Vitudurum

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 397 — Vitudurum. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

397 Vitudurum
Anfang und Ende der Berichtsperiode für den 4. Band der Allschlaraffischen Chronik sind für Schla-
raffia Vitudurum von bedeutungsvollen Höhepunkten geprägt.
Am 26.2. a.U. 124 durfte das Mutterreych Turicensis das damalige Feldlager Vitudurum in einer
würdigen Gründungsfeier in den Coloniestand erheben. Dies ermöglichte es dem jungen Uhunest
bereits, einen Legaten an das zu Berolina stattfindende Concil zu entsenden, allerdings noch ohne
Stimmrecht.
Am 2.3. a.U. 125 folgte mit der von ASR Rt Raetus (153) vollzogenen, von rund 300 Gastrecken
begleiteten Reychssanktionierung im zur Festburg erkürten Hotel Römertor zu Oberwinterthur ein
weiterer Höhepunkt. Das junge Reych zählte bereits 31 zumeist außerordentlich ausrittsfreudige
Sassen.
Von Anfang an war das Reych Barcinonensia das Ziel eines jährlichen Ausritts für einige Vitudurum-
Sassen. Der erste solcherartige Ausritt führte dann gleich zu einer Reychsfehde, welche dadurch
hervorgerufen wurde, dass die sich noch im Lerneifer eher zurückhaltenden Vitudurum-Sassen den
Vorwurf des Barcinonesia-Throns, sie seien Schlafkappen, nicht gefallen liessen.
Am 23.3. a.U. 127 endet die blutige Fehde auf dem in Freundschaft zur Verfügung gestellten Schlacht-
feld zu Heylbronnen mit einem Sieg der Vituduren, wodurch deren Weiterbestehen fürs erste ge-
sichert war. A.U. 126 installierte die Vitudurum den 1. Schlossherren-Convent, ein Ritterspiel, das
den die Stadt Winterthur umgebenden, prachtvollen Schlössern aus der Kyburger-Zeit gewidmet ist.
Jährlich findet dieser Convent zu Martini statt und war von allem Anfang an der Sippungshöhepunkt
der jeweiligen Winterung.
Am 24.10. a.U. 128 durfte das noch junge Reych erstmals eine Helvetische Freundschaftssippung
austragen und gleichzeitig die Legaten des Helvetischen Landesverbandes beherbergen. Im Lethe-
mond a.U. 129 führte ein Ausritt eine große Schar Sassen in die Gemarkungen von ES Parsifal. Ein
trauriges Ereignis überschattete die erstmalige Verleihung des Großursippenordens im Reych. Am
3.10. a.U. 131 freute sich eine große Gästeschar, dass Patriarch Fürst Primas, der erste Musikus des
Reychs, diese hohe Auszeichnung erhalten sollte.
Kurz nach der Verleihung, noch während des darauf folgenden Liebesmahles, sattelte Rt Primas in
der Burg sein Rösslein zum Ritt gen Ahalla. Dagegen war es für die Vitudurum eine große Freude,
als am 24.4. a.U. 134 wiederum ASR und Ehrenritter Raetus dem Reych den AHA-Orden überreichen
durfte.
Der lokale Schriftsteller Jakob Christoph Heer (1859-1925), bekannt durch seine Werke „König der
Bernina” oder „An heiligen Wassern”, wurde durch die Vitudurum zum Ehrenschlaraffen „Joggeli”
gekürt. Zu seiner Ehrung findet jährlich eine Joggeli-Sippung statt. Gegen Ende der Berichtsperiode
öffnete sich für die Vitudurum ein neuerlicher Höhepunkt, indem das Reych a.U. 146 den Vorsitz
im Helvetischen Landesverband übernehmen durfte und mit Rt Goldschild den Vorsitzenden des
Landesverbandes, den sogenannten Landesvater, stellen durfte. A.U. 147 wurde dann in der Folge
sein Stellvertreter Rt Logo-viel von den Legaten des LVH zum Mitglied des ASR gewählt.
An der wiederum zu Vitudurum stattfindenden Helvetischen Freundschaftssippung, verbunden mit
dem 25. Stiftungsfest, wird die Vitudurum zum Abschluss der Berichtsperiode den Vorsitz im LVH
an das Reych Berna (70) übergeben.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
398 Sugambria
Uhufinsternis entlang des rechten Rheinufers zwischen Düsseldorf und Limburg sowie die Tatsa-
che, dass viele Schlaraffen profan einen Wohnsitz in der Umgebung der Benediktiner Abtei gefun-
den hatten, waren Anlass, dem Uhu eine neue Heimstätte in der Geburtsstadt des Komponisten
Engelbert Humperdinck (ES Spielmann) und Kreisstadt Siegburg zu schaffen. Für diese Idee warb
bereits a.U. 117 der Rt Homer, K des h. Reyches Castrum Bonnense, mit großer Beharrlichkeit. Dem
Urheber der Idee sowie den künftigen Gründungsrittern qbi (54), Laternus (193) und Balachso-laut
(384) gelang es mit unermüdlicher Überzeugungs- und Tatkraft sowie unerschütterlichem Opti-
mismus allmählich 15 Ritter aus 12 Reychen und 5 Profane zu einem stattlichen Stammtisch zu
vereinen. Am 2.3. a.U. 120 erklärt das Florestanreych sein Einverständnis, die junge Gemeinschaft
fürderhin zu betreuen. Der ASR genehmigt die Bildung eines Feldlagers in Siegburg am 9.5. a.U.
122. Das Uhunest erhält einen Namen aus der rheinischen Geschichte. Da die Gemarkungen des
künftigen Reyches mit dem Siedlungsgebiet des vor 2000 Jahren dort lebenden Germanenstammes
„Sugambrer” weitgehend identisch ist, kommt eine Einigung auf den Namen „Sugambria” schnell
zustande. Am 28.4. a.U. 125 celebriert das Mutterreych Castrum Bonnense gar feierlich die Colo-
nieerhebung . Bereits 18 Monde später – am 26.10. a.U. 126 – vollzieht ASR Rt Arborelli (339) den
Sanktionsakt im Ratsaal von Sankt Augustin. 300 Recken mit ihren Burgfrauen aus 70 Reychen und
einigen Colonien jubeln den 38 Sassen in ihren blau-gelb-roten Rüstungen zu.
Viele Sippungen werden nun den Ehrenschlaraffen Allschlaraffias, der Traditionspflege sowie non-
chalanter Geselligkeit und herzlicher Gastfreundschaft gewidmet. Der Schalk stand Pate bei der
Erkürung des ES Anonymus, des bislang unbekannten und genialen Schöpfers unzähliger Werke
aller Kunstrichtungen und entfernter Vorfahre des Otto Bögeholz. Mit der Wahl des ES Karlchen
Grips – Kurt Tucholsky –, dem geistreichen und mutigen Zeitkritiker der 20er Jahre, wurde eine
Brücke in die neuere Zeit geschlagen.
Die Musikalität des Reyches kommt symbolisch zum Ausdruck im Namen des Domizils „Spiel-
mannsburg” und offenbart sich in jährlichen Turneys um den Musifroh-Humpen mit dem Thema
„Evergreens”, der Komposition eigener Klänge zur Begrüßung der Gastrecken, als Bettelklang oder
aus Anlass des regelmäßig abgehaltenen Thing, das zu Ehren des tapferen Sugambrer-Fürsten Sigi
veranstaltet wird. Der von Rt Artimus wieder gefundene Nachfahre, Siggi der Sugambrersproß ruft
alle 2 Jahre die Recken zum Wettstreit um das Goldene Met-Horn. Die Sugratussy, eine von Rt
Don Migrando entdeckte Dichterin, die erstmals Stab-und Endreim miteinander verband, trägt zu
diesem Geschehen Verse über sugambrisches Stammesleben bei. Die Sassen sind stolz auf die Rtt
Bedacht, I-Jazz, Schah-Mula, Scribél und Ehenergie, die nunmehr auf eine 40jährige Zugehörigkeit
zu Allschlaraffia in verschiedenen Reychen zurückblicken können. Noch zu Beginn der Reychsgrün-
dung wurden Kontakte zu den im Verborgenen sippenden Ostreychen geknüpft, die bis heute Be-
stand haben. Der aus den Wirren des Zeitgeschehens gerettete Nachlass der erloschenen Ysenaha
(243), mit dem vor Kurzem restaurierten Banner, bildet den Grundstock der von ErbO Rt Bedacht
bislang organisierten 20 Wartburgritter-Sippungen, die auch das Gedenken an die erloschenen Rey-
che ostwärts des Elbestroms einschließen. Sichtbare Zeichen dieser Reyche lassen sich u.a. in der
Stiftung „Willekum im Uhuversum” unseres Rt Malphistor sowie der Ahnen-und Ordenssammlung
des Rt Immens bewundern. Der Titul „in memoriam Wartburg” belegt das Erinnern an Vergange-
nes, dem sich die Sassen verpflichtet fühlen, ohne jedoch mit dem Blick in die Zukunft, die Pflege
des köstlichen Gutes Schlaraffentum zu vernachlässigen.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 482-483