Juvavia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 122 — Juvavia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

122 Juvavia
Der genius loci, unser Ehrenschlaraffe Don Juan (profan: Wolfgang Amadeus Mozart), prägte auch
in den vergangenen 25 Jahren sein Traditionsreich „Schlaraffia Juvavia”. Alle Sassen sind Mitglieder
der Internationalen Stiftung Mozarteum. Dies deshalb, weil doch unsere Erzschlaraffen maßgeblich
an der Errichtung des Gebäudekomplexes in der Schwarzstraße beteiligt waren. Seit Errichtung un-
seres Vereinslokales der „Stauffenburg” sippt Juvavia im ehrwürdigen Gemäuer des Mozarteums.
Die Renovierung der Stauffenburg und Restaurierung der von Rt Haneferl (akad. Maler Adolf Reich)
geschaffenen Fresken haben uns viel Mühe und finanziellen Aufwand abverlangt. Die besonderen
Verdienste der Rtt Lieder-lich und Zünderl (beide SRA-Mitglieder) sind hervorzuheben.
Das 100-jährige Stiftungsfest im Lenzmond a.U. 135 gelang zum Großereignis. Gäste aus dem ge-
samten Uhuversum gaben uns die Ehre und trugen zur Festsippung im großen Saal des Mozarte-
ums bei.
In der jährlichen Sippungsfolge wird in der Don Juan- und Heroen-Feier Mozart besonders gewür-
digt. Die Rt Admontes und Le Sacre sind als Interpreten im Uhuversum bekannt. In letzter Zeit
wurde ein weiterer Schritt gesetzt, der den Ruf Juvavias als musisches Reych festigen soll. Unter der
Leitung des Mitglieds des Mozarteums-Orchesters Rt Le-Sacre (Clavicimbel) ist es gelungen, ein
Reychskammerorchester zu gründen.
Die Rtt Rikki-Letto (Kniewinsel), Kn 324 (Querflöte) und Baß da Lozzi (Kontrabaß) treffen sich
regelmäßig zum Proben und haben uns schon durch manche musikalische Darbietung überrascht
und das künstlerische Sippungsgeschehen bereichert.
Die Mutter-Töchter-Sippung mit den hohen Reychen Hala bavarica, Brundunum und den Ziehtöch-
tern Iscula und Stelle Alpina, eingeschlossen auch die hohen Reyche Lulutetia Parisiorum und Pau-
lista, wo Rt Moravist als unser Botschafter fungiert, tragen zur Vertiefung der Freundschaft bei.
Die Gedenksippung a.U. 147 anläßlich der vor 41 Jahren ausgetragenen Reychsfehde zwischen den
h.R. Hala bavarica und Paixhanslia – es ging um den Kanonenraub – hat vor allem der schlaraffi-
schen Jugend Zeugnis von Frohsinn und Humor der Altvorderen abgelegt.
Sassenstand: Seit a.U. 125 konnten 35 Kugelungen bzw. Neuzugänge verzeichnet werden. Dennoch
ist der Sassenstand von damals 100 auf nunmehr 54 zurückgegangen. OHO hat zahlreiche Ritter
an die große Rittertafel in Ahalla gerufen. Mit drei Knappen und drei Junkern sieht das Reych aber
zuversichtlich in die Zukunft.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
123 Brooklynia
Die in Band III der Chronik ausgedrückte Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat sich anfänglich
nicht erfüllt. Im Gegenteil, das Reych schrumpfte weiter. Der Tiefstand war a.U.126 mit 16 Sassen
erreicht, wovon 7 Sassen fahrend gemeldet waren. Da kam ein Pilger daher, der späterhin als Rt
ReiseFroh für eine erhebliche Vermehrung der Sassenzahl sorgte, wie auch den Reychsschatz und
Brandlethekonsum steigerte, bis wir a.U.142 einen fünffachen Ritterschlag celebrierten und 27 Sas-
sen zählten. Die Freude währte nicht lange. Bald meldeten sich drei der Jungritter fahrend, und ein
vierter verschlief permament den Sippungstag.
Der fünfte aber, Rt Eid der grosszügige Genosse, ist heute einziger aktiver Oberschlaraffe, die an-
deren beiden sind schwer bresthaft. Mit 19 Sassen, wovon ein Drittel fahrend ist, bleibt uns wieder
einmal nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.
Durchgehend konnten wir an derselben Adresse im Liederkranz sippen, wiewohl wir a.U.128 vom
vierten Stock in den Keller ziehen mussten. Kürzlich wurden die Möbel und andere Kleinode in
einen Schuppen verlagert, denn künftig müssen wir die Räumlichkeit mit anderen Organisationen
teilen und unser Spielzeug zu jeder Sippung auf- und abbauen.
Wie schon zehn Jahrungen zuvor, versuchten wir a.U.128 eine gemeinsame Lösung mit unserer
Mutter Nova Yorkia zu finden. Leider wieder erfolglos, denn kein Reych wollte seine Identität oder
seinen Standort aufgeben. Brooklynia hat es bislang überlebt, Nova Yorkia musste ihre Pforten
a.U.129 für immer schliessen.
Zu dieser Zeit war Rt Unser Erz Kantzler, Archivar und Adelsmarschall. Archiv, wie auch Orden und
Ahnen, waren in seiner Heimburg gelagert, bis alles zu Asche wurde und Brooklynias Geschichte in
Rauch aufging. Vielleicht aus Gram darob ritt er a.U.132 gen Ahalla.
Eine andere Säule der Brooklynia war OÄ Archifix, der a.U.130 gen Herbipolis zog und damit eine
grosse Lücke bei uns hinterliess.
Ein steter Mentor war uns Rt Unser Wanderbild, der, schon lange in Florida wohnhaft den Stamm-
tisch Mannesota betreuend, weiterhin den Kontakt mit uns pflegte. Selten voll war die Burg a.U.
143 anlässlich der Verleihung der Brillianten zu seinem GU. Nicht lange darnach ritt auch er gen
Ahalla.
Einer unserer schlaraffischen Höhepunkte war es zweifelsohne a.U.135, in den Gemarkungen un-
serer Zwillingsschwester Hippolytana (124) das 100-jährige Gründungsfest gemeinsam zu feiern.
Für dessen vorzügliche Organisation und Durchführung wollen wir Hippolytana stets dankbar sein.
Anfänglich war es üblich, wöchentlich zahlreiche Gastrecken willkummen zu heissen, meist von den
Nachbarreychen, aber oft auch von Übersee. Dies hat unsere Sippungen erheblich belebt. Die Re-
cken der Nachbarreyche sind nicht jünger geworden, selten können oder wollen sie heute mehrmals
pro Woche sippen und dabei die langen Strecken in tiefer Nacht zurücklegen.
Die Einritte sind spärlicher geworden, umso grösser die Freude, wenn einer kommt. Nichts auf
dieser Welt ist konstant, vieles ist zyklisch. Die Liebe, wie der Mond, sie nehmen zu, sie nehmen ab.
Wollen wir hoffen, dass auch Brooklynia wieder Tage der Grösse erleben wird, wie einstmals, als es
eines der lebhaftesten und beliebtesten Reyche Nordamerikas war.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 297-298