grtmdige (Dr. Hans Gerster) und Hkt. CeHtauer VOH der Voglerweide (JUPF
Vogler) konnten Hkt. Gosdtelbauer und etwa 45 Reyche begrüßen.
Festburg war die Turnhalle, die mit Pracht ausgestattet war. Zum ersten
Male, gegen alle Tradition, fand die Gratulations-Sippung am Nachmittag in
der Burg statt. Der Abend brachte mit einer begeisternden Zahl von Einritten
eine glanzvolle Festsippung. Die glücklich gewählte Vortragsfolge trug maß·
geblich zum Gelingen bei. Hkt. Gosd1elbauer vermittelte große Gedanken über
das Wesen Schlaraffias, und beeindruckt stattete der Oberbürgermeister der
Stadt seinen Dank ab.
Wormatia, durch Rückschläge und auch glückliche Zeiten
lebt weiter
in alter Nibelungentreue.
Nr. 40 MAN IN HEl M B I A (Mannheim)
gegründet am 15. 1. a. u. 23 (1882)
Mannheim ist ein
um das herum eine Stadt
wurde
so wird der Kunstsinn der Rhein-Neckar-
Metropole gern charakterisiert. Verständlich, daß sich hier
schon früh schlaraffischer Geist regte und "der Eifer ulld
die Ungeduld der nodt wildet1 MmJilJ/uimbia gezügelt"
werden mußte, wie Hkt. Höllenstein von der h. Vindobona
schrieb, bis am 19. 3. a. u. 24 die Sanktion erfolgte. Als
Gründer wird R. Vorlaut der Weiberbeistand CDr. Hermann
Koepe) genannt. Er war Sasse der h. Fryburgia Brisgaviae, die damit, selbst
erst 13 Monde alt, nach der Gründung der h. Basilea schon zum zweiten Male
Mutterreych wurde.
Original-Unterlagen aus der Gründerzeit existieren nicht mehr, da in der
Nacht zum 22. 1. a. u. 46 (1905) die damalige Friedrichsburg mit dem gesam
ten Archiv einem Brand zum Opfer fiel. Lediglich die Thronsessel konnten
gerettet werden. Unter den Sassen -- 27 in der Stammrolle a. u. 24/25
(1883/84) -
finden sich mehrere "Hofope1'11sänger" und andere geschätzte
Künstler des Mannheimer Nationaltheaters, daneben, für die Struktur der
damaligen Bürgerschaft typisch, Kaufleute und Gastwirte. Im Mittelpunkt
auch von Diskussionen
stand Hkt. Fallstaff vom golderw1 Sdtnitt (Leopold
Mayer), lange Jahre auf dem Thron und als Kantzelar tätig, hoch verehrt, "der
erfrisd1endcn Wirkung wegen" verabschiedet, immer wieder neu gewählt.
Wohl als einzige Frau im Uhuversum war damals übrigens die Tragödin
Hanna von Rothenberg in die Schlaraffia aufgenommen worden. Dies ist aller
dings als extremes Kuriosum Mannheimer Theaterbegeisterung zu verstehen.
Andere berühmte Bühnenkünstler und führende Schlaraffen jener Ära waren
R. liebenau der El1tpizte (J oachim Kromer), R. Alba der GraHde (Paul Tietsch),
R. Belladtini der Lettierte (Fritz Linn).
43 Sassen zählte die Maninheimbia, als grandios das 25. Stiftungsfest be
gangen wurde. Von hohem Niveau künden auffallend viele Feiern für Heroen
der Musik und Literatur. Die Protokolle der folgenden Jahrungen vermelden
emsiges schlaraffisches Leben und zahlreiche Stiftungen allel' Art.
-
463
Während des Ausbaues einer neuen Burg begann der Weltkrieg, doch wur
den nid1t nur dIe Burgweihe, sondern auch die 1 000. Sippung (14. 1. a. u.57
[1916]) groß gefeiert. Im Kriege fielen sieben Sassen; aus Gefangenschaft
kehrte der letzte a. u. 60 (1919) zurück. Sorgen um die Burg, aber auch Neu
anmeldungen fast in jeder Schlaraffiade kennzeichnen
den Protokollen nach
- die nächsten Jahrungen, bis erneut alle Unterlagen fehlen.
Aus jener Zeit berichten jedoch alte Sassen über die Schwierigkeiten der
sieben, links des Rheines in Ludwigshafen, wohnenden Recken, als die fran
zösische Besatzung die Brücke sperrte und, wenn überhaupt, nur bis Glock neun
abends Passierscheine bewilligte. Diese Schwierigkeiten waren dann Anlaß
zur Errichtung eines Reyches Pfalzbruggen in Ludwigshafen durch Schlaraffen,
die sich aus Differenzen, die zum Teil ins Politische spielten, von ihren
Freunden trennen wollten. Zwei in Ludwigshafen wohnende Schlaraffen blieben
il1dessen der Maninheimbia treu. Von ihnen lebt noch R. Reililuerz der Ringe/
stecher (Ernst Marggraff).
A. u. 74
3) aber mußten die Sassen offiziell voneinander Abschied
nehmen. Von wenigen nur trafen dann später nach dem Kriege Lebenszeichen
aus den USA, England und Holland ein. Nach jenem sd1merzlichen Abschied
hatte in Mannheim noch einige Monate lang ein "Bund Deutsche Schlaraffia"
bestanden.
Acht überlebende Maninheimbia-Sassen trafen sich schon am 11. 11. a. u.S6
(1954) wieder, aber in der zu 76 Prozent zerbombten, von der Pfalz abge
schnittenen Stadt war an Sippen nicht zu denken. Einige meldeten sich in der
h. Haidelberga seßhaft. Unter Leitung der Erb~Hkt. TaJldaradei der Dia-lech
Tiger (Paul Schäfenacker), tatkräftig unterstützt vom letzten Kantzelar, R.
Uffgeräulilt nach MitterHacut (Karl Freymüller), beschlossen am 12. 1. a. u. 90
(1949) ein gutes Dutzend alter Sassen, das Reych wieder erstehen zu lassen,
und zwar, mit einigen Pfalzbruggen-Sassen, als Maninheimbia-Pfalzbruggen.
Die erste Schlaraffiade am 9. 2. a. u. 90 (1949) wählte Tal1daradei sowie
Klangfroh der1 Musi-siziereuden (Dr. Kurt Walter) und
deli Kulissel1
spuk (Heinrich Hölzlin) auf den Thron, UffgeräUJ.l1t zum Kantzelar. Mit zehn
Fahrenden, zum Teil noch in der Evakuierung, verzeichnete die Stammrolle
a. u. 90/91 bereits 33 Sassen; 26 von ihnen wurden am 7. 12. a. u. 90 zu
Erbschlaraffen erkürt. eine Auszeichnung für ihre Treue über all die schweren
Jahre hinweg.
Zu Beginn der Winterung a. u. 92 (1951) fühlte sich die h. Pfalzbruggell
wieder stark genug, sich mit elf Sassen selbständig zu machen. 21 Sassen zählte
noch die Maninheimbia, 26 waren es am Ende dieser Winterung. Wieder waren
unter dem Nachwuchs prominente und beliebte Künstler des Nationaltheaters
- eine Entwicklung, die bis in die jüngste Zeit erfreulich anhält. Eine Notburg
folgte indessen der anderen, noch immer harrt das Reych einer festen Unter
kunft. Eng beieinander liegen auch in Schlaraffia Freud und Leid. Schon vier
Ahallritte hatte das Reych in der Winterung 97/98 (1956157) zu beklagen, als
Oho auch das Leben des jungen, überaus verdienstvollen Kantzelars R. Paro
derich das Reychsiibel (Ernst A. Mertel) fordert. Noch wenige Wochen zuvor,
am 6. 4. a. u. 98 (1957) beging das Reych unter der Funktion von Hkt. Tasto
464
blitz dem Improvi-satyrisdrel1 (Dr. Hans Schleenbecker) sein 75. Stiftungsfest.
Aber unzerbrechlich ist die Kette unserer Freundschaft. In die Winterung
a. u. 99/100 geht das Reych mit 52 Sa::;sen, darunter neun an der prächtigen
JunkertafeL
Nr. 41
B U D 0 V I C I A (Budwels, Tsch.-SI.)
gegründet 7. 2. a. 11. 23 (1882)
Die Budovicia wurde am 7. des Hornungs a. u. 23
(1882) durch die Ritter
der h. Sompronia,
Al111avia und Trull der h. Ratisbona gegründet. Zahl
reiche Blüten aus dem Reiche der Poesie und Dichtkunst,
von denen 19
in den Schlaraffia
erschienen sind, erbrachten den schönen Beweis vom
geistigen Leben, das in der Budovicia herrschte. Das
Reych nahm auch rege Teilnahme an allen Vorgängen,
die Allschlaraffia
Der Anteil der Budovicia am allsdllaraffischen
Liederschatze ist bedeutend. So mandIe beliebte Tondichtung zeugt von der
außergewöhnlichen Aufffissung für unseren Bund, und schon das eine Lied
"Wie könnt ich Dein
, diese Perle der bis zum Enthusiasmus sich
steigernden echt schlaraffischen Innigkeit, macht den Namen der Budovicia
und ihrer Hkt.
unsterblich.
Die Budovicia gründete 1592 das Reych Krummovia. Am 2. des Hornungs
a. u. 48 (1907) wurde das 25. Stiftungsfest gefeiert, das einen glänzenden
Verlauf nahm. Am 7. des Wonnemonds a. u. 79 (1938) ist das Reych aus
dem Verbande Allschlaraffias ausgetreten. In den Stammrollen a. u. 100 (1959)
werden in bestehenden Reychen erwähnt: elf seßhafte, drei fahrende und
vier reychsunmittelbare Sassen.
Nr. 42
Vif 1 E S BAD E N S I A
3. :I. u. 23 (1~S2)
Dem Chronisten, dem hier die ehrenvolle
zuHillt, Geschehnisse von Bedeutung, die sich in einem
Zeitrm.lll1 von siebeneinhalb Jahrzehnten abgespielt
haben und Persöniichkeiten, die als treibende Kräfte
hervorgetreten sind, in einen die Überschau ermög
lid1el1tlen Zusammenhang zu bringen, stellen
sk~
erheblidle Hindernisse in den
Die Quellen sind
größtenteils verschüttet. Zwischen a,
[… Fortsetzung im Originalband]