246 Gaudia mundi
Während der Winterung a.U. 124/125 führte die intensive Suche nach einer neuen Burg zum Erfolg.
Eine seit Jahren leer stehende Werkstatt konnte angemietet werden. Mit enormem Kostenaufwand
und einem Kraftakt an Eigenleistungen erfolgte der Umbau. Unter Führung des kreativen und ge-
nialen Burgbaumeisters Rt Sophistes wurde in nur 5 Monaten ein grandioses Meisterwerk mit ein-
zigartigem Ambiente vollbracht. Unmengen origineller Ideen und durchdachter Details wurden fast
ohne fremde Handwerker verwirklicht.
A.U. 134 konnten wir das Gebäude für rund 80 000,- DM erwerben, wahrlich ein Schnäppchen, um
das uns manch anderes Reych heute noch beneidet. Inzwischen sind wir nahezu schuldenfrei! Am
24.9. a.U. 135 feierten wir glücklich und heiter die Sondersippung „Die Burg ist unser”.
Während der Freiatzung verbreiteten die „Gmender Geigerla” mittelalterliches Flair in unserer „ei-
genen” festlich geschmückten Fünfknöpflesburg.
Unser 75. Stiftungsfest zelebrierten wir am 13.11. a.U. 140 im Hans-Baldung-Grien-Saal im Stadt-
garten. Nahezu 100 Freunde feierten mit uns vier Stunden lang mit Witz, Humor und vielen mu-
sikalischen Einlagen. Das schönste Geschenk unserer Gäste: Keiner hatte vorzeitig die Festburg
verlassen.
Rechtzeitig zum Fest wurde auch die erste vollständige Chronik unter Leitung von Rt Heck-tik fer-
tig. Die Vorarbeiten dazu verdanken wir der Sammelleidenschaft unseres Rt Skizzewitz. Die 2.000
Sippung am 1.2. a.U. 147 geriet zum rauschenden Fest mit einem Feuerwerk brillanter Fechsungen
in unserer bis auf den letzten Platz gefüllten Burg.
Wie schon zuvor beim Stiftungsfest erschienen auch von dieser beeindruckenden Sippung Farbbe-
richte in beiden Gmünder Tageszeitungen. Jedes Reych hat seine Besonderheiten. So trägt bei uns
der Ritter, der die Blaue Kerze entzündet, auf Sippungsdauer die Schärpe des versunkenen Reyches
Preciosa Iserina. Auch unsere Jahrungsringe mit dem grünen Smaragd erinnern an dieses Reych.
Eine besonders wertvolle Seltenheit stellt unsere Iserinakette dar. Bei der künstlerischen Arbeit
wurden Originalstücke dieses ehemaligen Reyches verwendet. Zu Ehren jedes ersteinreitenden
wird der Fünfknöpflesgral geöffnet, wobei „die vor Ehrfurcht erschauernden Sassen vom gaudia-
mundischen Geist unvergesslich erfüllt und durchdrungen werden”. In jeder Winterung gibt es die
Remstalreyttersippung, die Uhubaumfeier mit Burgfrauen und jeden Aschermittwoch die taxfreie
Heringsatzung.
Sir Peter Ustinov erkürten wir a.U. 145 zum Ehrenschlaraffen Nero, alldieweil jener Mime in unse-
rer Stadt mit Remswasser getauft worden war. Seit zwei Jahrzehnten schwankt unsere Sassenzahl
stets um die 50, was wir für durchaus gut erachten. So geht das schönste Reych an der Rems mit
einer stattlichen Junkertafel und gesunden Finanzen einer verheißungsvollen Zukunft entgegen.
Das walte Uhu!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
247 Nauinheimbia Wettereiba
aurea
In der Allschlaraffischen Chronik zum 125. Bestehen unseres Bundes ist zu lesen, dass das Reych
auf mittlerweile 64 Sassen angewachsen ist. Mit Stolz stellen wir fest-, dass sich unsere Mitglie-
derzahl auch jetzt, 25 Jahre später, in diesem Bereich bewegt und dass wir nach wie vor guten und
zahlreichen Nachwuchs haben. Allein dies lässt uns mit Zuversicht in die Zukunft schauen.
Zahlreich sind die Einritte bei uns und es ist uns immer wieder Ansporn, wenn einreitende Freunde
sich über die große Einigkeit und Harmonie in unserem Reych freuen. Gebe Uhu, dass es weiterhin
so bleibt. Die Einigkeit zeigt sich auch darin, dass die Träger der Reychswahlwürden zumeist über
lange Jahre ihre Ämter gewissenhaft ausführen.
Es ist stets eine Freude, bei den vermehrten Reychsausritten zu Gast bei Freunden zu sein, wie wir
uns auch im Gegenzug freuen, in unserer Burg lieb gewordene und bekannte Gesichter ebenso
herzlich begrüßen zu können, wie neue Freunde.
In unseren Sippungen dominieren sehr oft Wort-Beiträge, die vielfach aus der Feder des Fechsers
geflossen sind. Seit einigen Jahren nehmen nun auch musikalische Vorträge einen größeren Rah-
men ein. Hier gebührt unserem Reychsquartett unter der Leitung von Rt Hydor und unserem uner-
müdlichen Rt Classico großer Dank.
In den vergangenen Jahrzehnten konnten wir sehr schöne Feste feiern zumeist im Kurhaus Bad
Nauheim: Das 60., 66. und das 75 Stiftungsfest. Ferner die 2.000 Sippung sowie Festsippungen
mit Ehrungen für unsere ältesten und treuesten Sassen, wie für die Rt Cravallo, Frequenz, Lynkeus,
Agilo und Stichelfex.
Aber auch viel zu viele Ahalla-Ritte mussten wir in den letzten Jahren beklagen, gerade unter denen,
die die Nauinheimbia nach dem Kriege mit enormem persönlichem Einsatz wieder aufgebaut und
zu neuer Blüte geführt haben. Dankbar erinnern wir uns an die Rt Noeck, Vinophil, Hexagoras, Fre-
quenz, Lynkeus und Cravallo – und an all die anderen, denen das Reych sehr viel zu verdanken hat.
Ihr Vorbild wird uns immer Beispiel bleiben.
Wahrzeichen der Nauinheimbia ist der „Dicke Turm” – das Ideal einer Schlaraffenburg. Mit seinen
knapp 6 m dicken Wänden und seinen Schießscharten ist der Turm ein stolzes und trutziges Bau-
werk, um das uns viele Reyche beneiden. Eben eine echte Burg, gebaut zwischen 1492 und 1495 als
Außenwehr der Friedberger Burg.
Der „Dicke Turm” gehört als Bestandteil der Burganlage dem Land Hessen, mit dem wir einen
Erbpachtvertrag bis zum Jahre 2044 abschließen konnten. Zumindest bis dahin bleibt uns diese
einmalige Burg gesichert. Wir müssen sie aber instand halten, was von Zeit zu Zeit größere und
aufwändige Renovierungsarbeiten erfordert.
Seit dem Jahr 1926, also praktisch seit Bestehen unseres Reyches sippen wir in dieser wunderbaren
Burg, dem „Dicken Turm”, unterbrochen lediglich durch die unselige uhufinstere Zeit.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s