Auf die an /1,tich
Aflfrage erwidere ich Jiötlidm,
ich allerdings In
dem e/1elttC!ligel1 BHl1de
Schlaraffia", dem Idi ausl1ehmel1d viel Wert
voiles daHlIe, mehrere Jaltre eiH fiiltrcl1des Amt behleidet ltabe. ldi war Ober
sdi1ilraffe der Ktmst. Als so1dier hatte ich die SpezialaHtgabe, die zaltlreicher1
Darbietlmgcl1 der
dem Gebiete deutscher Dld1tmtg !md Musi/,
zu be!reueH.
Das fiil1reHde AHIt des Oberschlaraffeit der KU/1st stal1d also uHter dem Motto:
"Eltrt Etil'€ deutsd1el1 lvieiStel· . . . .
"
4.
Das Reych lebte trotz Verbots weiter. In der uhufinsteren Zeit hielten die
Sassen noch fester den11 je zusammen. Sie trafen sich regelmäßig beim Kegeln
und am Stammtisch, tauschten Erinnerungen aus und hofften, bald wieder
zu können. Ihre
wurde nicht enttäuscht. Am 1. des Wind
monds a. u. 36 (1945) fanden
16 Ritter, zwei Junker und zwei Knappen
in der Boxbeutelburg zusammen und sippten. Sie wählten R. Maaßlieb, R.
RI·jeil1uold und R. RitscJt-Ratso! (Dr. med. Hans Paulsen) zu Oberschlaraffen.
Das Weinrestaurant "Zum Boxbeutel" war zwar nur eine Notburg, wurde aber
trotzdem eine Stätte echt schlaraffischen Wirkens. Hier vergaßen die Sassen die
schwere Belastung des profanen Lebens, die damals jeder zu tragen hatte.
Bald wurde die Notburg im Boxbeutel zu klein. Sie vermochte die immer
mehr steigende Zahl der Sassen kaum noch zu fassen. Eine neue
die
zugleich eine würdige Heimstätte des Reyches sein sollte, mußte
wer
den. Sie wurde gefunden und dank der Opferfreudigkeit der Sassen mit eige
nen Mitteln ausgebaut. Am 27. des Eismonds a. u. 92 (1951) wurde sie geweiht.
Zahlreiche Fähnlein befreundeter Reydle nahmen an diesem frohen Fest teil.
In der neuen Burg in der Kasernenstraße 23 erlebte die h. Dussc1dorpia eine
neue Blüte. Das Reydl ist wieder ein kräftiger Zweig am Baume Allschlaraffias
Nr. 55
B RUN S V I G A (Braunsdtweig)
gegriindet 1. 12. a. u. 24 (1883)
1.
Da sich im profanen Braunschweig bei e1l11gen
Mitgliedern des Herzoglichen Hoftheaters viel Inter
esse am schlaraffischen Treiben gezeigt hatte, auch
einige andere kunstverständig-humorvolle Männer
sich
zeigten, kam auf Verabredung am 1. 12.
a. u. 24 (1 S
ein stattliches Fähnlein wackerer
Recken der Hannovera gen Braunsdlweig
Angeführt 'von Hkt. Hal1l1o der Cellel1ser,
lviilde und Paris H1it der ApJ1rodite begeisterten sie
die Braunschweiger so für den schlaraffischen Gedanken, daß die Gründung der
Colonie Brunsviga beschlossen wurde. Die Allmutter gab am 16. 12. der Neu
494
gründung ihre Zustimmung. Die bedeutendsten Erzschlaraffen, die sich für den
Bestand und das Heranwachsen mit Unterstützung der Mutter Hannovera ein
setzten, waren Moltke der Brmm-Smweiger (Wilhelm Meyes), Settihtten (Albert
Preuß), losef der Keusd1e (Wilhelm Rüttiger) Hans Huckebeil1 (Franz Goli
nelli) General-Baß (Max (lams), Henkel von Bunzlau (Dr. jur. Rudolf Topp),
Aesculap (Dr. med. Hermann Heller), Correggio
Rüger).
II.
So herrschte gleidl von Anbeginn hehrer schlaraffischer Geist und ließ die
junge Colonie erblühen. Gleich in dieser ersten Zeit sehen wir auch den Kauf
mann Karl Einert, als Ritter; Bariton der Säl1grige genannt, in der jungen
Colonie. Baritol1, der in den ersten Jahren die tragende Säule der Brunsviga
wurde und der den ersten Jahrzehnten seinen Stempel aufdrüec1cte. Er war es,
der in nachfolgenden schweren Jahren, die zeitweilig einen Rückschlag brachten,
die wenigen Getreuen immer wieder aufmunterte und schließlich ein neues
Wachstum herbeiführte. Über 20 JahTe regierte er als Herrlichkeit, und man
kann diese Zeit die Ara Baritofl nennen.
Doch zurück zum Anfang! Am 13. XI. a. u. 25 (1884) wurde die Colonie
zum Reych Brunsviga erhoben, a. u. 26 weist die alte Stammrone 15 Sassen auf.
Bemerkt sei noch, daß a. u. 29 (1888) der große Schlaraffe AdoHis 1. Ehren
ritter der Brunsviga wurde.
Nun führte der Weg ständig aufwärts. Auf Anregung der Mutter Hannovera
lud die Brunsviga zum ersten Familienfest ein. Es trafen siro in der Ockerburg
die Mutter Hannovera und ihre bei.den Töchter Magdeburgia und Brun5viga.
Diese Sippung fand solchen Anklang, daß beschlossen wurde, jährlich kombi
nierte Sippungen unter Einladung weiterer Reyroe stattfinden zu lassen A. u. 36
(1895) war wieder ein bedeutsames Jahr, denn es meldete siro als Prüfling der
kunstbegeisterte Lehrer Hermann Krüger. Im ganzen Uhuversmll später als
"Tom der Reimer" wohl bekannt, der der Nachfolger Erbhkt. BaritoHs wurde
und eine neue Ara und Blüte der Brunsviga herbeiführte. Störend war nur, daß
alle paar Jahr eine neue Burg gesucht werden mußte. A. u. 49 (1908) konnten
gepachtete eigene Räume bezogen werden, die durch R. ÜHmen1ett deH Viel
begabten (Georg Dossier) herrlich ausgeschmückt wurden. Die Freude dauerte
jedoch nur drei Jahre, und es mußte ,'lieder gewandert werden.
Dann aber kam die große Tat! Im profanen Jahr 1912, a. u. 53, wurde auf
der Hodlstraße ein eigenes Grundstück erworben, eine alte historische Stätte
der Kunst, die Erzgießerei des Künstlers Prof. Georg Howaldt, die außer dem
Gieß hause noch Nebenräume hatte. Sie wurde zu einer echten fast mittelalter
lichen Burg ausgebaut durch Schlaraffias Burgbaumeister R. "Betorr" (Louis
Eicke). Die Burg wurde ein Schmuckstück für Braul15roweig und eine Sehens
würdigkeit Allschlaraffias; künstlerisch ausgemalt und ausgestattet wiederum
VOll Ritter, damals schon Hkt. Immcmctt. Die Weihe wurde am 13.114. IX.
a. u. 54
3) vollzogen. Das große Ziel war erreicht. Eine neue Blütezeit
begann, die mit der l\ra "Tom" bezeichnet werden kann. Ein herrliches Drei
gestirn auf dem TIlfon: Baritol1, Tom, Imu1emett. TOH1 blieb der ruhende Pol,
ihm zur Seite traten Wechsel ein. Für das hohe geistige Niveau sorgte er
495
besonders zusammen mit R. "IVlgenio" (Karl Arndt), der durch seine hoch
geistigen schlaraffischen Fexungen im Uhuversum bekannt wurde. In diese
Jahrzehnte fallen die von T0111 celebrierten berühmten Heroenfeiern, die nicht
ihresgleichen hatten.
Bei alledem kam der Humor nicht zu kurz: Dieses echte schlaraffische Treiben
wurde von der Allmutter Praga durch die Verleihung des einmaligen Titels:
"Das allzeit vorbildliche Reych" anerkannt, und weiter noch dadurch, daß
Hkt. Tom der Ehrenhelm der Allmutter verliehen wurde. In diese Zeit fällt
die Erkürung des R. ]ul1gbom (Wilhelm Börker) zum Faustritter der Franko
furta f!mgborn trat auch hervor als Verfasser Alt-BraunsChweigisCher histo
rischer Novellen und Gedichte. Der erste Weltkrieg hatte in das Gefüge der
Brunsviga keine Breschen geschlagen. 1m Jahre a. u. 64 (1923) ",'Urde von der
Brunsviga das ToChterreyCh Castellum Peinense gegründet, das sich in der
Folgezeit prächtig entwickelte. So gingen die Jahre herrlichen schlaraffischen
Treibens dahin bis zum profanen Jahr 1933. Durch den politischen Umbrud.1
sollte das sChlaraffisd.1e Geistesreich zum Tode gebracht werden. Äußerlich
vernid.1tet, lebte der schlaraffische Geist weiter, auch in der Brunsviga. Bis
zuletzt hatte besonders der Erb-Marschall und Erb-Kantzelar Hkt. Opahl
(Wilhelm Pahl) gekämpft. Die letzte Sippung fand am 24. Il. a. u. 78 (1937)
statt.
IIl.
Opakl und mit ihm Siebel (Hans Mirsalis) hielten die restlichen Sassen am
Stammtisch weiter zusammen. Die Burg hatte die politische Partei übernommen.
IV.
Die Jahre entschwanden, alte Sassen ritten in AhaH ein. Der sd.11araffisChe
Geist lebte weiter. Als der Zwang vorüber war,
er sich sofort wieder;
die alten Getreuen eilten herbei. Es fanden schon Besprechungen zur Wieder~
erstehung zwischen Opattl und Volhmul1d (Otto Jvleves) statt, da kam der
Aufruf des R. "Pitls" (August Pabst) der Hannovera zum Sammeln und zur
Neugründung. Am 22. XI. a. u. 87 (1946) wurde mit einigen alten Brunsviga~
Sassen, zwölf Rittern von OstreyChen, die nad.1 BraunsChweig oder Umgebung
geflüchtet waren und drei Pilgern die Brunsviga neu gegründet. Die Würden
träger waren R. Pitls (August Pabst), Nieda (Willi Sonnen), Opahl (Wilhelm
Pahl), Schlankweg (Wilhelm Grone), Burkard (Hans Arndt), Los VOM Rom
(Otto Riechers, Caprae Collum), Marat
[… Fortsetzung im Originalband]