Historie Derer Schlaraffia Zeyttungen

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Geschichte der schlaraffischen Zeitung von den Anfängen bis zur Gegenwart

Volltext

historie
Der Schlaraffia Zeyttungen
In der Chronik zur Einhundertjahrfeier des Verbandes Allschlaraffia wurde im Band II über die Ge-
schichte und die Bedeutung unserer Schlaraffenzeitung ausführlich berichtet. Inzwischen ist ein
halbes Jahrhundert vergangen, die Chronik ist vergriffen und zu unserem Bund sind viele Sassen
dazugekommen. Es erscheint somit sinnvoll und notwendig, die wechselvolle Geschichte bis zum
Zentenarium kurz zu wiederholen und die Geschehnisse der nachfolgenden fünfzig Jahrungen dar-
zustellen.
Den ersten Versuch, eine „Schlaraffen-Zeitung“ zu edieren, machte unsere Allmutter Praga im März
1869. Doch dieser Versuch, nicht gerade auf hohem Niveau stehend, brachte es nur auf vier Num-
mern (Abb. 1).
Dreieinhalb Jahre später kündete die Allmutter Praga wiederum das Erscheinen einer Schlaraffen-
zeitung an. Doch wurde in keinem Archiv ein Exemplar gefunden, so dass sich die Frage stellt, ob
diese Ankündigung auch realisiert wurde.
Das eigentliche Ursprungsjahr der „Schlaraffen Zeitung“ war a.U. 1574 (1874). Anlass war ein Du-
ell im Ostermond a.U. 1574 (1874) der beiden Sassen des h.R. Lipsia, Rt Castor und Rt Krakehl,
beide Mitglieder des Leipziger Stadttheaters. Das Thema des Hiebes von Rt Krakehl lautete: „Idee
und Prospekt einer Schlarafffenzeitung“. Dabei hat er auf die Macht dieses Mediums verwiesen,
Übelstände zu besprechen, Vorschläge zur Abhilfe zu bringen, die Wahlen zu beeinflussen, ein
Antiprotokoll zu gründen; kurz nach des unsterblichen Ehrenschlaraffen Funkes abgewandel-
tem Zitat: „Neues Leben in Schlaraffia zu bringen“. Die Sassenschaft der Lipsia akklamierte die-
sen Hieb und Rt Krakehl brachte am 3. Brachmond a.U. 1574 (3.7.1874) die erste Nummer einer
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Schlaraffenzeitung heraus (Abb. 2), legte aber bereits 14 Tage später die Redaktion wegen Überar-
beitung zurück. OS Kurella dekretiert hierauf, dass Rt Klex die Redaktion zu übernehmen habe, da
er als Privatmann genügend Zeit und Geld habe und auch über entsprechende journalistische und
drucktechnische Vorkenntnisse verfügte.
Schon die zweite Nummer kündet auf der Titelseite vom Ideenreichtum und der schöpferischen
Kreativität des Grafen Klex (Abb. 3), dem es zu danken ist, dass er diese Zeitung nicht nur zu ei-
ner hochqualifizierten Vereinszeitung gestaltet hat,
sondern auch viele geschichtliche Sachverhalte in
Wort und Bild neben Biographischem, Feuilleto-
nistischem u.a.m. für die Nachwelt bewahrt hat.
Waren die ersten 32 Nummern der „Schlaraffen
Zeitung“ noch handgeschrieben und im Stein-
druck hergestellt, erfolgt ab der Nummer 33 die
Herausgabe „Der Schlaraffia Zeyttungen“ im
Buchdruck (Abb. 4).
Nur die Zeit nach der ersten Weltenfehde brach-
te es zufolge der politischen und wirtschaftlichen
Umwälzungen mit sich, dass einzelne Nummern
der periodisch herausgegebenen „Schlaraffia Zeyt-
tungen“ nicht erschienen sind. Bis zur letzten, von
der Allmutter Praga herausgegebenen Nummer
734 (Abb. 5) hat die Zeitung während ihrer 65jäh-
rigen Erscheinungszeit insgesamt 26 verschieden
gestaltete Titelseiten aufgewiesen.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges hat Rt Izdubar
vom h.R. Hala (Halle/Saale) eine Schlaraffen­
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zeitung in den Jahrungen a.U. 60 – 65 (1919 – 1924) herausgegeben, die den Namen „UHU“ trug.
Ebenfalls als Ergebnis der geänderten Lage in Europa nach der ersten Weltenfehde, und im Hinblick
auf die große Entfernung der nordamerikanischen Schlaraffenreyche zu Europa, wurde für diese
Reyche ab a.U. 63 (1922) der „Uhuhall“ als Sprachrohr der Reyche Amerikas herausgegeben.
Graf Klex edierte bis zur Nummer 674 am 24.4. a.U. 74 (20. April 1933) „Der Schlaraffia Zeyttungen“
um anschließend die „Deutsche Schlaraffen-Zeitung“ als neue Folge „Der Schlaraffia Zeyttungen“
als Verlautbarungen des Bundes Deutsche Schlaraffia zu kreieren. Nach dem Ausscheiden von Graf
Klex wurden „Der Schlaraffia Zeyttungen“ ab 1.10. a.U. 74 dann als Amtliches Organ Allschlaraffias
durch die Allmutter Praga edieret bis zur durch die Politik erzwungenen Auflösung bzw. dem Verbot
Allschlaraffias. Die letzte Ausgabe des 65. Jahrganges mit der Nummer 734 ist am 1. des Heumon-
des a.U. 79 (1.7.1938) erschienen.
Schon vor dem Verbot Allschlaraffias haben sich die deutschen Schlaraffenreyche von der Allmut-
ter Praga losgelöst und den Bund Deutsche Schlaraffia gegründet. Dieser hat ab 15.1. a.U. 75 (15.
Jänner 1934) bis zum 15.1. a.U. 78 (15. Jänner 1937) 19 Ausgaben „Deutsche Schlaraffen Zeitung“
herausgegeben (Abb. 6), wobei diese Zeitungen von Graf Klex, der zum Bund Deutsche Schlaraffia
übergetreten war, kreieret wurden. In der Mitteilung vom 27. Februar 1937 wird durch Fritz Schiele
(Rt Pfiffikus) bekannt gegeben, dass am letzten Deutschen Schlaraffen-Konzil zu Leipzig am 21.
Feber 1937 in dem satzungsgemäß vorgesehenen Wege der Bund Deutsche Schlaraffia e.V., dem
Wunsche der Deutschen Reichsregierung entsprechend, sich freiwillig aufgelöst hat.
Nach dem XIII. Concil zu Posonium im Wonnemond a.U. 79 und nach dem Erscheinen der Letzten
Nummer „Der Schlaraffia Zeyttungen“ erschien in der Schweiz als schlaraffisches Nachrichten-
blatt „Der Uhu“, Amtliches Organ der europäischen Schlaraffenreyche. Als dann alle europäischen
Schlaraffenreyche untergegangen waren – außer den Schweizer Reychen – wurde der Untertitel
abgeändert in „Ambtliches Organ des Landesverbandes Helvetica“.
Nach dem Ende der 2. Weltenfehde begann das schlaraffische Leben sich in Deutschland und
Österreich wieder langsam zu entfalten. Rt Pferderl vom Dampf des h.R. Mimegardia hat es
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schon im ersten Halbjahr nach dem totalen Zusammenbruch, nämlich am 20.11.1945, geschafft,
trotz strenger Kontrollen der Besatzungsmächte das schlaraffische Nachrichtenblatt „Uhu-Funken“
- Kurzberichte aus dem Uhuversum – herauszugeben. Die ersten Nummern, noch mit der Schreib-
maschine geschrieben, wurden vervielfältigt und zum Versand gebracht. Bis zum 30. Brachmond
a.U. 90 (30. Juni 1949) wurden 37 Nummern herausgegeben. (Abb. 7)
In Österreich gab es schon eine Jahrung früher die erste Nachkriegs-Schlaraffenzeitung, benannt
„Ambtliche Nachrichten“ des österreichischen Schlaraffenverbandes „Schlaraffia Austria“ (in Bil-
dung begriffen), herausgegeben vom h. Reyche
Vindobona. Die Nr. 1 erschien am 1. des Oster-
mondes a.U. 89 (1. April 1948) (Abb. 8). Ab der
Nummer 4 vom 16. Christmond a.U. 89 stand
dann auf der Titelseite „Österreichische Schlaraf-
fenzeitung“ (Abb. 9) Diese Zeitung erschien bis
zur Nummer 78 im Erntemond a.U. 98 (August
1957), wobei als Herausgeber ab der Nr. 35 vom
Lethemond a.U. 93. die Landeskantzlei der Schla-
raffenreyche Austrias, Graz, firmierte.
In Deutschland folgten dem „Uhu-Funken“ die
„Zeyttungen der Schlaraffenreyche in Deutsch-
land“, die erste Ausgabe erschien im Erntemond
a.U. 90 (August 1949) (Abb. 10) und sie brachten
es auf 91 Ausgaben bis Heumond a.U. 98 (Juli
1957) (Abb. 11).
Ab dem Herbstmond a.U. 98 wurden die deutschen
und österreichischen Zeitungen gemeinsam her-
ausgegeben und trugen den Titel „Zeyttungen der
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[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 72-80