232 Am Erlenanger
Das Reych „Am Erlenanger“ nennt sich, einer Formulierung unseres Sprengelfürsten Horakles fol-
gend, seit einiger Zeit „Die Perle im mittleren Franken“ – ein Titul, der bisher noch zu keinen
Reychsfehden geführt hat. Manche Rededuelle im Reych selbst löste die augenzwinkernd in den
Raum gestellte Drohung aus, ein konkurrierendes Feldlager im benachbarten Möhrendorf zu grün-
den. Friedlich vereint die inzwischen traditionelle alljährliche Möhrendorf-Krystalline im Eismond
die Separatistenminderheit und ihre Gegner.
Zu den Neuerungen der letzten 25 Jahrungen gehören z.B. die wechselnde Verleihung eines „Kud-
dels“ für gereimte Blitzfechsungen oder die Bestellung eines Hofnarren (mit viel positivem Echo:
Rt Mega-Bim). Ansonsten ist das letzte Vierteljahrhundert von mancherlei Kontinuitäten geprägt,
auch in den Personen wichtiger Würdenträger.
Rt Kuni-fechs fungiert seit a.U. 127, unser „eiserner Kanzler“ Canevas amtiert seit a.U. 123, ebenso
lange Schatzmeister Rt Halt-die-Klapp, und der Marschall Rt A-to-micus verfasst seit a.U. 136 die
Amtlichen Protokolle. Hier darf auch unser Rt Sag-so-krates, einer unserer großen (Schmierbuch-)
Fechser, genannt werden, der demonstriert, wie man auch im 9. Lebensjahrzehnt noch Schwung in
eine Sippung bringen kann.
Alter Tradition folgend feiern wir weiter unsere jährliche Lethesippung mit Freunden des h.R. An
der Meyenburg. Gerne besucht sind unsere Hubertussippungen, die seit vielen Jahrungen auch
von profanen Jagdhornbläsern mitgestaltet werden. Und natürlich strömen Sassen anderer Reyche
mit ihren Burgfrauen stets zu unserem sommerlichen Rosenfest herbei. Manche Freunde reiten zu
Themensippungen aus Anlass von Jubiläen berühmter profaner Persönlichkeiten ein, aber auch zu
unseren „normalen“ Sippungen finden viele Gäste den Weg zum Erlenanger.
Vielleicht liegt das auch an den schmissigen Begrüßungsfanfaren und daran, dass wir als ein „Mu-
sikalisches Reych“ gelten. Überraschend viele Sassen spielen ein Instrument. Unsere „Stubn-Musi“
ist über die Reychsgrenzen hinaus bekannt, Rt Canevas zählt gar zu den Gründungsmitgliedern des
Allschlaraffischen Orchesters und war dessen langjähriger 2. Vorsitzender. Das Reych kann stolz
auf seine bekannten Clavicimbelspieler sein, neben Rt Net-so-forte auch wld. Rt Quetsch und Rt
Musenfreund.
Eng wurde es in der Erlenburg, als unser im Uhuversum weitbekannter Ehrenritter Rundolino (399)
am 7. 3. a.U. 143 wieder in seinem Heimatreych Am Erlenanger sesshaft wurde in(Ahalla seit a.U.
150). Schon a.U. 139 feierten wir unser 75. Stiftungsfest mit großer Festsippung. Aus Anlass des
Jubiläumsjahres entstand die „Chronik des Reyches Am Erlenanger 75 Jahrungen a.U. 64 bis a.U.
139“. Großfürst Rt van Tast und seine Mitarbeiter schufen damit eine eindrucksvolle, facettenreiche
Reychsgeschichte der profanen Jahre 1923 bis 1998 (mit einem bis 2002 reichenden Nachtrag), um
die uns manches Reych beneidet
Am 14.10. a.U. 145 folgte die Erkürung unseres wld. Rt Waldkauz zum Ehrenschlaraffen des Reyches
(profan der Zeichner, Maler und Grafiker Willi Hilpert, 1909-1986). Zu Ehren dieses Künstlers und
schlaraffischen Urgesteins erschien wieder eine reich bebilderte, von einem siebenköpfigen Redak-
tionskomitee geschaffene ansehnliche Broschüre.
Wer nun aber glaubt, dass wir Am Erlenanger nur Bücher verlegen, der besuche unser lebendiges
Reych, die „Perle im mittleren Franken“!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
234 Brundunum
„I wüßt net , was i tät – wenn i Schlaraffia net hätt...„ Diese von Rt Tonal-freddo zu neuem Leben
erweckte Burghymne charakterisiert in anschaulicher Weise das Sippungsgeschehen Brundunums.
Wie nahe jedoch Heiterkeit und Wehmut beisammen liegen, ist am mühseligen Kampf gegen
OHO’s Tücke zu erkennen: So sind uns Persönlichkeiten wie Alufex, Broschürl, Infamulus, Please-
Bittschön, Tonal-freddo, Wigo und viele andere in die lichten Gefielde Ahallas vorausgeeilt.
Kommen - Verweilen - Gehen... jeder Sasse hat auf seine Weise unauslöschliche Spuren im Reych
hinterlassen und Brundunum geprägt. Das Bemühen, die Ideale Schlaraffias zu pflegen und das
Blühen und Gedeihen des Reyches zu fördern, kommt in gar mannigfaltigen Aktivitäten zum Aus-
druck:
Zuvörderst sei die Stiftung des Hiddigeigei-Ordens durch Rt Broschürl genannt: Seit a.U. 127 wird
das gleichnamige Turney anlässlich einer Festsippung im Stadttheater alle zwei Jahrungen ausge-
richtet. Die Pflege des Andenkens an versunkene Reyche hat hier einen würdigen und im ganzen
Uhuversum anerkannten Rahmen gefunden. Die in diesen Turneys vorgelegten Werke – Früchte
umfangreicher, zum Teil mehrjähriger Recherchen – finden sogar Eingang ins Allschlaraffische Ar-
chiv. Brundunum hat sich zur Aufgabe gemacht, das Vermächtnis des Rt Broschürl zu übernehmen
und fortzusetzen.
In wahrlich tatkräftiger Weise hat Rt Glanda einen Beitrag zur Bewahrung Schlaraffischen Anden-
kens geleistet: Eine Sprosse aus dem Geländer der Teutoburg zu Prag sowie ein geschnitzter Uhu,
der dereinst links vor der Rostra der Praga stand, zieren dank seiner Bemühungen unsere Burg.
Unserem Jk Ernst – wld Rt Weingeist – gelang es am 11.3. a.U. 130 in einem gewaltigen Ringen, dem
hohen Reyche Lietzowia den Firlefanz-Humpen zu entreißen. Zwei derer Jahrungen zierte diese im
Uhuversum heiß begehrte Trophäe unsere Burg, ehe sie trotz heftigster Gegenwehr an das Reych
Auf der Heide weitergereicht wurde.
Das 75. Stiftungsfest a.U. 139 wurde in besonders würdevoller Weise im Bürgerhaus zu Simbach be-
gangen. Der Wahl des Ortes kommt insofern große Symbolkraft zu, als damit die enge Verbindung
der beiden Grenzstädte – genau zum Zeitpunkt der Schließung des profanen Grenzkontrollpostens
– demonstriert wurde.
Als Pendant zum profanen Schengen-Abkommen hatte sich Brundunum schon zuvor (a.U. 136)
genötigt gesehen, sich zur Verteidigung Schlaraffischer Werte zu rüsten: Unter Führung des Rt Al-
ufex wurde die BUG (Brundunesische Uhulanengarde) gegründet. Inzwischen legendär sind die
biennial, in der krystallinischen Zeit abgehaltenen Manöver...Burgfrauen sind im Gegensatz zu allen
anderen Krystallinen erst zum abschließenden Manöverball geladen – fallweise aber auch zur Lin-
derung allfälliger Blessuren...
Womit wir bei den leiblichen Genüssen angelangt wären. Luku-Lozzi–Ripperl, Manneskraft, Imp-
Blunzen oder Grießknödel sprechen als Sippungsthemen für sich. Dass auch zur Bayern-, zur
Bettschoner-, Fischer- und Jägersippung eine Atzung gereicht wird, sei hiemit kundgetan. Zum
Abschluss wird edelste Faunlethe kredenzt. Dass diese auch die nächsten 25 Jahrungen ohne Un-
terlass fließen und dem güldenen Ball des Schlaraffischen Spiels Flügel verleihen möge, das walte
Uhu!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s