die Sassen die Leyer, und ihre Gaben erfreuten alle Herzen. Leider aber vel'~
stummten sie bald. Der
Wind aus Rußlands Steppen, der die Revalia
zum Schweigen brachte, übte auch seine verheerende Wirkung auf die Tochter
aus. Infolge Polizeimaßregelung wurde Tarbatum aufgelöst und durch Spruch
des allschlaraffischen Schiedsgerichts 1595 aus den Matrikeln gestrichen.
Nr. 57
L U B E C A (Lübeck)
gegriindet 27. 10. a. tl. 34 (15IH)
Fast ein Vierteljahrhundert mußte vergehen. bis Uhu
auch in der
abwehrbereiten Thoren
geschützten Hansestadt
sind drei. Recken alter
Reyche, denen es trotz
der"kleinbürgerlichen Ansichten und des großen Lübecker
Zopfes"
wie es
der a. u. 50 (1909) edierten Chronica
Allschlaraffias heißt
einige aufgesc<"tlosselle und
künstlerisch
bzw. in teressierte Bürger um sich zu
scharen und sie
den schlaraffischen Gedanken zu be~
geistern, sie mit dem schlaraffischen Braudltum vertraut
zu machen und so ein Fundament zu bilden, das Gewähr
für ein aussichtsreiches und dauerhaftes schlaraffisches Wirken in den Ge
markungen Lübecks bietet.
Auf Antrag des Mutterreychcs Nordhusia wird von der hohen Allmutter
dann am 27. X. a. u. 24 (1883) der Colol1ie Lubeca die Gründul1gsbewilligung
erteilt, deren Erzschlaraffen in der
-
wie folgt -
ver
!autbart werden:Paris I Edler 110ft Lieberkiilm d. h.
Nordhusia, Wolf~
raw der Troubadour d. h. Reyches Hammonia, Flad1s der Kampfhahn d. h.
Reyches Berolina und die Ritter: Neptu/1, Oberol1,
Dampf, Pipin
und Atz111anl1. Außer den genannten Erzschlaraffen zählt die Colonie auc.l, als
Sassen drei Junker und sechs Knappen. Als
werden für die erste
J ahrung erküret: die R. Paris I und Wolfmm als Oberschlaraffen, Fladls
(Kantzellar), NeptlHt (Mars mall),
(Junlcermeister), Da~apf (Smatz
meister) und Oberol1 (Ceremonienmeister). Von der benambarren Ziehmutter
Hammonia treulicb. besmirmt und in schlaraffischen
gut beraten, sippt
die junge Colonie jeden Samstag in ihrer
und bereitet sich emsig
auf die heißersehnte Sanction vor, die dann unter Hinweis auf § 7 a 1.3 des
Spiegels am 27. I. a. Cl. 26 (18 S,) durm den
der hohen Allmutter
feyerlich vollzogen wird.
Die ersten Jahrungen sind für das
Reych
unterstützt durch die
besonders häufigen Einritte der hanseatischen
sehr giückliche, und es
treten schon die für eine geschickte Führung
Nachwuchs~Recken
wie Gemegroß, Bombast und Wad<clawaya hervor, von denen erstgenannter
Jahrzehnte in überragender Funktion den Thron des
Reym'~s zieren soll.
GeY11egroß vertritt dann die Lnbeca bereits auf den Conzilen in Monachia und
Dresdensia und bringt durch seine vielen Einritte in befreundete Reyme immer
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wieder wertvolle Erfahrungen heim, die er seinem Reyche zu weiterem Blühen
und Gedeihen zu vermitteln versteht. Zu erwähnen ist aus dieser Zeit auch
der R. Krempstiefel, der als lunkermeister von Format Lubecas Nachwuchs zu
wertvollen, beständigen und stets fexungsfreudigen Sassen heranzieht. Aus
dieser Zucht stammt der heute noch in Lubeca seßhafte Ursippe Druck Wie
ein Komet aber hebt sich aus diesen Junkern der Ritter Momus hervor, der
bereits auf dem gar feierlich celebrierten 25. Stiftungsfest als OberschlaraHe
fungieren und dann das Reych viele J ahrungen hindurch zu einem glanzvollen
Aufstieg führen darf. Feiern (z. B. die Junius· Feier zu Ehren von Lubecas
Ehrenschlaraffen Geibel) sowie Jubiläen des Reyches (1 OOO.Sippung und
40. Stiftungsfest) und alter verdienter ReCken gestaltet Momus zu schlaraf
fischen Erlebnissen. Um ihn scharen sich Sassen wie Starhstroll1.
Bar
barossa und der junge aus dem h.
Ratisbona zur Lubeca gestoßene
Hanseat, der in seiner Heimatstadt LübeCk den schlaraffischen Boden und in
Momus ein ideales Vorbild findet.
So sieht das nach dem ersten
wieder emporblühende Reych ein
Dreigestirn in Gestalt von MOUJHS
Barbarossa und Hal1seat auf dem
Thron. das Anziehungspunkt für die vielen befreundeten Schwesterreyche von
nah und fern wird. In diesen Jahrungen verbinden die alljährlich stattfindenden
r;reundschaftssippungen der nordischen
diese untereinander zu einer
innigen Gemeinschaft und tragen
und erfrischendes schlaraffisches
Wirken in die nordischen
Die mitreißende Funktion HaHseats
(Oscar Erasmi), dem der profane Beruf als Theaterdirektor und Schauspieler
das Zeug zu einem phantastischen schlaraffischen
gegeben hat, wirkt
bezwingend und anfeuernd auf seine
Ein Kreis fanatischer An
hänger leistet ihm über ein Jahrzehnt treue
alles Sassen, in denen
Hal1seat die spezielle Begabung für das
in allen Varianten
zu erkennen und zu nutzen weiß. Recken wie: Lacto, Trockel1 burg, Blitzograf,
KlappophoH. Rechenstein, Satyr, Kette/ifex, Sabbeldi-dot, Plato l1ie-lwß, Bon
ViVa/1t, Asphalt u. a. m. sind die treuen Paladine, die Hal1seats göttlich ge
spielten und gekonnten "Cäsarenwahn" mit Freuden über sich ergehen lassen
und dazu beitragen, daß die lubeca als Sonne des Nordens
Geschöpf
H,mseats) über das Uhuversum erstrahlt.
In dieser Zeit schenkt die lubeca einer Tochter
der hohen Vismaris
das
Leben und führt das junge Reych mit fester und
Hand durch die
erste Jugend. Noch weiß man nicht, daß die Sonne des Nordens den Zenit
bereits überschritten hat, denn ein profaner "Cäsarenwahn", der uns ern Kon
tinent in maßloses Elend stürzen und unsern
Bund in seinen Grund
festen erschüttern soll, verdunkelt nun auch Glanz und GlüCk in Lubecas
Veste. Bereits um die jahrullgswende a. u. 74/75 (193
wird die Sassen,
schaft durch einzelne Austritte dezimiert, der Rest aber VOll den alten Ge
treuen ;:usammengehalten. So ragt noch eine von Hanseat und Lacto am 29. 8.
a. u. 77 (1936) mit schlaraffischer Meisterhand und echtem Humor inscenierte
"Strand-Olympiade" am Timmendorfer Strand aus dieser Zeit hervor, bis
dann auch das bittere Ende für die Lubeca herannaht. Am 28. 2. a. u. 78
(1937) strahlt die Sonne des Nordens zum letzten Male auf die noch ver
bliebene Freundesschar von 15 Sassen, die sich und Uhu in einer
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Abschiedssippung Treue bis zum letzten Atemzug geloben und diese auch durch
die langen trüben neun Jahrungen einander halten. Es sind dies: Dr. Hanseat
der Große (EbO), KlappopltOn (Ol), Sabbeldidot CK), Gigant (M), Lacto
0), Reckensteil1 (Sch), Aspltalt CC), und die R. Lorbas, Clas-Olutl. BlUmleiH
blau, Horch, Giebel, BOl1vivant, Lacfiliu5 sowie der Junker Brich (Karo).
In verbissener Zähigkeit leisten diese Recken einander Beistand, wo Oho
einen der ihren an Leib und Leben bedroht und pflegen schlaraffischen Geist
in ihrem kleinen aber verschworenen Kreise, bis dann auch ihnen die im Herzen
stets gehegte Hoffnung auf ein glückliches Wiedererstehen unseres hehren
Bundes erfüllt wird. Der Zusammenbruch und die Zerstörung ganzer Stadtteile
Lübecks vermögen daher nicht, die tatkräftigen Sassen daran zu hindern, sich
mit allen Kräften um einen Wiederaufbau des Reyches zu bemühen. So gelingt
es in unwahrscheinlich kurzer Zeit den Rittern Lacto, Klappophol1, Plato-l1ie
lwß u. a. unter großen Opfern, in einem ehemaligen Luftschutzbunker dem
Uhu eine herrliche und trutzige Burg zu errichten, so daß bereits im Oster
mond a. u. 87 (1946) eine gar fulminante Einladung zur Eröffnungsfestsippung
(NI. 1299) am 3. des Wonnemonds a. u. 87 (1946) erfolgen kann. Es findet
in der schönen
(die unserm verdienten Erbkantzellar Sr. Excel-Lenz
von Lacto zu Ehren für alle Zeiten den Namen "Lacto-Burg" tragen wird)
feierliche Burgweihe und die Wiedereröffnung mit zahllosen Gastrecken statt,
die alle Zeuge sein wollen dieses in langen Jahrungen ersehnten Ereignisses.
Vom hohen Thron herab leiten die drei Oberschlaraffen Eb. Hekt. Dr. Hanseat
der Große, Klappophol1 und Trockel1burg und auf ihren Würdenträgersesseln
die Ritter: Sabbeldidot (K), LacfiliH5 (,',,1), v. Lacto (1), Reckel1steil1 (Sch) und
AS1-11lalt (C) eine glückliche Ära für die Lubeca ein. Von früheren Sassen, die
infolge profanen Zwanges bereits vor der Auflösung des Reyches hatten aus
treten müssen, kehren einige beglückt unter die Fittiche Uhu's zurück; auch
von Schwesterreychen aus dem besetzten Osten suchen u
[… Fortsetzung im Originalband]