269 An den Zwo Pruggen
Die letzten 25 Jahre waren für die Sassenschaft unseres Reyches im Hinblick auf die Reychsstruktur
und das Sippungsgeschehen recht abwechslungs- und auch erfolgreich. Wenn es uns auch wieder
um nicht gelang eine eigene Burg zu bauen, so machten wir aus der Not eine Tugend und zogen
a.U. 127 in unsere derzeitige Notburg im Hotel „Rosengarten am Park” ein, in der wir uns gut auf-
gehoben fühlen, zumal hier insbesondere das Ambiente stimmt.
Die Sassenzahl hat sich nur geringfügig erhöht, sodass man zunächst eine gewisse Konstanz ver-
muten könnte. Die Fluktuationszahlen zeigen jedoch ein anderes Bild. Insgesamt hatten wir in
diesem Zeitraum 13 Neuzugänge, darunter 2 Fahrende aus anderen Reychen.
Den Ahallaritt mussten bedauerlicherweise 7 Sassen antreten, freiwillig ausgetreten sind 4 Sassen.
10-mal erhielten Junker den Ritterschlag. Zum Zeitpunkt des Chronikbeitrages zierten 27 Ritter und
1 Knappe die Stammrolle. Außerdem warten 1 Prüfling und 1 Pilger auf ihre Kugelung.
Feierlich begangen wurden 2 Stiftungsfeste unseres Reyches, jeweils in der zur Festburg erklärten
Fasanerie Zweibrücken, wo einst der Polenkönig Stanislaus Leszcynski ein Lustschloss errichtet
hatte und dort zeitweise Asyl, Erholung und Abwechslung suchte und auch fand.
Zum 70. Stiftungsfest am 12.4. a.U. 138 zierten 190 Gäste, die aus 14 Reychen gekommen waren,
unsere Festburg. Beim 80. Stiftungsfest am 21.4. a.U. 148 waren es deren 214 aus wiederum 14
Reychen, darunter Fähnlein aus unserem Mutterreych Baruthia, aus dem Schwesterreych Curia Sa-
lensis, aus dem Großmutterreych Norimberga und von unserer Ziehmutter Sarebrucca. Selbstver-
ständlich waren auch unsere Nachbarreyche zahlenmäßig stark vertreten.
In den letzten 10 Jahrungen haben wir in unseren Sippungsfolgen immer ein bis zwei Reychsausritte
verbindlich festgelegt, um damit die Außenaktivitäten unserer Sassen zu unterstützen. Auch sind
die „Montagssipper”-Veranstaltungen (Pfalzbruggen, Landes-Aue, Lulutetia Parisiorum und unser
Reych) eine ständige Einrichtung geworden, ebenso das Turney der saar-pfälzischen Reyche um die
„Heribardus-Kette” (163).
Unser Reych wird gerne besucht. Recht selten sippen wir ohne Gastrecken. Dass die Verleihung des
bayerischen Kronenritter-Ordens u.a. auch den Besuch unseres Reyches erforderlich macht, belebt
die Einritt-Szene. Die Altersstruktur unserer Sassen ist bei einem Durchschnittsalter von 72 Jahren
alles andere als günstig.
Nachwuchswerbung ist deshalb nach wie vor ein vordringliches Anliegen. Andererseits konnten wir
vermehrt Altersjubiläen, wir Urs-, GU- und sogar Brillanten zum GU-Verleihungen, feiern. So wurde
z.B. der GU-Orden 8-mal und die Brillanten zum GU-Orden 2-mal verliehen.
Selbstverständlich werden auch unsere lieben Burgfrauen in angemessenem Umfang an unserem
schlaraffischen Tun beteiligt. Insbesondere unsere alljährliche Uhubaumfeier und die Fastnachts-
Krystalline sollen in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Zum Abschluss wollen wir versi-
chern, dass wir alles mögliche tun werden, um das Uhunest „An den Zwo Pruggen” zu erhalten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
271 Offenburgia Badensis
Unsere Reychschronik in Band III schloss mit dem Wunsch, dass der künftige Chronist von einer
gedeihlichen Weiterentwicklung berichten kann. Ja, er kann! Geborgen in der Offenen Burg, verlän-
gerte sich konstant die Sippungs-Perlenkette. Eine bunte Vielfalt von anregenden Themen ließ uns
auf der schlaraffischen Blumenwiese Purzelbäume schlagen, den Humor auf die leichte Schulter
nehmen und „In-arte-voluptas” Reverenz erweisen.
Getreulich spielten mit uns Freunde anderer Reyche, von denen wir etliche in die a.U. 132 gegründe-
te dreistufige „Simplicissimus-Ritterschaft„ aufnahmen. Freudvolle weitere Konstanten:
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alljährliche Wechsel-Sippungen mit den Freunden des Castrum Solodurum, der Hohen
Freudenstatt und der Tochter Hohenschramberg,
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Waldspeckessen im Forste des niederen Hanauer Landadels (Rt. Erlkönig) und
Germatt-Sommerfeste (Junkertafel)
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in Inhalt und Form fürtrefflichste Schmierbuch- und Einkleber-Fechsungen unseres
Schreibmeisters Rt Graph-Strich,
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unser Kantzler Rt Silvester, seit a.U. 117 bis a.U. 148 unermüdlich gleichsam unser
Geschäftsführer und unser „Reychsgedächnis”
Was für ein Höhepunkt: Unsere 75. Gründungsfeier a.U. 143 in simplicianischer Heiterkeit und
familiär-freundschaftlichem Rahmen. Und: Uhu beglückte uns mit Mutterfreuden!
A.U 130 entließen wir schmerzfrei in die schlaraffische Welt unsere Tochter Hohenschramberg. Ihre
Laktose-Unverträglichkeit konnte sie gleich dank unserer Lethe-Gene überdecken. Dies ließ unser
„allzeit lethefrohes Reych” erstolzen und weiter stolz sein auf ihre allseits gefällige Spiel-Freude.
Wie Frohsinn fördernd: auf dem Hochseil zu artifechsen mit dem Netz der Mutter-Ziehmutter-
Tochterreyche und Allschlaraffias darunter!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s