226 Hala bavarica
Während sich in der vorhergehenden Epoche einschneidende Begebenheiten zutrugen, nämlich
eine Reychsfehde und der Bau der eigenen Burg, ist der Zeitraum von a.U. 125 bis 150 in deutlich
ruhigeren Bahnen verlaufen.
Nur ein Ereignis überstrahlte alle anderen: Das 75. Stiftungsfest, das im prachtvollen Ambiente des
Staatlichen Kurhauses zu Bad Reichenhall am 22.3. a.U. 138 in gar feierlicher Weise zelebriert wurde.
Dabei hatte sich die Hala bavarica zum Ziel gesetzt, an diesem Festabend den huldvollen Gratu-
lationen nur einen bescheidenen zeitlichen Rahmen zu überlassen, dagegen den Freunden auch
einen bunten Reigen von qualitätsvollen Fechsungen zu bieten, um so den einzigartigen Charme
Schlaraffias zu vermitteln.
Das ist unter der Regie der drei abwechselnd Fungierenden – OÄ Rt Pieks, OI Rt Lex mihi ars und
OK Rt Hegelin – zur Freude aller gut gelungen. Neben dem offiziellen Teil mit einer Festansprache
bewirkten dies viele großartige musikalische Darbietungen sowie beachtliche ernste und heitere
Wortvorträge von Sassen der verehrten Mutter Juvavia, der sonnigen Tochter Truna Bavariae, der
lieben Ziehschwester Stella Alpina, der hohen Styria und des eigenen Reyches.
Zur Festsippung kamen 178 Schlaraffen mit einem Tross von 112 Angehörigen aus 35 Reychen sowie
10 Gäste. Das ergibt zusammen die stattliche Gesamtzahl von haargenau 300 Teilnehmern.
Neben dem genannten Stiftungsfest beherrschte die Hala bavarica den schlaraffischen Alltag. Und
der war und ist es, der die größte Freude bereitet. Ganz „normale” Sippungen, sofern es in Schla-
raffia so etwas überhaupt gibt, wechselten sich ab mit Themensippungen wie zum Beispiel „Gott
mit Dir, Du Land der Bayern”, „Krachlederne”, „Münchhausen”, „Steckenpferde”, „Vom Reisen und
Wandern”, „Mundart” oder „Königlich Bayerisches Amtsgericht”.
Dazu kamen die jährlich gleich bleibenden Sippungen wie Ritterschlag, Uhubaumfest mit Burgfrau-
en, Heroenfeier mit dem Turney um die Funkekette, Rostrastafette, Katersippung mit Burgfrauen
am Ascherdonnerstag, Sänger- und Musikantentreffen, Adels- und Ordensfest sowie Ahallafeier
mit Gräbergang.
Neben den laufenden Sippungsabenden gab es noch Ausritte in befreundete Reyche, ferner Ge-
burtstagsfeiern von Schlaraffenbrüdern, die dazu ihre Freunde einluden. Eine davon übertraf alle
anderen: Das 80. Wiegenfest von ErbO Rt Hippeis, der am 20. des Erntemonds a.U. 135 zu einem
Hoftag auf „sein” Ritterschloss Pertenstein einlud.
Dort empfing der jugendlich wirkende Jubilar und Burgherr seine Gäste hoch zu Ross in schwerer
Rüstung. Vom Helm mit geöffnetem Visier über Brustharnisch und Bauchreifen bis zu den Bein-
röhren war alles der eigenen Rüstkammer entliehen, und alle Besucher wähnten sich in die Zeit des
Berufskriegerstands der Ritter im Hochmittelalter zurückversetzt.
Noch einmal blitzten die ritterlichen Tugenden auf: Untadeliger Lebenswandel, Treue, Schutz der
Schwachen, Frauendienst. Welch erstrebenswerte Ideale! Sie sind uns Schlaraffen seit dem einzig-
artigen Fest auf Burg Pertenstein noch mehr Ansporn und Verpflichtung.
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229 Losangela California
Wir erinnern uns gerne an viele wunderschöne, interessante Sippungen und Feste in unserer En-
gelsburg an der „Western”. Der zunehmende Verfall der Umgebung zwang uns jedoch zum Verkauf
dieses Kleinods a.U. 124. Nach dreijähriger Suche, während der wir in Restaurants sippten, fanden
wir ein Gebäude in Whittier und erwarben es.
ErbO Schwatz-weis’ als Bauherr und Gestalter verwandelte den rohen Keller in unsere neue Engels-
burg. Als sie mit großer Feierlichkeit am 16.5. a.U. 127 eingeweiht wurde, meinten eingerittene Sas-
sen, dass es wohl eine der schönsten Burgen im Uhuversum sei. Aber schon am 1.10. der nächsten
Winterung machte uns Ohos Tücke einen bösen Strich durch die Rechnung. Das Whittier Narrows
Erdbeben beschädigte viele Gebäude in der Stadt, darunter unsere Burg.
Der Wiederaufbau der Engelsburg zu verschärften baulichen Vorschriften (neuer Erdbeben-Stan-
dard) zwang uns, ein großes Darlehen aufzunehmen. Das „Turney der Blauen Berge”, am 20.11. der
selben Winterung, fand in der wieder eröffneten, notgesicherten Engelsburg unter der Beteiligung
unserer Ziehmutter, der h. Franciscana, ihrer Tochter, der h. Josefina und der h. Denvera statt.
Mittlerweile hatte Rt Hoffmas, mit der fleißigen Mithilfe der Losangela-Ritter Halali, Schwatz-weis’
und Nonpareil einen Stammtisch in San Diego zum Feldlager und bis zur Colonie geleitet.
Am 21.11. a.U. 128, stieg bei der wundersamen Sanktionsfeier unsere bildhübsche Tochter aus der
Taufe, das h. Reych „Am Stillen Meer” (403).
Das goldene Zeitalter unseres Reyches erreichte seinen Höhepunkt a.U. 129. So war in jener Winte-
rung die Junkertafel 12-fach besetzt! Die meisten hatte Fürst P-Da-Goge angeworben. Das war und
bleibt ein Rekord für unser Reych. Zwei Jahrungen später gab es einen gar feierlichen, fünffachen
Ritterschlag, der vor allem von unserer lieben Tochter gut besucht war.
Als die h. „Augusta Vindelicorum”, unsere junge, unerfahrene Tochter, zu einer Reychsfehde for-
derte, stellten wir uns schweren Herzens zur Verfügung, sodass diese in unseren Gemarkungen
ausgetragen werden konnte. Die „Römer” der Augusta schlugen dann auch die „Indios” vom Stillen
Meer in einem gar fröhlichen Streit im Phoenix Club am 29.4. a.U. 136. Ritter sowohl aus Europas,
als auch aus Ahamerikas Gemarkungen wohnten dieser inspirierten Reychsfehde bei.
Am 23.5. a.U. 139 feierten wir Losangelas 75. Wiegenfest, zusammen mit der 15. Reychstagung des
LVNA. Das Long Beach Hyatt Hotel war der Austragungsort dieses wunderschönen, fulminanten
Doppelfestes, bei dem Schlaraffen aus dem ganzen Uhuversum begrüßt werden konnten.
Sassen, die das Geschick unseres Reyches in den letzten dreißig Jahrungen mit sicherer Hand leite-
ten, waren die OS ErbO Schwatz-weis’ (silberne Verdienstmedaille), ErbO Praga-Enkel, Rt Teu-Teu
und ErbK Nonpareil (bronzene Verdienstmedaille).
Die Tradition der kalifornischen Reyche, sich jede Sommerung im Herbstmond zu einer Freund-
schaftssippung an der Pazifischen Küste zu treffen, wird gerne und regelmäßig weitergeführt und
sehr gut besucht.
Ebenso feiern wir weiterhin die monatlichen Kristallinen und Gartenfeste der Sommerung in der
frohen Runde von Schlaraffen, Burgfrauen, Tross und von Gästen.
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