Lignicia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 37 — Lignicia (Liegnitz (Schlesien)). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

Jo/my (Dr. Waldemar Stägemann). Lieb waren uns alle, auch jene die uns
als stille Schlaraffen ihre Freundschaft geschenkt hatten.
Die Verluste wurden bisher stets durch Neuaufnahmen ausgeglichen,
so daß die Hammonia heute einen Bestand von 84 seßhaften Rittern, 14 Jun­
kern und sieben Knappen und 17 fahrenden Sassen aufweist. Der erfreuliche
Nachwuchs unter strenger Führung des Junkermeisters Blmlz-Herr hat zu
beträchtlicher äußerer Verjüngung geführt und wirkt eifrig für inneres
Jungbleiben, worum aber auch ältere und älteste Schlaraffen emsig bemüht
bleiben werden. Fest und unlöslich ist das Band, das Hammonia heute
und,
50 Uhu will, nodl viele J ahrungen mit den nordischen Reychen
verbindet.
Nr. 37 LI G NIe I A (Liegnitz. Schlesien)
gegründet 19. 11. a. u. 22 (1881)
Die erste Lignicia wurde als Tochter der h. Wratislavia am 19. des Wind­
monds 1581 gegründet. Leider ist der Name des Gründers unbekannt. R. Drasal
vermutet, daß die Initiative von Hkt. Pollux VOI1 Trala Trala der h. Wratis­
lavia ausging. Unter den Erzschlaraffen befanden sich ausnahmsweise keine
Bühnenkünstler. Die Colonie blühte und gedieh zur Freude der Mutter und
konnte im Christmond 1582 zum Reyche erhoben werden.
Das junge Reych nahm einen ehrenvollen Platz im Uhuversum ein. Wir
finden in den Schlaraffia Zeyttungen herrliche Fexungen von Sassen der
Lignicia. Wenn auch das profane Liegnitz keinen Musentempel besaß, dessen
Ruf weit in die Lande strahlte, so war die Hoffnung berechtigt, daß das
Reych sich weiter aufwärts entwickeln würde. Noch im Ostermond 1595 wird
von einer Festsippung berichtet, die am 23. des Lenzmonds stattfand. Zu
dieser Sippung wurde an fünf Junkern der feierliche Ritterschlag vollzogen,
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte daher die ambtliche Kundmachung
der h. Allmutter vom 20. des Lenzmonds 1595, daß sich das hohe Reych
Lignicia freiwillig aufgelöst habe.
Nr. 38
S T RAS SE BUR G IA (Straßburg, Elsaß)
gegründet 21. 11. a. u. 22 (1881)
Der Erzschlaraffe der h. Basilea, R. ColOpuollium (Richard Hagen), der als
Opernsänger in dem profanen Straßburg wirkte, gründete am 21. des Wind­
monds 1581 (1881) zusammen mit dem Ritter der Wratislavia Fari~j(l VOl1
0dekologl1e (Norrenberg) ein neues Uhunest, dem sie den Namen "Strasse­
burgia" gaben. Der junge Zweig am Baume Allschlaraffias blühte und gedieh.
Das Reych wurde eine Pflege stätte deutscher Kultur, ein Bollwerk des Deutsch­
tums. Einheimische schlossen sich nur schwer dem neuen Bunde an. Von ihnen
sei der bekannte Komponist Viktor-Ernst Nessler genannt, der als Quartett
der Lieder-lidle, genannt der Vogesenbär, dem Reyche lange Jahrungen ange­
hörte. Nach seinem Ahallaritt setzte ihm die Stadt unter Mithilfe der Schlaraf­
fia ein Denkmal in der Orangerie.
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Quelle: Chronik Band I, S. 474-474