136 Budissa
Ein Schmierbuch, angelegt durch den Rt Ruck-Zuck am 24.6. a. U. 85 (1944), bildet den Auftakt für
das Wiedererstehen der Budissa. In diesem Schmierbuch sind im Jahre 1944 drei Sippungen und
die Namen von 10 Getreuen verzeichnet. Ab 5.1. a.U. 88 kommen noch 7 „Überlebende” regelmäßig
(etwa achtmal im Jahr) zusammen, ihre Zahl nimmt aber im Laufe der Jahre ab. A.U. 101 übernimmt
Rt Ruck-Zuck die Führung des Reyches, bis er schließlich ganz allein übrig bleibt. Aber er gibt nicht
auf, lädt Freunde von auswärts ein, mit denen er in seinem festlich hergerichteten zahnärztlichen
Behandlungszimmer sippt. Zum 75. Stiftungsfest am Pfingstsonnabend a.U. 114 reiten erstmals
Freunde von jenseits der innerdeutschen Grenze ein. Von Ruck-Zuck als „Letzte Sippung der Budis-
sa” geplant, bedeutet diese Festsippung durch das Erscheinen eines Pilgers und dessen spontane
Knappenaufnahme nicht ein Ende, sondern das Fortleben der Budissa. Etwas später kann Rt Ruck-
Zuck noch einen Knappen für die Budissa gewinnen. Nach Ruck-Zucks Ahallaritt a.U. 119 bleiben
der Jk Gerhard und der Kn 75 allein. Sie stellen sich unter den Schutz des Castrum Plaviense, wo
in der gleichen Jahrung der Jk Gerhard zum Rt Fugenbold der Budissa geschlagen wird. Somit gab
es in der Budissa keine Winterung ohne einen Ritter. Stellvertretend durch das Castrum Plaviense
erfolgen später auch die Junkererhebung und der Ritterschlag für KarUHUso sowie zwei Knappen-
aufnahmen. Den Ritterschlag für Castellofex celebriert die Castrum Plaviense in einer Sippung in
der Budissa. Als Sippungsstätte diente von a.U. 121-131 die Heimburg des Rt Fugenbold. Hier feierte
man auch a.U. 129 das 90. Stiftungsfest. Die „Wende” ermöglicht nach 45 Jahrungen wieder freies
Sippen und die ersten Ausritte der 4 Sassen . Die von der Orgelbaufirma Eule großzügig angebo-
tene Nutzung ihres Speiseraumes ermöglicht der Budissa ab a.U. 134 ein regelmäßiges Sippen
jeweils am letzten Samstag des Monats und schafft auch günstige Voraussetzungen für kleinere
Reychseinritte. A.U. 136 erfolgt ein dreifacher Ritterschlag und ein weiterer kommt a.U. 137 beim
98. Stiftungsfest, bei dem Thronsessel, Reichsschwert und der wertvolle AHA-Humpen der alten
Budissa nach 59 Jahren des Verschollenseins aus Kiel wieder heimkehren, hinzu. A.U. 137 findet das
Reych in der Ortenvorburg ein neues Domizil für die Sippungen. A.U. 139 begeht das inzwischen
auf 10 Sassen angewachsene Reych sein 100. Stiftungsfest: 154 eingerittene Freunde und ihre Burg-
frauen erleben die Festsippung. Die Grüße des ASR überbringt Rt Ajour (165). Seit a.U. 136 gibt
es jährlich einen Herbstausritt der Sassen. „Kurz”-Ausritte gen Dresa florentis und in unsere ca.
200 km entfernten anderen Nachbarreyche kamen noch dazu. Einen besonderen Anziehungspunkt
der Budissa bildet die „Sächsische Freundschafts-Sippung”, die alljährlich am letzten Samstag im
Herbstmond die Winterung in Lulusatien eröffnet, bei der jeweils eines erloschenen sächsischen
Reyches gedacht wird. Im Sinne dieser Tradition verwahrt Budissa auch den Nachlass des Reyches
Castellum Misniense (192), die Plastolinus-Chronik, Fotos, Helme, Ahnen, Fechsungslisten, Zeich-
nungen der Rtt Plastolinus, Conterfey, Graupenstrom und anderer. 60 Jahrungen nach Anlage des
Schmierbuches, davon 45 Jahrungen des Sippens im Verborgenen, ging der Wunsch der Budissa,
wieder im Bund Allschlaraffia aufgenommen zu werden, in Erfüllung. In einer erhebenden Festsip-
pung am 30.10. a.U. 145 celebrierten ASR Van der Goschen, Rt Don Miguel und Rt Salomon im
Beisein von 153 eingerittenen Freunden die feierliche Wiederaufnahme der Budissa als letztes der
acht Reyche im Osten Deutschlands. Wie eh und je glänzt die goldene Wetterfahne mit dem Uhu,
die die Sassen der Budissa a.U. 44 auf die Spitze ihres alten Schlaraffenturmes – hier befand sich
bis a.U. 78 (1937) ihre Burg – setzten. Noch immer dreht sie sich den über die große Spreebrücke
einreitenden Freunden entgegen und kündet von Schlaraffia in den Gauen Lulusatiens.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
139 Castrum Majense
Wichtiges, Freudiges und auch Betrübliches hat sich in den letzten 25 Jahren ereignet und ist im
Strom der Zeit heiter und ernst im klaren Wasser dahingeflossen. So konnten und durften wir diese
25 Jahre in der innigen Dreifaltigkeit von Kunst, Humor und Freundschaft erleben und gestalten.
Die eigene Burg war seit ihrem Entstehen ein beliebter Anziehungspunkt für Freunde aus fernen
Gauen, wie z.B. dem Ritt vom Inn zur Etsch (Scardinga), den Einritt der „4er Bande” (Stutgardia)
oder den Storchenreitern. Mit dem Beginn von Ausritten, an denen alle fünf Tiroler Reyche teilnah-
men, konnte der Grundstock für ein starkes Zusammenwachsen und innige Freundschaft unter
diesen Reychen gelegt, vertieft und gefestigt werden. Kuriosität dabei war die Sippung des Castrum
Majense im profanen Poggibonsi anlässlich des Ausrittes in die Toskana. Beredtes Beispiel des
starken Zusammenhaltes in Tirol ist die hohe Anzahl von gegenseitigen Besuchen bei Sippungen
und die gewachsene Freundschaft unter vielen Sassen dieser Reyche. Trefflicher Anlass für Einrit-
te in unser Reych sind Themensippungen wie „Törgglen”, „Jager und Fischer”, „Sepplsippung”,
„beleidigte Leberwürst und Blunzen” und neuerdings die „Kuttel-Muttel-Sippung” mit ihrem wahr-
lich gelebten Chaos. Leider mussten die beliebten OsterKrystallinen auf der Hochmut auf 1.400 m
Höhe nach fast drei Jahrzehnten aufgegeben werden. Ein Fixstern im Ablauf jeder Winterung ist und
bleibt die Sippung der Cohorte des Castrum Majense, bei dem die vielen treuen Freunde aus dem
Uhuversum in die Majaburg strömen. Großartige Sippungen wurden als rauschende Feste gefeiert:
Die legendäre Reychsfehde zwischen den Reychen Am Werdenfels und Oenipontana (a.U. 126), die
Helvetische Freundschaftssippung in den Gewölben der Algunder Kellerei (a.U. 129), die gar lethe-
frohe 2.000 Sippung (a.U. 131) und die freudige, bunte und berühmte Einjahrhundert-Feier am 10.4.
a.U. 140 im stilvollen Jugendstil-Rahmen des Meraner Kurhauses, umkränzt von den blühenden
Äpfelgärten des Burggrafenamtes. An die 800 Personen, Sassen und Troß aus aller Herren Länder,
vor allem aber aus dem von uns so verehrten Helveticum, erlebten ein rauschendes Fest mit einer
Folge von unübertrefflichen, bestens abgestimmten Fechsungen. Das Sahnehäubchen war zwei-
fellos der Auftritt der Ritter des Castrum Majense, jeder mit einem Strauß roter Rosen, die an die
liebreizenden Damen unter dem Klang „schenkt man sich Rosen in Tirol” verteilt wurden. Auch das
Gastspiel des Allschlaraffischen Symphonie Orchesters a.U. 143 begeisterte die Sassen des Cast-
rum wie auch jene der lieben Schwester Pons Drusi, das in einer romantischen Krystalline ausklang.
Höchste Ehre widerfuhr dem Castrum Majense durch die Organisation der 105. Versammlung des
ASR und dem Einritt aller 14 Räte in beide Südtiroler Reyche. Möglich war dies, weil der Helvetische
LV unseren Rt Fuchtl als ersten Südtiroler Sassen zum Vertreter in den ASR gewählt hatte, was die
hohe Wertschätzung des LV für die beiden Reyche im profanen Italien bestens dokumentiert. Leider
sind auch betrübliche Tatsachen festzuhalten, wie der Verlust beliebter und wohlbekannter Sassen:
A.U. 133 trat Rt Jazz-an-bandler, Letzter des Vorkriegs Castrum Majense, Großkristallträger (5a),
unübertroffener Oberschlaraffe, begnadeter Maler und humorvoller Freund den Ritt gen Ahalla an.
Ihm folgten Sassen wie der Rt Rundum, Fechser der wunderbaren Ritterwappen, der „eiserne” ErbK
Rt Toll-er-rannt, ErbO Rt History-Kuss, unser „Majaburg-Finder” Rt Glacè, das Tiroler Urgestein Rt
Schipp-Schipp und mancher andere Freund, deren wir anlässlich der Ahalla-Feier jährlich in freu-
diger Erinnerung gedenken. Rt Jazz wurde a.U. 148 zum Ehrenschlar
[… Fortsetzung im Originalband]