den tragenden Gedanken der Festrede von Hkt.
Sohn d. ehern. Hkt.
Parepa (Walther Pfeiffer), der seit a. u. 91 (1950) die Geschicke des Reyches
leitet und dem seit Jahrungen die Hkten. KOYlYlex und Epi zur Seite stehen.
Inzwischen ist das erste Jahrzehnt seit dem Wiederaufbau des Reyches über
schritten und das neunte seit der Reychsgründung steht bevor. Erschüttert be
trauert das Reych den seit der Wiedererrichtung zu beklagenden Ahallaritt
von 8 Sassen und 2 Ehrenrittern. Freudig gedenkt es zugleich der 5 Großur
sippen, des ehemal. Metisritters Eb.-O. Fürst Waldvogel (Richard Feter) ob
seiner 50jährigen Zugehörigkeit sowie der R. R. Fal1rab, Dr. Bosco, Krampus
und Para bei Erreichung des 80. Lebensjahres und der 20 Ursippen, die den
schlaraffischen Gedanken bis in die Gegenwart getragen haben.
Nr. 24 V I N D 0 BON A (Wien)
gegründet 2. 12. a. u. USO (1880)
Die Geschichte des Reyches Vindobona ist für im
merwährende Zeiten mit dem Namen des Urschlaraffen
und Ehrenschlaraffen Allschlaraffias Grafen WeYldeli11
von Höllef1steil1, genannt das Tausel1dgvlldenhraut, ver
bunden. Die Burg trägt den Namen "Höllensteinveste"
und als kostbarste Reliquie wird Höllensteins Helm im
Archiv des Reyches aufbewahrt, um beim feyerlichen
Ritterschlag das
des fungierenden Oberschlaraf
fen zu zieren. Wie durch ein Wunder war dieser Helm
in der verworrenen, uhufinsteren Zeit erhalten geblieben und das Reych mißt
ihm symbolische Bedeutung zu.
Der Träger dieses Helmes und Gründer des Reyches, Graf WeHdeliH VOll
HölleHsteiH (Konrad Adolf Hallel15tein) wurde am 15. Jänner 1835 als Sohn
des Regisseurs und Possendichters E. X. A. Hallenstein in Frankfurt a. M.
geboren. Nach absolvierten Studien widmete er sich dem Kaufmannsstande,
aber sein Geist und Herz gehörten dem Theater und den Dichtungen der deut
schen Klassiker. Der preußische Hofschauspieler Hendrich riet ihm die Schau
spielerlaufbahn zu betreten, und am 5. Dezember 1854 debütierte Höllenstein
in Frankfurt a. M. als Raoul in der ,Jungfrau VOll Orleans". Es folgte eine
lustige Wanderfahrt bis zu seinem Engagement am deutschen Theater in
(im Jahre 18
Am 10. Oktober 1859 stand HölleHsteii1 in der vordersten
Reihe der Gründer der Schlaraffia. Pragas Altkantzellar, Ulridt VOll Huttel1,
rühmt Höllcnsteil1S "echt ritterlich Wesen", seinen Humor und die Schlagfertig
keit, sowie seine glühende Liebe und die Hingcbung für das Wohl des Reyches.
Ob seiner Tugenden wurde Höl1el1steiH am 5. Lethemond a. u. J 561 auf
Thron erhoben. Im profanen Jahre 1871 wurde HölleJ1steil1 an das k. k. Hof
burgtheater in Wien bereIfen.
In Wien knüpfte Höllenstein neue Verbindungen an und trat 1872 dem
Verein Grüne Insel" bei, woselbst er den Namen ,,Iiöllei1steiH der Sdtlaraffe"
n
führte. Die "Grüne Insel" stand im regen Verkehr mit Praga, war ihr jedoch
-
422
nicht angeschlossen. Bis zur Gründung der Vindobona war es jedoch noch weit,
weil Hölleflsteirt erst einen Kern von Schlaraffen finden wollte, auf die er sich
verlassen konnte. Mitte 1580 kam R. Narcissus Gerr,1anicus
Deutsch), Ez.
der h. Bruna, naeh Wien, und bald darauf trafen auch R. Lazarus (J. 1. Lieb
hardt) der h. Grazia, sowie R. KMtleborn (W. Horwitz) der h. Bruna in Wien
ein. R. Nal'cissus erstattete nun R. Höllenstein, als dem Botschafter der h. Praga
die Meldung, daß sich im profanen Wien genug Schlaraffen
um ein
ReyCh gründen zu können. Naeh langen Vorbereitungen wurde eine Urliste
von sechs ErzsChlaraffen zusammengestellt. Hierzu kamen noch zwei Ritter der
"Grünen Insel" und fünf Profane.
Am 2. Christmond 1580 fand die konstituierende Versammlung statt und
Höllertstein meldete der Mutter Fraga, daß am 5. Januar 1581 das "hiesige
ReyCh offiziell eröffnet werde". Bis zu diesem
wurden noch ein
Sasse der h. Grazia, vier Ritter der "Grünen Insel", drei Mitglieder der "Aha
Kegel-Gesellschaft" sowie 21 Profane aufgenommen. Bezeiehnend ist, daß
unter den 42 ErzsChlaraffen 16 Sdmuspieler und
sowie zwei
Kapellmeister waren, d. h. fast 43 Prozent des Gesamtstandes. In den nächsten
2j fahren verringerte sich der hohe Prozentsatz dieser
auf rund
20 Prozent, betrug jedoch immerhin ein Fünftel des
ReyChes.
In der zweiten Jahrung seit der Gründung des
traf am
der
26. Sippung (am 8. Dezember 1882) die Stadt Wien das entsetzliche Unglück
des Ringtheaterbrandes. Um das nun
Elend vieler Berufsgenossen zu
mildern, wurde die Veranstaltung einer Matinee beschlossen und eine außer
ordentliche Sippung Hir den 10. Christmond einberufen. Zu derselben wurde
auch der Herausgeber des "III. Wiener Extrablattes",
Spiegl, eingeladen,
und somit ist dieser Tag ein weiteres historisches Datum in der Geschichte
Vindobonas, denn Edgar Spiegl ist jener Mann, der als "Comite das Reydls
hindU später das Erbe Höllensteirts übernahm und
zu den verdientesten Recken nicht nur Vindobonas,
sondern auch AllsChlaraffias gehört. Die
Vorstellung, welche mit einem von R.
der gesd1wollenel1 Lyra (Ludwig
dichteten Prolog eröffnet wurde und der
jungvermählte Kronprinz Rudolf mit seiner
mahlin, sowie die Erzherzöge Kar]
und
Ludwig Viktor beiwohnten, machte,
von
dem beträChtliehen materiellen Ergebnis, Vindobona
mit einem Schlage bekannt und berühmt.
Nun folgte unter der nie erlahmenden Führung
Sr. Hkt. HölleHsteiH eine Reihe von herrlidlen
Sippungen. Das ReyCh wuchs immer mehr und hatte
innige Freundschaftsbande mit den SChwesterreyChen
angeknüpft. Zahlreiche Einritte bekundeten die Ver
bundenheit mit dem ganzen Uhuversum: Dies be
weisen z. B. der Kontakt mit dem
"Canisa",
welches in den älteren Stammrollen nur in einer
Fußnote erwähnt wird, sowie die
eines
423
Botschafters (R. WulleJ1weber -
Praga) in der "Lutetia Parisiorum" (Paris).
Die erste Burg, "die Silberburg" , befand sich im alten Musikvereinsgebäude.
Bis a. u. 29/30 (1888/89) regierte Erboberschlaraffe d. Ä. HölleHsteiH und ihm
folgte dann Erboberschlaraffe d. Ä. COI11ite das Reydtsl?iHd, welcher jedodl
bereits seit a. u. 25126 (1884/85') als Oberschlaraffe d. K. und d. 1. den Thron
zierte. HölleHsfeiH mußte infolge schwerer Bresthaftigkeit auf den Thron ver
zichten und trat am 28. Herbstmond 15'92 den Ritt gen Ahalla an. Nadl einer
ergreifenden T otenfeyer der Vindobona, gemeinsam mit den Mitgliedern des
Hofburgtheaters, wurde er am 30. Herbstmond 15'92 in Wien auf dem Matz
leinsdorfer Friedhof bestattet.
In den ersten 25' J ahrungen wurden in Vindobona 423 Schlaraffen immatri
kuliert (darunter jedoch nur 175' autochtone Vindobonenser), und am Ende der
Jahrung 45/46 (1904/05) zählte Vindobona 181 Sassen. Dank der innigen
Zusammenarbeit S. V. Bamabas der h. Allmutter und Hkt. Comite fand am
22. Herbstmond 15'95 in Wien die konstituierende Versammlung des Verbandes
"Allschlaraffia" statt, und am 25: Christmond desselben Jahres erfolgte die
behördliche Bestätigung des Verbandes.
Nach gründlicher Vorbereitung fand in der Zeit vom 2. bis 6. Ostermond
a. u. 39 (1898) in Vindobona das V. Allschlaraffische Consil statt. Die Fest
sippung im Sophiensaale, welche 5' 56 Sassen von 91 Reychen versammelte, war
wohl der Höhepunkt einer Reihe von glänzenden Tagen, und Hkt. Barbarossa
der h. Praga nannte sie einen überirdischen Traum, wie er sidl nicht schöner
denken lasse. Dasselbe gilt auch für das VII. ConeH a. u. 50 (1909).
Die nächsten Jahre brachten eine Unzahl VOll herzerhebenden Momenten,
jedoch auch viel Leid, da so mancher Sasse durch seinen Ahallaritt für immer
dem Reyche entrissen wurde. In der für das Reych überaus wichtigen Konti
nuität des Thrones ließ sich jedoch stets Erfreuliches feststellen. Vindobon<l
besaß immer, glänzende Regenten. Nach HölleHsteiJ1 folgte Hkt. CO!llite.
Diesem stand zur Seite Straudtei1 VOH Salmialzgeist (Dr. Wolff.Eppinger), der
Lehrmeister S. Hkt. GsaHgl vom und zrm1 HerZe11 (Kar! Ertl) , bei dem wieder
Kkt. Hofrat der Zeittmgssdttttierer CL. Heiny) in der Lehre war. Über den
Letztgenannten stand durch viele Jahre der unvergeßliche Hum der Sdtladtten
sdtwal1lt1ieler (FML. M. Hoen). Weiter überschnitten sich immer wieder die
Re
[… Fortsetzung im Originalband]