367 Porta Arduennae
Am Rande von Eifel und Ardennen in der Euregio sippt die als „ein kleines, aber schönes Reych”
apostrophierte Porta Arduennae in der „Burg ob der Rur” in Düren. Das massive Hofgebäude,
durch eine Toreinfahrt mit Stellplätzen zugängig, konnte seit a.U. 113 ausgestaltet und a.U. 148 auf
weitere Jahre gepachtet werden.
In all den Jahrungen hat sich eine Reihe Sassen tatkräftig um unsere Burg verdient gemacht - dar-
unter als Burgvogt und Oberschlaraffe weiland Rt Brenntono sowie derzeit Rt Hertzlich. Unter den
sieben Freunden des Beginns, die bis a.U. 124 schon ihren Ritt gen Ahalla antreten mussten, war
auch Rt T-horaz-i-kuss, der Geburtshelfer der Porta. Denn als der jungen Colonie das Aus drohte,
stellte er die Verbindung zur von nun an „neuen” Mutter Berolina her. Ihr sowie den „weiteren”
Müttern, Aquisgranum und Castellum Novaesium, sind wir daher intensiv verbunden.
Für unser Vademecum hat Rt Philofix trefflich eine Genealogie gefechst, die den merkwürdigen
Stammbaum dieses im Uhuversum einmaligen „A-B-C-Reyches” erläutert.
Als besonderen Reychsausritt erwähnen wir den gen die hohen Reyche Erforda und Geraha a.U. 137,
mit dem wir in den Jahrungen nach der Wende einen kleinen Beitrag zur Wiederbelebung Allschla-
raffias in den neuen Bundesländern leisten wollten. Unser weiland Oberschlaraffe Rt Scara-Pillus
organisierte diesen Ritt noch vom Krankenbett aus. Er, wie andere künstlerisch tätige Sassen unse-
res Reyches, nutzten und nutzen unser Spiel, um in der Burg ob der Rur den Freunden ihre Werke zu
präsentieren, so Rt Flö-Tastro, Rt S-poet-terix und Rt Tif(t)Fany. Öffentlich präsentierten in der Stadt-
bücherei Düren ihre Ausstellungen: 1995 Rt Scara-Pillus „Kunst und Technik der Intarsie, Bilder und
Gegenstände”, 1997 Rt Bras-a-fro(h) Fotos „Köpfe und Gesichter Afrikas” und insbesondere 1993
weiland Rt Saeg-etorix „Bilder vom Wegesrand zwischen Aken (Elbe) und Aran (Eire)” sowie den
„Ungezogenen Kaktus”. Dessen Gedichte und Aquarelle gaben den Anstoß für das gleichnamige
Turney in der Porta.
Seit a.U. 124 mussten wir die EZ Rt Don Papelo und Rt Cellofex gen Ahalla ziehen lassen, so dass
von den EZ nur noch Rt Schnauze unter uns weilt, dem es aber leider nur noch selten vergönnt ist,
mit uns sippen zu können. Ziehen lassen mussten wir auch weitere 23 Sassen und 8 Ehrenritter.
So zählt das Reych zurzeit 34 Sassen inklusive unserer stattlichen Junkertafel. Sie gewann im Wett-
streit mit der Junkertafel der hohen Herbipolis am 14.4. a.U. 148 in der Gemarkung des h. Reych
Confluentia das Turney um den Firlefanzhumpen. Seither darf sie sich stolz „beste Junkertafel des
Uhuversums” nennen. Der Humpen - gestiftet vom langjährigen Junkermeister unseres Reyches,
wld Rt Firlefanz der Versatile - ist zu weiterem Spiel zurückgekehrt an seinen Ursprungsort.
Rt Firlefanz wusste um die befreiende Wirkung unseres Spiels, er hat seine tiefen Gedanken zum
Wesen unseres Bundes in seiner lesenswerten kleinen Schrift „Über den tieferen Sinn des schla-
raffischen Spiels” niedergelegt. Teil dieses Spiels ist auch der Ausritt zu Freunden im Uhuversum,
und so ist die Porta mit ihrem oft großen Fähnlein in den rheinischen Sprengeln als ausrittsfreudig
bekannt. Ebenso erfreuen uns zahlreiche Freunde aus den Weiten des Uhuversums mit ihren Ein-
ritten. Unsere kleine Burg bietet dem güldenen Ball den rechten Rahmen, sich in entspannter und
herzlicher Atmosphäre fürtrefflich zu bewegen. Das unüberhörbare rheinische Idiom gibt uns unter
den Stämmen Allschlaraffias eine unverwechselbare Note. Mit vorwiegend nichtprofessionellen -
aber nicht minder engagierten - Kunstliebhabern unter Rittern, Junkern und Knappen entwickeln
wir uns zu einem recht musikalischen Reych, das sich zum Sippungsschluss selbstbewusst-ironisch
gern als „Berolinas ganzer Stolz” verabschiedet.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
368 An der Weinstrasse
Wir bereiten derzeit die 40-Jahr-Feier unseres Reyches im Frühjahr 150 vor und blicken mit Stolz
auf die letzten 25 Jahrungen unserer Geschichte zurück. So illuster wie die Gründungsfeier unseres
Reyches (einschließlich eigenem Reychsballett) im Windmond a.U. 110 im Grossen Kursaal Bad
Dürkheim, dem ehemaligen Schloss der Leininger Grafen, war, hat sich die Weinstrasse auch seit
124 dem gesamten Uhuversum dargestellt.
Absoluter Höhepunkt in der Geschichte unseres Reyches war die neue eigene Letheburg in einem
über 200 Jahre alten Kellergewölbe mitten in der profanen lethefrohen Kurstadt Bad Dürkheim in
unserer herrlichen Landschaft am Rande des Pfälzer Waldes, der Toskana Deutschlands. Unsere
neue Letheburg, ein Juwel in der Krone Schlaraffias, ist eine enorme Gemeinschaftsleistung aller un-
serer stets engagierten Sassen und ebenso vieler uns begleitender Recken aus dem Uhuversum.
Aufgrund vieler Aktivitäten unserer Sassenschaft hat die Weinstrasse einen klangvollen Namen und
auch viele Freundschaften in aller Welt geschlossen. Erinnert wird an den Gemeinschaftsritt zur
Praga-Gedenksippung am 2.11. a.U. 135 nach Prag sowie an zahlreiche andere Reychsausritte: Be-
rolina, Cambodunum, Imma Allgoviae, viele Austria Reyche und hier vor allem Vindobona, zu der
besonders gute Verbindungen bestehen.
Fulminante Höhepunkte waren die 20-Jahr-Feier mit dem Fanfarenzug der Monachia im Kurhaus
und die 25-Jahr-Feier in der Salierhalle in unserer profanen Stadt.
„Der fünfte Kontinent ist nicht mehr uhufinster”. Diese Botschaft hat ASR Van der Goschen bei der
von unserem Reych ausgestalteten festlichen Coloniefeier in Perth (Westaustralien) am 8.7. a.U. 139
verkündet. Unser damals 30-jähriges Reych wurde Mutter. Es war eine schöne Aufgabe, den fünften
Kontinent aus der Uhufinsternis zu holen aber auch Verpflichtung für uns, eine gute Mutter auf die
weite Distanz zu sein.
Bei der Sanktionsfeier, drei Jahre später, war ein gar stattliches Fähnlein derer An der Weinstrasse in
der Pertha Australika (4.000 km westlich von Sidney) eingeritten um die schlaraffischen Ideale und
das schlaraffische Spiel in die Tat umzusetzen. Die Mutterfreuden wurden auf dem weltbekannten
Dürkheimer Wurstmarkt, nach einer Wurstmarktsippung durch ASR Comet initiiert.
In den Jahren über die berichtet wird, ist auch die Erkürung eines Ehrenschlaraffen erfolgt: Prof.
Otto Dill, sechster Ehrenbürger Bad Dürkheims und berühmter Löwenmaler wurde zur 120. Wie-
derkehr seines Geburtstages zum Ehrenschlaraffen „Dillerich der Löwenmaler” in einer festlichen
Matinée in unserer Letheburg erkürt. Profane Freunde hatten Originale von Dill zur Verfügung ge-
stellt um den Rahmen würdig zu gestalten. Die guten Beziehungen des Reyches zur profanen Stadt
haben so entsprechende Dienste geleistet.
Nachwuchssorgen haben wir nicht. Unsere Junkertafel besteht derzeit aus zehn Sassen, die zu
Beginn dieser Winterung mit mittlerweile drei weiteren Jungrittern in einer fulminanten Gemein-
schaftsfechsung in der Wormatia die Junkertafelfehde versus Aula Regia siegreich ausgetragen ha-
ben.
Aus dem lethefrohen und herzlichen Reych ist in den letzten Jahren noch ein besonders musikali-
sches geworden. Darauf sind wir stolz und dankbar.
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