358 Tenochtitlan
Was ist im letzten Vierteljahrhundert geschehen? Mexico City ist weiter gewachsen, mit über 20
Mio. Einwohnern und unerträglichem Verkehr. Die vielen kulturellen Veranstaltungen und Freizeit-
angebote machen es unserem Azteken-Reych nicht leicht, neue Freunde für die Ideale der Schla-
raffia zu gewinnen. Begeisterte Prüflinge mussten nach Europa zurückgehen, wo sie Freunde des
UHUs blieben.
Aber es gab auch viele erfreuliche Ereignisse: Hochwillkommene Einritte des ASR zur Jahressitzung
mit Sippung zu Füßen der Mond- und Sonnenpyramide der Teotihuacankultur, oder der Einritt des
LVNA anlässlich unserer Gourmetsippung, sowie die Reychsausritte in die Reyche Denvera, Fran-
ciscana und Josefina.
A.U. 137 waren wir Gastgeber für die nord-/südamerikanische Brückensippung! Und schließlich
in die hohe Costa Aurea zu deren 25. Gründungsfest: dort handelten wir uns mit einem fröhlichen
„Frauenraub” eine Reychsfehde gegen die Floridana ein. Aus dieser gingen wir im Schiedsrichter-
reych Nova Orleana als charmanter 1. Sieger hervor.
Auch der Reychseinritt der h. Porta Pasconia mit Ausflügen in die mexikanische Kolonialzeit (Taxco
und Hacienda Vista Hermosa) ist allen Sassen in guter Erinnerung geblieben.
A.U. 146 feierten wir im Kreise eingerittener Freunde aus Germaniens Gauen und Nordamerika
unser 40. Stiftungsfest in der schlaraffischen Diaspora.
Auch sonst sind wir aktiv. Ausflüge in der Sommerung in das Landesinnere mit Klosterbesuch,
Vollmondbootsfahrt, Sommertheater, Besuche alter kolonialer Haciendas und Gartensippungen
zeugen lebhaft davon.
Der Wechsel vom LVLA zum LVNA erfüllte unsere Hoffnungen auf regen Austausch mit unseren
Nachbarreychen leider nicht. Im Umkreis von über 1.000 Meilen gibt es kein Schwesterreych für
einen schnellen Einritt!
So freuen wir uns immer auf jeden einzelnen Einritt, um mit unseren UHU-Brüdern in unserer
gemütlichen Aztekenburg beim Uhu, Oho und Aha fröhlich zu sippen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
359 Castrum Locarnense
Am 4.2. a.U. 104 wurde das Feldlager Unter den Palmen in einem Hotel in Locarno durch die Ritter
Glasanova, Parcoeur und Toxikuss ins Leben gerufen. Am 29.5. a.U. 106 wurde dieses Feldlager
Colonie, und zwar als Castrum Locarnense. Das Reych An den Quellen als Herkunftsreych des Rt
Glasanova stand der Neugründung als Mutterreych bei; die Aufgabe der Ziehmutter wurde durch
das Reych Turicensis übernommen.
Noch vor der Reychserhebung hatte die junge Colonie durch sieben Austritte eine nicht leicht zu
verkraftende Krise durchzumachen. Eine weitere Krise ereilte das junge Reych a.U. 116; zurück blie-
ben lediglich 15 Sassen. Seither jedoch entwickelte sich das Reych in erfreulicher Weise. Heute ver-
einigt es in beispielhafter freundschaftlicher Einigkeit 34 Sassen, unter denen sich ausgezeichnete
Fechsanten befinden. Ein immer noch kleines Reych, aber oho!
Nachdem die „Palmenburg” zu Losone in jenen stürmischen Jahrungen verlassen wurde, sippte
das Reych bis a.U. 132 in der „Deltaburg” zu Ascona, einem großzügigen und gemütlichen Anbau
des Hotel Delta. Aus jener Zeit bleibt die Erinnerung an äußerst herzliche Sippungen, oft rund ums
offene Kaminfeuer bei Kastanien oder sonstigen gegrillten Köstlichkeiten. Die Eintracht war anste-
ckend, wie aus den stets zahlreichen Einritten zu schließen war. Eine stets begeisterte Junkertafel
war der Stolz des Reyches.
Im grossen Saal des geschichtsträchtigen Grand Hotel zu Locarno, daselbst a.U. 106 auch die
Erhebung zur Colonie stattgefunden hatte, zelebrierte das Reych a.U. 131 sein 25. Stiftungsfest als
überaus feierlichen Anlass.
Es war auch die Zeit der Umschau nach einer neuen Burg, da das Hotel Delta die Räumlichkeiten
gekündigt hatte. Es bot sich schließlich die Gelegenheit, in einer kürzlich erstellten Seniorensied-
lung zu Locarno, der „Residenza al Lido”, einen Teil des Untergeschosses zu mieten und diese
Örtlichkeiten nach schlaraffischem Geschmack in langer Fronarbeit auszubauen. Die Arbeit hatte
sich gelohnt: Es entstand eine sehr behagliche und prächtige „Visconti-Burg”. Sassenschaft und die
stets zahlreichen Gastrecken waren begeistert. Bis zum Lethemond a.U. 141, eine Wochung nach
der 2.000 Sippung, als die Wasser des Lago Maggiore fast fünf Meter über der normalen Stand an-
gestiegen waren, einen Großteil Locarnos überfluteten und die Burg vollständig überschwemmten.
Nur wenig konnte gerettet werden. Die „Viscontiburg” wurde mit fast sämtlichem Inhalt und dem
ganzen Archiv über Nacht zerstört.
Das lag in der Zeit, in der das Castrum Locarnense mit Rt Elevatus den Vorsitz im Landesverband
Schlaraffia Helvetica inne hatte (a.U. 139-142).
Während zwei Jahrungen sippte das Reych in Notburgen, bis a.U. 143 eine neue „Viscontiburg”,
diesmal in im Miteigentum erstandenen Räumlichkeiten in Locarno-Minusio bezogen werden
konnte. Nach 37 Jahrungen seines Bestehens, durfte das Reych zum ersten Mal das beruhigende
Gefühl erleben, in eigenem Gemäuer sippen zu dürfen.
Dank Rt Ali-Barcas Vermittlung, ER Piz-Archs und ER Dralls Planung sowie aller Sassen Hilfe, ins-
besondere Rt Lu-netos Bauleitung entstand ein Werk, das genau auf die Bedürfnisse des Castrum
Locarnense zugeschnitten ist. In liebevoller Kleinarbeit gelang es, Farben und Formen, wie auch
bauliche Elemente in Nachempfindung unseres mittelalterlichen Spiels zu vereinbaren und das
Romantische im Rationellen umzusetzen. Und weiter blüht das Reych und erfreut sich einer aktiven
Junkertafel und regen Einritten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s