Styria

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 32 — Styria (Steyr (Oberösterreich)). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

Nr. 32
S T Y R ! A
(Steyr, Ob.~Österreich)
gegründet 10. 10. a, U. 22 (18S1)
Im Reychsarchiv befinden sich die urschriftlichen Pro­
tokolle der cEten vier Sippungen; sie geben Zeugnis
VOll der
Styrias. R.
der Wilde
Krones) hat als Erster Uhus Lehre im pro­
verkündet und in Kürze eine Schar be­
gefunden. Er war zu Beginn der
Theatel'saison 1881/82 (a. u. 22/23) aus Laibach nach
~'''''V'.'''''.\OH. Ein Jahr zuvor hatte er sich in Lai·
bach
Gründung des hohen Reyches Emona
(Nr. 1S) hervorragend beteiligt
und 1.
So wurde die
h. Emona durch R.
Wirken Styrias Mutterreych. Leider muß schmerz~
lieh vermerkt werden, daß sich das Mutterreyeh bereits in
Jahrung 1586/87
Ca. u. 27/28) sang· und klanglos auflöste. -
Erst zwei
später er­
stand in Laibach als l1SU~S Uhunest die hohe Aemona (Reych Nr. 154).
R.
ward also der Gründer Styrias. Die erste Sippung fand am
11. Lethemond 15 S 1 im Hotel
Burg Eislmeieria, statt. Bereits am
3. Windmond erfolgte die
seitens der h. Allmutter. Als Erz·
schlaraffen sind zu nennen: Oberschlaraffe MercHl'itlS der SpadttelueHgst (Fer­
dinand Held), Obersdllaraffc Pocopiu, letzterer zugleid1 Kantzler. At1arsdlall
und Ceremonienmeister, PHw.pernickel der Weiberfeind (Emmerich Ternigg),
Junkermeister Fortepimio
~~lit der Partitur
Schatzmeister
Knieriew. der Nüd1terne (Julius Köstler), ferner die R. DomiHo von Doppel.
blass (Georg Hüttinger), DOM Jucm VOM Wels (Franz Molnar), Jod der Wattierre
von Hall (Albert Paulmann) und Peperl aus Egyptel1 (Al ex an der Calliano),
Hierzu gesellten sich noch 10 Junker und Knappen aus der heimischen
Profanei.
Am Ende der ersten
5'31/82 zählte das Reych 32 Sassen. Obwohl
fast alle Erzschlaraffen
das Reyc.1,. in der 2. Jahnmg wieder
verlassen hatten, hielt sich der Sassenstand in
Höhe, nur begegnen
uns viele neue Namen. Reychsgründer POCOpili war ebenfalls aus Styria aus·
und hatte sidl in der Linzia seßhaft gemadlt. 1587 Ca. u. 28) erkürte
zum Ehrenritter. Mit besonderem Prunke wurde am 15. 12. 15SB
Ca. lJ. 29) das Fest der 200.
in der Navisburg gefeyert. Ganz großes
Interesse fand das "Ringelstechen", ein geistiger Wettstreit der Junkertafel,
an dem sich 37 Junker und Knappen aus 21
beteiligten. Vier der
"Ja""""" Arbeiten erhielten den Siegerpreis, 26 das "Duellzeichen" . Zur
Erinnerung an die Reychsgründung wurde der 10. Jahrestag im Lethemond
15 91 festlich begangen.
In der Folgezeit mußte
um seinen Weiterbestand sdlVfer kämpfen.
Bis zur Jahrung 1598 natte sich der Sassenstand auf 11 verringert. Es bestand
keine feste Burg mehr. Nur dem Ausharren einer kleiner Schar war es zu
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danken. daß sich wieder neues schlaraffisches Leben entwickelte und die ver­
lassene Burg bezogen werden konnte.
Die Feyer des 20. Stiftungs tages und der 500. Sippung konnte im Verein
mit dem Burgweihfest unter Beteiligung von fast 50 Recken aus 16 Reychen
am 8. 12. a. u. 41 (l900) glanzvoll begangen werden.
A. u. 47 (1906) mußte Styrias Kantzler Arrestides der NotenpfrÜl1dt1er
(Michael Wollinger) in das uhufinstere Stein a. d. Donau übersiedeln. Bald
hatte er ein stattliches Fähnlein beisammen, das sich am 25.2. a. u. 49 (1908)
zur Gründung einer Colonie in Krems entschloß. Die GfÜndungsfeyer fand
in Anwesenheit eines Legaten der h. Praga und der Hkten. Jambus der SaVift­
wiitl1ige CDr. Viktor Klotz) und Flurfex VOt1 der Trautel1aH CEmil Biebel) als
Vertreter des Mutterreyches Styria, sowie gar v:.der Recken am 14. 3. a. u 49
(1908) statt. Ende Ostermond a. u. 5'0 (1909) folgte die Sanktionsfeyer des
Reyches Kremisia Wachaviae mit großem Gepräge.
Sieben Wochen später war Vindobona das Ziel eines Fähnleins wackerer
Recken, an dessen Spitze Hkt. Jambus als Legat Styrias stand. Es galt dem
VII. Concil Vindobona-Praga und dem 50. Stiftungsfeste der hohen Allmutter
Pr aga.
Am 4. 11. a. u. 52 (1911) feyerte Styria das 30. Stiftungsfest in gar präch­
tigem Rahmen. Ein von Burgfrau Be/1zil1 verfaßtes Festspiel nSd11araffias
Mad1t" wurde im Beisein von Hkt. Fid1te der h. Praga zur Aufführung
gebracht.
Die innere Erstarkung des Reyches konnte auch der 1. Weltkrieg nicht
erschüttern und die feste gegenseitige Freundschaft nicht lockern. Klein wurde
zwar die Sassenschar, desto inniger aber der Zusammenschluß, geführt von den
beiden Oberschlaraffen WielaHd der EluE-eme (Ferd. Freihofner) außerdem
Perplex VOH Bleibtre.l (Friedrich Drahowsal), der in der Kriegszeit auch die
Kantzlerwürde iune hatte. Die Burg ging wie vor 20 Jahrungen verloren und
man zog am Sippungstage mit den Reychsinsignien von Gaststätte zu Gast­
stätte, bis ein geeigneter Raum gefunden war.
Bald nach Kriegsende erhielt Styria wertvollen Zuwachs an Sassen. In
meinsamer Arbeit aller entstand eine neue schöne Burg am Stadtplatz 28.
selben Zeit (a. u. 63 (1922) spendete R. FidoHc der Waffeflsdmlied aus der
h. Aemona ein wuchtiges Schwert, das von Styrias Hkt. Stöffel, dem späteren
R. Ami der Bastler, unter Beihilfe von R. Hell VOlt Wwtreu und R. Mid1el der
Aflgelo ausgefertigt und mit den Stiftungsdaten sowie sämtlichen Namen der
Oberschlaraffen versehen worden war, denen Styrias Geschicke seit a. u. 22
(1881) anvertraut waren.
Am 10. Lethemond a. u. 72 (1931) feyerte Styria das 50. Stiftungsfest in
gar glanzvollem Rahmen. Mehr als 100 Recken aus 30 Reychen, an der Spitze
I-Ikt. Fid1te als Vertreter der h. Alll1'lUtter hatten sich in der Festburg
funden. Styria zählte damals 37 seßhafte und 12 fahrende Sassen. Zwei Jahre
später, im Hornung a. u. 74 (1933) gab es in unserem Tochterreyche Kremisia
Wachaviae helle Festesfreude; sie galt dem 25. Stiftungsfeste.
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Eines der eindrucksvollsten Feste, an dem Styrias Sassen teilnehmen konn­
ten, war das 75'jährige Stiftungsfest der h. Allmutter Praga am 20. Lethe­
mond a. u. 75 (1934). Unter den elfhundert Eingerittenen befand sich auch
ein verhältnismäßig großes Aufgebot aus Styrias Gemarkung. Am 18. Lethe­
mond a. u. 76 (1935) beging das Reych ein herzerfreuendes, schönes Fest.
25 Jahrungen waren verflossen, seit Erbherrlichkeit Großfürst Uflser Wielcmd
den Thron Styrias bestiegen hatte. Ununterbrochen hatte er mit bewunderns­
werter Weisheit ein volles Vierteljahrhundert Styrias Geschick geleitet. Der
Sassen Verehrung galt nicht nur der Herrlichkeit, sondern auch delll Menschen
von seltener Herzensgüte.
In die unbeschwerten Zeiten schlaraffischen Frohsinns und heiter-ernsten
Kunstgenusses hinein nahm die schlaraffische Entwicklung in Österreich all­
mählich einen Weg, der sich von Allschlaraffia entfernte und im Hornung
a. u. 78 beginnend, innerhalb Jahresfrist zur allmählichen Loslösung von ins­
gesalllt 29 österreichischen Reychen, darunter auch Styria, vom allschlaraf­
fischen Verbande führte. Das Reych sippte in der Folgezeit nur noch bis Ende
Hornung a. u. 79 (1938) und löste sich sodann in der 1610. Sippung vom
25. Ostermond a. u. 79 (1938) auf. Die in dieser Schlußsippung anwesenden
27 Sassen trennten sich mit dem Versprechen, einander treue Freundschaft zu
halten und auch weiterhin zwanglos im Freundeskreis zusammenzukommen.
Nach fast neun Jahrungen uhufinsterer Zeit hatten sich nach gründlicher
Vorbesprechung in kristallinischen Zusammenkünften über Ladung der R.
Radi-Radi und DOfl Carlo am 7. des Windmonds a. u. 88 (1947) mit 19 ehe­
maligen Styria-Sassen zur 1611. Sippung als Wiedereröffnungssippung in der
Notburg des profanen Hotels Steyrerhof zusammengefunden. Zu Würdenträ­
gern wurden gewählt: OAe R. Don Carlo der Diplomat (Riegler (arlo), OJ,
OK R. Radi-Radi der Holzige (Bartl Matthias), K R. Fugger VOfl Sollst-Haben
(Nothaft Max), M R. Metax d. Strom lose (Auer Richard), 1, ( R. furzl vom
UOlW1 Forst (Eiterer Franz), Sch R. IHt-Eflf1s der Wellenbäfldiger (Pranz Arbes­
huber). Den R. Libretti, Perplex und Don Carlo als Bannerträger der Wieder­
errichtung des Reyches wurde herzlicher Dank und Anerkennung gezollt.
10 Ritter, 2 Ehrenritter und 1 Stammpilger waren in der uhufinsteren Zeit
in Ahalla' eingeritten. Ernste und heitere Vorträge verschönten die Sippung
und zeigten, daß das schlaraffische Wunder

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band I, S. 460-464