Babenbergia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 208 — Babenbergia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

208 Babenbergia
In der Rückschau betrachtet waren die letztvergangenen 25 Jahrungen für die Babenbergia eine gute
und glückliche Zeit. Am 30.4. a.U. 134 allerdings hätte dies kein Sasse zu hoffen gewagt, denn da-
mals sippten wir zum letzten Mal in unserer alten, liebgewonnenen Metisburg im Steinernen Haus.
Ein überraschender Besitzerwechsel des Gebäudes trieb uns danach aus dem vertrauten Gewölbe
und bescherte uns eine unsicher scheinende Zukunft.
Uhus Wohlwollen und der Tatkraft einiger Sassen war es zu verdanken, dass die Babenbergen trotz-
dem bereits im Lethemond 134 in ihrer neuen Metisburg sippen konnten. Unter der Regie unseres
OÄ Großfürst Unser Recht-Phil machten sich auch weitere orts- und sachkundige Sassen auf die
Suche nach geeigneten Räumen, die schließlich in den Kellergewölben des alten Waisenhauses am
Kaulberg gefunden wurden. Größere Umbauten waren notwendig bis wld Fürst Unser Reimklex da-
ran ging, den Rittersaal durch seine Fresken prachtvoll zu gestalten und Rt Diabolo - damals noch Jk
Erhard - mit gleicher Freude und Kunstfertigkeit die Atzungsklause heiter und liebenswert ausmalte.
Allerdings wären auch die neuen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichend gewesen, um die große
Schar zu fassen, die a.U. 136 der Babenbergia zu ihrem 75. Stiftungsfest gratulieren wollte und dabei
ihre herzliche Verbundenheit zum Ausdruck brachte. Bei dieser Festsippung auf der Altenburg be-
stieg auch unser langjähriger OÄ Großfürst Unser Keramos, Großkantzler des Metisritter-Ordens,
die Rostra, um mit bewegenden Worten an das Schicksal unserer Mutter, der Hohen Metis, zu
erinnern und den Babenbergen den feierlichen Schwur abzunehmen, der Metis und dem Metisge-
danken, wie ihn der MRO verkörpert, auch in Zukunft die Treue zu halten. Wenige Wochen später
musste Unser Keramos gen Ahalla reiten. Die Babenbergia verlor mit ihm einen ihrer markantesten
und wichtigsten Sassen. In den Ahallafeiern gedachten wir auch zahlreicher anderer Freunde, die
zumeist viele Jahre unser Spiel mit uns spielten und nun in der Erinnerung jedes Einzelnen weiterle-
ben. Diesen schlimmen Lücken steht eine große Zahl neuer Sassen gegenüber, die sich an der Jun-
kertafel schlaraffisches Wissen erwarben und nach und nach auch unserem Spiel wichtige Impulse
verliehen, zu denen nicht zuletzt auch eine deutlich erhöhte Musikalität zählt.
Der von den Rtt Herz-so-Phil, Platschari, Kra-Watt(188) und Olifant(188) neu gestiftete Einritt-Orden
der „Ritter vom Frankenschild” soll zum Besuch der fränkisch-thüringischen Reiche ermuntern und
zugleich deren Zusammengehörigkeit und freundschaftliche Verbundenheit zum Ausdruck brin-
gen. Besonders eng gestaltete sich diese Verbundenheit mit den Freunden aus der hohen Geraha,
zu denen erste Kontakte noch in der Uhufinsternis entstanden.
Die ebenfalls von Babenbergen und Baruthen begründeten, sommerlichen Ritterspiele im Franken-
stadion zu St. Adelhofen konnten a.U. 148 zum dreißigsten Mal erfolgreich durchgeführt werden
und auch die Tour-de-Lulu, die in all den Jahren mit dem Tretross in verschiedene Gegenden Euro-
pas führte, gehört für viele Sassen zur gern gepflegten Tradition des Reiches.
Innerhalb der Sippungsfolge gilt dies auch für zahlreiche besondere Anlässe, wie das Stärkantrinken
bei Rt Gaumulus, die Bremsersippung unseres OI Herz-so-Phil, die Heimat- und Mundartsippung
unseres Rt Aweng-Phil, die von den Rtt Engala und Anglion begründete Forellensippung, sowie die
Feuerzangenbowle von Rt Feuer-Bach, die uns kurz nach Jahresbeginn in der Burg vereint. Das An-
täus-Fest unseres Rt Bene-Lux und das Burghof-Fest sind regelmäßig gern genutzte Möglichkeiten,
selbst während der Sommerung im großen schlaraffischen Rahmen, zum Teil auch mit Burgfrauen
zusammen harmonisch zu feiern. Möge diese Harmonie, die entscheidend den Flug des güldenen
Balls bestimmt, auch in der Zukunft erhalten bleiben.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
209 Mimegarda
„Die uns kennen, kommen gerne wieder” heißt es in dem schwungvollen Willkommensklang un-
seres stets fröhlichen Reyches, den Rt Timpani gefechst und unser ER Don Allegrotto in Noten
gesetzt hat.
Zahlreiche schlaraffische Aktivitäten gehen im Reych von der Sassenschaft aus: ein Klangbuch der
Mimegarda wird verteilt, eine Fanfare mit kunstvoll bestickter Flagge gestiftet, eine wertvolle Rit-
terrüstung zur Zierde der Burg aufgestellt. ER Minero übergibt dem Reych ein wohltemperiertes
Clavicimbel als Ersatz für das alte, meist verstimmte. Rt Spree-Igel gibt nach jeder Winterung eine
inhaltsreiche Broschüre heraus mit den nichtamtlichen Protokollen, herausragenden Fechsungen
und Ritterarbeiten, die er „Fundgrube” nennt.
Die jeweilige Sommerherrlichkeit erstellt ein Programm mit Veranstaltungen, unter denen sich die
Pättkesfahrt per Fahrrad durchs Münsterland besonderer Beliebtheit erfreut. Großen Einsatz al-
ler Sassen erforderte der Umzug der Burg a.U. 127 vom Dachgeschoss des Studentenheims ins
Erdgeschoss in Bahnhofsnähe. Bis zum Spezialdimmer für den Uhu und den Thron wird vieles in
Eigenarbeit erstellt. Das geräumige Souterrain bewährt sich hinfort bei nahrhaften Festlichkeiten.
Während der Jahrungen, über die zu berichten ist, erfreut sich die Sassenschaft an einem stets gut
besetzten, strahlend erleuchteten Thron. Immer gut gelaunt, immer schlagfertig fungiert Rt Negligé
25 Jahre lang zur Freude aller.
Rt Binokio wird als Nachfolger des unvergessenen Rt Tantalos ein beliebter, für Fröhlichkeit sorgen-
der Oberschlaraffe. Dazu kommt für viele Jahrungen Rt Spottfroh als OK mit seiner besonderen
Fähigkeit, dem Reych in speziellen Sippungen die schlaraffischen Geistesheroen nahe zu bringen.
Die Tradition von C Rt Pinkus, jeden Gast zum Einritt mit Gesang zu begrüßen, setzt Rt Jokos mit
geblitzten Vierzeilern fort.
Als humorvoller Meisterfechser trägt Rt Stups zum Gelingen vieler Sippungen bei. Immer wieder
animieren die Junkermeister ihre Junkertafel zu außerordentlichen Leistungen. Emsig wie eine Bie-
ne schwebt die von allen verehrte Styxin Renate durch die Burg.
Ein Glanzlicht schlaffischen Lebens ist das 75. Stiftungsfest in der Stadthalle von Hiltrup mit über
300 Gästen aus 56 Reychen. Schon der Einritt aller Würdenträger des Reyches mit den Symbolen
ihrer Würde bringt Jubel in die Festburg. Ein weiterer Höhepunkt ist die gemeinsame Festsippung
mit dem Mutterreych Ossenbrugga zur 350. Wiederkehr des westfälischen Friedens.
Unvergesslich bleibt auch die Sippung zum 100. Wiegenfest von Rt Pittorius, der sich mit launigen
Worten frei sprechend für die Ehrungen bedankt. Die Ostereiersippungen der benachbarten Don-
nerstagsreyche führen jedes Mal zu ausgelassenen Zusammenkünften in jeweils bis auf den letzten
Platz gefüllten Burgen.
Mit einer gut besetzten Junkertafel, einem stets erleuchteten Thron und einer relativ jungen Sas-
senschaft geht die Mimegarda fröhlich und mutig gefasst der Zukunft mit einer neuen, eigenen
Burg entgegen und hält sich dabei an den historischen Leitspruch „Ehr is Dwang gnog” aus dem
Krameramtshaus unserer Stadt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 338-339