Grosse Goldgrube

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 394 — Grosse Goldgrube. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

394 Grosse Goldgrube
Wir schreiben a.U. 112, Rebellen, Abenteurer und Glücksritter scharen sich um den erfahrenen
Goldgräber Rt Luftikus der nach der Gründung des Castellum Auri Africae, dem ersten Reych in Af-
rika, die Notwendigkeit sah dem Uhu ein weiteres Nest auf dem afrikanischen Kontinent zu bauen.
Bald darauf steckte er mit seinen Freunden seine Claims ab und das Schürfen nach schlaraffischem
Gold begann. Allmählich verschafften sich Spiegel und Ceremoniale Respekt bei den rauen Gesel-
len des Goldgräberlagers. Man sippte, unternahm Schlemmerreisen, gewann neue Pilger, zählte
Knappen, erhob sie zu Junkern und schlug sie zu Rittern. In der langen Stammtischzeit wurden
Freundschaften geschlossen, allschlaraffische Kontakte gesucht, gefunden und gepflegt.
So sicher waren sich die Freunde ihrer schlaraffische Zukunft, dass man sich entschloss eine eigene
Burg zu bauen. Voll schlaraffischer Lust, getragen von Freundschaft, gewidmet der Kunst und dem
Humor, durchwoben von Geist und Herz, vergingen 9 Jahrungen fröhlicher schlaraffischer Gold-
grubenvorgeschichte. A.U. 121 war es dann so weit. Das Castellum Auri Africae entschloss sich,
motiviert durch den ASR-Vorsitzenden Rt Florett, zur Adoption der eigenwilligen Tochter.
Die Gründungsbewilligung erfolgte am 1.2. a.U. 122, OÄ Rt Berolino übernahm als erster Goldgrüb-
ler offiziell die Funktion der Colonie Grosse Gold Grube. Die hartnäckigen Goldgräber hatten es
geschafft sich ihren Herzenswunsch, ein Entrée in den Bund Allschlaraffia zu erfüllen. Die Colonie
sippte von da an in herzlicher Atmosphäre unter den wachenden Augen der Mutter und gelenkt von
ihrem Ehrengründer Rt Luftikus und den Gründungsrittern Habibi, Sultan und King. Am 23.10. a.U.
123 war dann der große Tag gekommen an dem dann der ASR-Vorsitzende Rt Musi in einer bewe-
genden Sanktionsfeier das Reychszepter an OÄ Rt Waterkant übergab und die Grosse Gold Gru-
be in die Unabhängigkeit entließ. Es folgten 10 Jahrungen der Konsolidierung. Das Reych wuchs,
Freundschaftsbande mit der Schwester in Pretoria und der Mutter wurden gefestigt und weltweite
Verbindungen gepflegt. Die alte Burg kam in die Jahre, eine neue musste her. Rt Waterkant und Rt
Künstenar ergriffen die Initiative der Sicherung eines Grundstückes und der Finanzierung. Es war
die Begeisterung der Sassen, ihr freiwilliger Einsatz und ihre Spendenfreudigkeit, die wohlwollende
Unterstützung vieler Goldbarone im weitem Uhuversum und Spenden aus der profanen deutschen
Gemeinschaft , die den Wunsch Wirklichkeit werden ließen. Wie schon die alte Burg, wurde auch
die neue ein trutziger Rundbau, strohbedeckt gleich dem Kraal des Zulukönigs. Die Burgweihe a. U.
132 war der festliche Rahmen für die AHA-Verleihung durch ASR Rt Riss. Das schlaraffische Spiel in
Südafrika wurde weiterhin fröhlich gespielt. Mit 12 Goldeselturneys wurden regelmäßig Freunde aus
dem Uhuversum geladen an unseren Sippungen teilzunehmen. Schlemmerreisen, Uhusternfahr-
ten, Theaterbesuche, Golf­turniere und viele fröhliche Krystallinen mit Mutter- und Schwesterreich
stärkten die schlaraffische Freundschaft unter dem Kreuz des Südens. Unseren Erbwürdenträgern
Rtt Waterkant, Blitzerl, Mosterl, Thuringo, Hokus Fokus, Ramerl, Abacchus und Schmeh-Tandler ist
es zu verdanken dass es uns gelang über all die Jahre das schlaraffisches Niveau in unserem Spiel
hoch zu halten. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, dass die Grosse Gold Grube bis heute
ein Anziehungspunkt für gleichgesinnte deutschsprachige Freunde ist und wir zuversichtlich in die
Zukunft sehen können. Haben wir Schlaraffen doch nicht nur die Aufgabe uns in einem geselligen
Spiel zu erfreuen sondern uns auch verpflichtet, interessierten Landsleuten und deutschsprachigen
Bürgern in Südafrika, eine Oase deutscher Kultur und Geistesgutes zu bieten.
Mit dem 25. Stiftungfest haben wir einen weiteren Meilenstein in unserer Reychsgeschichte erreicht
und wir sehen mit großer Zuversicht in die Zukunft.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
395 Am Odinwald
War die Colonie-Gründungsfeier für den 12.4. a.U. 124 geplant, wie der 3. Band der Chronik noch
vermeldet, so fand sie doch schon am 29.3. a.U. 124 statt und trägt die Nr. 1 unserer Sippungsfolge.
Voll Wehmut galt es in der Sommerung Abschied zu nehmen von dem warmen Uhu-Nest im Gast-
haus „Lamm” und seiner unvergessenen Styxin Lydia. Für die aufstrebende Colonie war es zu klein
geworden. In der Lethemond-Schlaraffiade a.U. 124 wurde mit großem Gedränge die „Sibiria-Burg”
im Saal des MFV-Clubhauses zu Mosbach geweiht, die bis heute der würdige Rahmen unserer
Sippungen und Feste ist, wohlumsorgt von unserer einmaligen Styxin Ute. Am 9.3. a.U. 126 reichte
der größte Saal der Großen Kreisstadt Mosbach, die Pattberghalle, gerade aus, um all die Freunde
und profanen Würdenträger, an ihrer Spitze der Oberbürgermeister, aufzunehmen, die die Sankti-
on des Reyches „Am Odinwald” mit uns feiern wollten. Unser Mütterlein Haidelberga hegte uns
liebevoll: Der Blick auf den von ihm gefexten Thron erinnert stets an unseren ER No-Bitte, und ein
Vierteljahrhundert hindurch begleitete Rt Seegraph unser Werden, anfangs noch als gar gestrenger
Feldwaibel.
Er begründete die hohe Schule der Schmierbuchfechsungen des jungen Reyches, die Rtt von Wegen
und KleinOd-in wirken darin trefflichst fort. An seiner Junkertafel zog Rt Seegraph die 4 Bären vom
Odinwald groß: Um den von ihnen gestifteten Bärenorden wurde am 11.2. a.U. 133 erstmals im
Rahmen des Badisch-Sibirischen Bärenturneys gerungen. A.U. 149 fand das 17. Bärenturney mit wie
stets mehr als 20 Fechsanten statt. Weitere Traditionen wurden begründet oder lebendig erhalten:
Im Herbst a.U. 147 wird zur 27. Pillkallen-Sippung gefechst, geatzt und Pillkaller gelabt, unverges-
sen dabei unser Rt Ächter mit seinem Trinkspruch vom zu klein geratenen Ihi in ostpreußischer
Mundart. In diesem Umfeld entstand die Idee, den Schriftsteller Ernst Wiechert am 20.10. a.U.
128 zum ES Jeromin unseres Reyches zu ernennen. Bis a.U. 140 wurde zur Heimat und Mundart-
Sippung 13 Jahrungen lang Grünkern in seinen leckersten Zubereitungsarten geatzt. Heute sind
diese beiden Sippungen mit Atzung vereint. Seit a.U. 127 feiern wir zusammen mit Burgfrauen und
Freunden am Samstag nach seinem kalendarischen Beginn den Frühling in der blütengeschmück-
ten Burg. Bei den SommerKrystallinen einmal im Monat und bei den Sommerfesten und -ausflügen
sind Burgfrauen und Tross zahlreich zugegen. Auch hier geht ein wehmütiger Blick zurück auf die
Ausflüge auf die Schwäbische Alb oder zum Vater Rhein, auf die Feste auf dem Wemershof oder in
Deutschlands kleinster Brauerei beim Egolf in Schefflenz und auf die Gartenschau-Sippung am 14.6.
a.U. 138. Auch an der AHA-Feier unseres Reyches am 24.4. a.U. 134 nahmen unsere Burgfrauen teil.
Nun waren wir vollends flügge, dennoch beließen wir es bei unserem damals ersten und einzigen
Reychsgesetz: Ein Oberschlaraffe darf nicht länger als 5 Jahrungen ununterbrochen fungieren. Diese
Bestimmung hat viel Farbe und immer wohltuende Abwechslung in unser Spiel gebracht und gab
selbst dem großen Rt Juppilator die wohlgenutzt Chance, sich als „Heruntergekommener” an der
Sassentafel als Hofnarr zu profilieren. Rt Friwohl tat es ihm nach, und viele große Talente unseres
Reyches wären vielleicht unentdeckt geblieben. Viele der Erbauer unseres Reyches können wir nur
noch beim alljährlichen Gräbergang besuchen: So u.a. die Rtt Di-stich-on, Juppilator, Atü, Quellfroh
(„der Resümist”) oder Eduro, der seit a.U. 143 die Brillanten zum Großursippenorden trug. Sie und
alle anderen werden auf der ewigen Weinkarte unseres Großfürsten Sir Rührig gewürdigt. Vier Sas-
sen des Feldlagers von a.U. 120 sippen noch mit uns und können bei den Mottenkisten-Sippungen
von ihnen und jenen Tage

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 479-480