die übrigen Würdenträger blieben. Mit 70 Sassen wurde auch diese Jahrung
durchgeführt, in der sich die Geschlossenheit des Reyches unter den neuen
Oberschlaraffen vollbewährte. Höhepunkt der Jahrung war die Großursippen~
feyer für den EbO B. G. B., der schon manches Jahr vorher wieder den Weg
in unsere Gemarkungen gefunden hatte. Sie wurde in würdiger Weise von Hkt.
Treibauf zelebrieret und der Großursippenorden wurde ebenso wie einst bei
R. Fattstopl1eles, von Hkt. Gosche/bauer überreicht.
Spartalms, Zeuxis, Quellvoll, Zinl1ko, Faustopheles, um nur einige der alten
Ratisbonassen zu nennen, sind in AhalI, sie können dort vormelden, daß die
Ratisbona steht und sippt, so wie ihre alten Vorfahren es taten, sich selbst
zur Freude, Allschlaraffia zu Ehren.
Nr. 13 L I N Z I A (Linz a. Donau)
gegründet 3. 10. 1579 (1879)
Gründer des Reyches ist R. Riesel der Recke vom
Isarstral1d (Josef Bocka), der aus der h. Grazia kam.
Er verlegte bald nadl Gründung der Linzia seinen
Wohnsitz nach Laibach und gründete dort das h. Reych
Emona. Am 10. 7. 1589 (1889) kurz nach dem 10. Stif~
tungsfeste der h. Linzia, ritt er im profanen Thalgau bei
Salzburg als Budovicia~Sasse
Ahalla. Sein Andenken
wird unvergessen bleiben.
zur Seite stand bei der
Gründung der R. Gabriel der SchehH
VOfl1 Berge
(Lothar Graf von Hohenwart), Erbschlaraffe der h. Grazia. Ferner sei noch
zehn weiterer ErzschlaraHen gedacht und zwar: R. Paris II. Oulius Niedt),
R. Wetter VOI1 Strahl (Anton v. Jank), R. Falstaff (Ludwig), R. Wel1zeslaus
(Josef Hynek), R. Fridolil1 (Josef Kotzky), R. Pla!to (Viktor Kotzky), R. Scribax
v. lazary), R. Pagal1il1i (Franz Nowack), R. Wamstel (Emil Fink).
Die Gründung fand feierlichst am 3. 10. 15'79 in der "Karlsburg", im heu-
Hotel Weinzinger, statt. R. Hiesel vollzog an den vorgenannten zehn
"Gemeinen" den Ritterschlag und belehnte sie sofort mit Würden und Ämter.
Zu Oberschlaraffen ernannte er die R. Garf Wetter VOI1 Stmhl und Wenzeslaus,
zum Kantzler den R. Plal1o, zum Marschall und Ceremonienmeister den R.
Paris II,- zum lunkermeister den R. Falstaff und zum Schatzmeister den R.
Wamstel.
Im Hornung 1580 erteilte die h. Praga die Sanktion. Bei der
Reymsgründung betrug der Sassenstand zwölf Ritter und einen Knappe.
2.
Im Laufe der 1. Jahrung 1579/80 sind 23 Neuaufnahmen erfolgt, so daß
37 Sassen sippten. Von 'diesen sind zehn ausgetreten, vier aus
geritten, ein Schlaraffe ritt gen Ahalla und ein Sasse wurde gestrichen. Es
blieben somit 21 Sassen übrig, die den Grundstock für Linzias Weiterentwick
lung bildeten. In der Folge traten wohl kritische Jahre auf, die aber gemeistert
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394
wurden, sodaß das Reych in den nächsten drei Jahrzehnten unter der hoch
weisen Führung der in der Allschlaraffia in höchstem Ansehen stehenden Hkt,
Waltlpo VO~I Wal11pel1steil1 (Jacques Pollak) und der Hkt, Flott der klimel1freul1d
(Karl Reininger), eine besondere Höhe erreichte. Diesen beiden hervorragenden
Sassen gelang es, das Reych nicht nur über manche gefährliche Klippe, sondern
auch zu jenen Höhen zu führen, die es während Dezennien einnahm und auch
jetzt wieder einnimmt. Hinzu kamen noch im laufe der Zeit tüchtige und opfer
bereite Würdenträger, sodaß Linzia langjährig konsolidiert war. Das Auf
streben des Reyches fand seine Bestätigung im zehnjährigen Stiftungsfest,
das ein
ersten Ranges wurde. -
Die in der darauffolgenden Zeit
auftretende Lauheit im Sippungsbesuch, die ungefähr bis 1598 anhielt, hat~e
hauptsächlich ihren Grund in den Burgsorgen. Es wurde seit Gründung nicht
weniger als vier Mal die Burg gewechselt. Eine Wendung trat ein, als
durch Vermittlung der Hkt. Flott eine Burg im Kaufmännischen Vereinshause
gebaut werden konnte, die am 18. 10. a. u. 39 (1898) eingeweiht und auf den
Namen "Mercuriaburg" getauft wurde. Von da ab ging es abermals einem
Höhepunkt entgegen. In dieser Zeit war a. u. 42 (1901) ein ganz bedeutsames
Ereignis zu verzeichnen. Es wurde in der 612. Sippung am 19. 3. Erbschatz
meister Blasebalg (Karl BlaseI) in besonderer Weise von seinem Reyche und
Allschlaraffia geehrt, weil er 500 Mal sippte, ohne jemals eine Sippung im
Reyche versäumt zu haben. Er war damals der Dritte in Allschlaraffia, der auf
eine so schöne Leistung hinweisen konnte.
Das Leben ging im Reyche in geordneten Bahnen weiter bis zum 25. Stif
tungsfest, zugleich Ursippenfeyer der Hkt. Wampo, ein Fest, wie es glanz
voller nicht gestaltet werden konnte.
In der 27. Jahrung fügte OHO dem
Reyche eine schwere Wunde zu, indem er ihm den immer tapferen und unentweg
ten Nestor des Reyches, Erbschatzmeister R. Blasebalg, knapp vor seinem 70.
Wiegenfeste, für immer entriß.
In den folgenden Jahrungen 47/48 (1906/07)
war ein überaus großer Zuwachs zu verzeichnen. Das Reych wies nicht
als elf Junker und sechs Knappen auf. Die 30. Jahrung verlief erwartungsgemäß
glanzvoll. Jeder Sasse bemühte sich, sein Bestes zu geben. Am 7. 12. a. u. 50
(1909) wurde das 30. Stiftungsfest und das 30jährige Regierungsjubiläum Sr.
Hol1eit Herzog Wambo. festlich begangen. ein Fest fast ohne seinesgleichen
im Uhuversum.
Die geistige Höhe im Reyche hielt an bis zum traurigsten Ereignis, das Linzia
ja erleben sollte. Zuerst ritt Erbherrlichkeit
Wampo am 18. 2. a. u. 52
(1911) in Ahalla ein. Mit Linzia trauerte das ganze Uhuversum. Bald danach
folgte am 29. 7. a. u. 52 Hkt. Flott und am 13. 4. a. u. 53 (1912) Hkt.
Sdtmahowetz (V. Amon), sodaß der ganze Thron verwaist war. Außerdem
fällte OHO noch vier Sassen des Reyches in der Jahrung 53. -
So nieder
drückend diese Ereignisse auch waren und so einschneidend sie sich für die
Gestaltung der Sippungen erwiesen, so hielt sich Linzia trotzdem auf der bis
herigen Höhe, weil in der Jahnmg a. u. 53/54 (1912/13) glücklicherweise der
Thron hervorragend besetzt werden konnte unter der Führung von Hkt. Mal1
fred (Hubert Kirschner). Ihm zur Seite standen Hkt. Friedridt (Rudolf Walter)
und Hkt. UltilflO (Ludwig Czerwenka). Dazu kam. daß in der Jahrung 55/56
(1914/15) ein ganz großer Schlaraffe, R.
Helel1il~uß (Paul Fischer-Colbrie),
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395
Kantzler wurde. Alle Vorgenannten führten das Reych bis weit nach Ende des
1. Weltkrieges. Kurz bevor der 1. Weltkrieg ausbrach wurde ein bedeutsames
Fest im Reyche gefeiert. Es war am 14. 3. a. u. 55
die 1000. Sippung
im Bildersaale des Kaufm. Vereinshauses, bei der sich unter den Gästen der
Dichter Ottokar KernstoCk befand.
Gleich zu Beginn des 1. Weltkrieges fanden drei liebe Sassen in Rußland
den Heldentod: Am 29. 8. a. u. 55 (1914) der R. Edeltanz Adalbert Förster
und am 30. 8. a. u. 55 die R. $urmn (Otto Müller) und FirHfex (Heinrich
Grum). Ehre ihrem Andenkenl
Die Kriegszeit behinderte den Sippungsbetrieb einschneidend. Die Sippungen
mußten laut polizeilicher Anordnung um 10 Uhr abends geschlossen werden,
außerdem war nur beschränkter Alkoholkonsum geboten. Vor allem aber war
der Sassenstand infolge EinrüCkungen sehr herab gemindert und es gab wenig
Eintritte. Trotzdem war das Reych geistig und schlaraffisch äußerst regsam
durch Einwirkung des Thrones und Kantzlers, was als deren bleibendes Ver
dienst hervorgehoben werden muß.
Als besonderes Ereignis während der
Kriegszeit ist die vom Reyche am 25.11. a. u. 57 (1916) veranstaltete Trauer
feyer für den am 21. 11. 1916 verstorbenen Kaiser Franz Josef 1. zu ver
zeichnen. Diesem edlen Monarchen verdankt Schlaraffia, daß das österreichische
Offizierskorps die Erlaubnis erhielt, dem schlaraffischen Bunde anzugehören.
Der Zusammenbruch brachte viel Not und Elend und einen großen Zustrom von
Sassen, die aus ihrer Heimat entwurzelt wurden und ihren Beruf verloren
hatten. Dies wurde von den R. Reinmar (Dr. Siegfried Huber), Jawohlja (Egon
von Zallmann) und Rogo verburu Oosef Roger) zum Anlaß genommen. um am
9. 4. a. u. 59 (1918) den "Freundschaftsfond der Linzia" zu gründen. der im
Laufe der Jahrungen viel Not lindern half.
Das 40. Stiftungsfest am 4. 5. a. u. 61 (1920) fand unter schwierigsten Ver
hältnissen statt. Knapp vorher hatten in der Profanei Revolten stattgefunden
und es herrsch
[… Fortsetzung im Originalband]