311 Am Hohenwaldeck
Stiftungsfeste im großen Rahmen zu gestalten, war noch nie unsere Sache. Jedoch am 20.11. a.U.
140 galt es ein halbes Jahrhundert als glanzvolles Ereignis zu feiern, war es doch die erste Reychs-
feier seit der Gründung unseres Reyches.
Im Saal des Bayerischen Hofes zu Miesbach begrüßte der Fanfarenzug unserer Ziehmutter Mo-
nachia die 244 Gäste aus 30 Reychen. Die Funktion wechselte unter den Oberschlaraffen Radl,
Fexameter und Der-Bleck.
Vertreter des ASR und DSR waren zu Ehren des Jubelreyches vertreten. Von profaner Seite über-
brachte der 1. Bürgermeister Dr. Maier in launigen, mit schlaraffischer Sprache gewürzten Worten
die Glückwünsche der Stadt Miesbach.
Was wäre das „Habererreych” ohne Haberer? Zum Schluss des festlichen Abends wurde die Fest-
burg dunkel, rußgeschwärzte Gesellen erschienen mit großem Getöse und begannen ihr Treiben.
Gutes und weniger Gutes aus dem Schlaraffenleben prangerten sie an. Dann verschwanden sie
wieder unerkannt, so wie sie gekommen waren.
Kunstgenuss in einer Matinee mit den Musici Tasterix, Clavicimbel, Don Fiedelio, Seufzerholz und
V. Kolpachnikow, Kniewinsel, erlebten am anderen Tag die noch in unseren Gemarkungen verblie-
benen Gäste.
Als ältester und als zweiter Sasse seit Bestehen des Reyches wurde Großfürst Postijo am 8.11. a.U.
139 mit dem Großkristall zum GU-Orden ausgezeichnet. Die Ehrung konnte leider nur in seiner
Heimburg vollzogen werden.
Einen schweren Verlust hatte das Reych zu verkraften. Nach 45 Jahrungen Schlaraffentums und 25
Jahrungen als Oberschlaraffe hat uns Oho Patriarch Terpsi Chiro am 11.4. a.U. 141 entrissen. Er trug
den Ehrentitul „Unser Vater” und war Stütze und Wegbereiter für das Reych.
Unserem kleinen Reych fehlte der Nachwuchs. Die folgenden Zahlen verdeutlichen den Rückgang:
Wir hatten a.U. 124 noch 33 Ritter und vier Junker, a.U. 143 waren es nur noch 24 Ritter und ein Jun-
ker. Es war schwierig, Nachwuchs anzusprechen, weil zwei Reyche im Landkreis am Freitag sippten.
Nach vielen Überlegungen wurde entschieden, den Sippungstag zu verlegen.
Ab 1.10. a.U. 140 war Montag der Uhutag. Die Umstellung war erfolgreich, denn sofort konnten vier
Neuzugänge gewonnen werden. Zur Freude aller wurde daraus am 28.1. a.U. 146 ein vierfacher Rit-
terschlag. Die Zugänge setzten sich fort, so dass jetzt 12 neue Recken die Sassenzahl vermehren.
Auch der Freundschaft zu unserem Nachbarreych Am Tegrinsee half die Verlegung unseres Uhuta-
ges. Es ist der Freitag kein Hindernis mehr, unsere Sippungen gegenseitig zu besuchen.
Ein fester Bestandteil in der Sommerung ist der alljährliche Tretross-Ritt unter der Führung des
Sattelwetzers Ja-mei. Neben körperlichem Einsatz stehen auch Kunstgenuss - Klosterkirchen und
Kapellen - und eine gemütliche Atzung auf dem Programm.
Kartenspielen ist zwar kein schlaraffisches Ideal, jedoch gilt „Schafkopfen” als bayerisches Karten-
spiel schlechthin. Von Schlaraffen des Hohenwaldeck angeregt, wird seit Windmond a.U. 144 dieses
Kartenspiel als „Hohenwaldecker Schafkopfturnier” in der Sippungsfolge vermerkt.
Die Schlusszeilen unserer Abschiedshymne sollen für alle Zeiten gelten: „...reitet bald frohgemut
wieder bei uns ein! Sollt Am Hohenwaldeck stets willkommen sein.”
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
312 Am Eschenwege
Im Rückblick auf die vergangenen 25 Jahrungen schreibt der Chronist die Geschichte des ehemali-
gen „Grenzlandreyches” fort, welches in seiner „Grenzlandburg” noch heute an die Reyche hinter
dem sog. „Eisernen Vorhang” erinnert. Die berühmten „Thuringia-Sippungen” gestalten die Reyche
in Thüringen inzwischen selbst. Die Uhufinsternis ist beseitigt.
Das Reych 312 an der Werra feiert seine Sippungen und Ereignisse - seit a.U. 117 - im historischen
„Herrenkeller” des 1578 vollendeten „Hochzeitshauses” der Stadt Eschwege in alter Heimatver-
bundenheit. Dieses manifestiert sich in den Reychsfarben blau/weiß, den allseits beliebten Diete-
mann Ahnen (Wahrzeichen der Stadt), manchem Titul, vor allem aber mit den seit 52 Jahrungen am
Heimatfest, dem jahrhundertealten „Johannisfest”, wiederkehrenden „Johannisritter-Sippungen”.
Sie gelten über die Gemarkungen hinaus als schlaraffische Höhepunkte der Jahrungen und als
begehrtes Ziel vieler Einritte.
Diese Sippungen der „Johannisritter” bewertete die lokale Presse in unserem Sinne als „...großar-
tige Veranstaltung voller Witz und Geist und künstlerischen Genusses.” Satzungsgemäß zählt das
Reych stets nur 24 „Johannisritter” aus verschiedenen Reychen und unterhält zu diesen freund-
schaftlichste Kontakte.
In den vergangenen Jahrungen, so erkennt der Chronist, sind durch eine Vielzahl regelmäßiger
Ausritte und Besuche, nicht nur mit dem Großmutter- (51) und Mutterreych (248), feste und freund-
schaftliche Verbindungen mit Reychen und zwischen einzelnen Sassen neu entstanden. Ihnen ver-
dankt unser Reych einen wachsenden und äußerst tragfähigen Austausch, der in bemerkenswerten
und willkommenen Einritten, sowie gemeinsamem Spiel und Feiern Gestalt gewinnt. So bestimmt
diese Tatsache bis heute Persönlichkeiten unseres Umkreises, dem Lebensbund Schlaraffia bei-
zutreten und unseren allschlaraffischen Idealen im Dienst und Geist Uhus nachzuleben. Es bleibt
Zukünftiges gesichert und den Freunden in Ahalla eine gestaltende Nachfolge erhalten. Sie werden
jährlich mit einem erinnerungsreichen Gräbergang geehrt.
Im verpflichtenden Gedenken an unsere Ahallarecken stehen hier die gegenwärtigen Namen un-
vergessener Ritter für alle - Rtt Lustifex (langjähriger OS, Mitglied des DSR), Don Ckarlos (als
letzter EZ a.U. 143 gen Ahalla geritten), Paletti (Kn. 2, Großkristall zum GU, 32 Jahrungen Hofmaler,
Ehrenhelm des Reyches Ysenaha), Lydström (Großkristall zum GU, 54 Jahrungen Zinkenmeister),
Don Basilio (weithin bekannter Zinkenmeister, Gründer des Burgquintetts).
Auch die Reychsfehde gegen das Großmutterreych Chasalla a.U. 139 auf der Burg Ludwigstein
bleibt in Gedanken. Während in der Sommerung nach altem Brauch rege Krystallinen - überwie-
gend gestaltet von der Junkertafel - Kontakte unter den Freunden aufrechterhalten, bringen die
Winterungen in der „Grenzlandburg” meist anspruchsvolle, originell gestaltete Sippungen für das
Reych an der Werra.
Mit Bedacht werden herausragende Fechsungen nach Auswahl und Entscheid des OSR in „Das
Goldene Buch” aufgenommen. Im Bewusstsein, dass Vergangenes in das Zukünftige von heute
führen wird, stellt sich die Sassenschaft unter Uhus Schutz.
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