, wundervollen Uhu erhielten.
Aus der ehemaligen Wurst- und Quell-Sippung ging seinerzeit die „Sippung der Dienstag-Reyche”
hervor, die dann wegen der Abschaffung des arbeitsfreien Buß- und Bettags nicht mehr stattfand.
Heute sind unsere alljährlichen, taxfreien Leberkäs- und Weißwurst-Sippungen willkommener An-
lass, von nah und fern in hellen Scharen einzureiten.
Ebenso stellen die seit a.U. 117 gemeinsam von den Reychen Ob der Hamel, Theotmalli und Porta
Westfalica ausgerichteten Schaumburg-Sippungen in jedem Ostermond eine willkommene Gele-
genheit dar, in historischem Gemäuer schlaraffische Freundschaft zu vertiefen. Wahrscheinlich ist
das Erfolgsrezept unserer lebendigen, stets abwechslungsreichen Sippungen eine scharfsinnige
Interpretation des Spiegels, ohne sich akribisch an dessen Wortlaut zu klammern. Das Spiel erhält
dadurch eine Frische, die mancher Schlaraffe in der Weserburg so schätzt.
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