310 Rio Platensis
Das Reych war in den letzten Jahrungen der starken Abnahme seines Sassenstandes von 40 auf 8
Schlaraffen ausgesetzt, die jedoch alle 14 Tage fröhlich und begeistert nach Spiegel und Ceremoni-
ale sippten. Zu den zahlreichen Ahallaritten gesellte sich das bedrohliche Problem des mangelnden
Nachwuchses, da sich die deutschen Landesbewohner zunehmend der spanischen Sprache bedie-
nen, die nicht zur Entwicklung des schlaraffischen Geistes der jungen Generation beiträgt.
Besonders schmerzlich war für uns der Ahallaritt dreier Sassen der ersten Stunde.“Unser Lyri“,
Gründer der Rio Platensis, Rt Lachmund, über 30 Jahrungen mustergültiger Kantzler und Rt Stepp-
ke, der durch 20 Jahrungen am Throne wirkte und das südlichste Reych als Botschafter auf vielen
Ausritten vertrat. Später verliessen uns nach langer Bresthaftigkeit Marschall Rt Frankenthal und Rt
Zahnrat, letzterer im Alter von über 100 Jahrungen.
Trotz allem herrschte in unserer a.U.135 umgestalteten Burg reges Leben. Einritte aus allen Teilen
des Uhuversums, wie der Flugritt „Kreuz des Südens“ (a.U.141) aus Germanien, der Nord-Südame-
rikanische Brückenritt und der Einritt der Recken des h. Reyches Herbipolis waren unvergessliche
Erlebnisse für uns und unser Schwesterreych Bonaerensis (261).Wir teilten gerne das schlaraffische
Geschehen mit unseren Uhubrüdern und freuten uns, ab und zu gemeinsame Sippungen veran-
stalten zu können.
Unser 50. Stiftungsfest wurde in festlichem Rahmen begangen. Der konstante Fluss von gegen-
seitigen Einritten ereignete sich stets in einer Aura großer Herzlichkeit und Freude im Sinne der
brüderlichen Hilfe in schweren Zeiten. Die musikalische und künstlerische Tätigkeit auf allen Ge-
bieten, wurde besonders gepflegt. Unser Clavicimbel wurde durch viele Jahrungen von einem „Eh-
renzinkenmeister“ aus dem Schwesterreych gespielt, dem leider inzwischen ebenfalls gen Ahalla
gerittenen Rt Haydn-Lärm.
Kontakte per Sendboten, Quasselstrippe und e-mail zwischen den weit auseinander liegenden
lateinamerikanischen Reychen gestalteten sich in Form angenehmer Bürokratie, nach dem Wahl-
spruch unseres Lyri Lauterich „Soll auch die Welt in ihren Fugen wanken, Schlaraffia sei der Gedan-
ke“. Anno Uhui 145 bildeten der Einritt des ASO und eine gemeinsame Sippung die Höhepunkte
der Jahrung.
Ein Jahr später war es die kolossale Festsippung, anlässlich der Tagung des LVLA in Buenos Aires.
Die Verbindungen zu anderen lateinamerikanischen Reychen waren immer Anlass zu Freude und
Optimismus. Trotz der geringen Sassenzahl waren die Sippungen stets gut besucht, die Fechsun-
gen von Niveau, sprühte der schlaraffische Geist, flog der güldene Ball durch die Burg und es
herrschte Heiterkeit und Wohlwollen. Rückblickend gedenkt man jeder Sippung mit Freude und ist
glücklich, dabei gewesen zu sein.
Infolge des Abganges alter Sassen gen Ahalla und mangels Nachwuchs , beschloss das Reych Ende
a.U.148 die Selbstauflösung. Die verbliebenen Sassen fanden im Schwesterreych Bonaerensis Auf-
nahme.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
311 Am Hohenwaldeck
Stiftungsfeste im großen Rahmen zu gestalten, war noch nie unsere Sache. Jedoch am 20.11. a.U.
140 galt es ein halbes Jahrhundert als glanzvolles Ereignis zu feiern, war es doch die erste Reychs-
feier seit der Gründung unseres Reyches.
Im Saal des Bayerischen Hofes zu Miesbach begrüßte der Fanfarenzug unserer Ziehmutter Mo-
nachia die 244 Gäste aus 30 Reychen. Die Funktion wechselte unter den Oberschlaraffen Radl,
Fexameter und Der-Bleck.
Vertreter des ASR und DSR waren zu Ehren des Jubelreyches vertreten. Von profaner Seite über-
brachte der 1. Bürgermeister Dr. Maier in launigen, mit schlaraffischer Sprache gewürzten Worten
die Glückwünsche der Stadt Miesbach.
Was wäre das „Habererreych” ohne Haberer? Zum Schluss des festlichen Abends wurde die Fest-
burg dunkel, rußgeschwärzte Gesellen erschienen mit großem Getöse und begannen ihr Treiben.
Gutes und weniger Gutes aus dem Schlaraffenleben prangerten sie an. Dann verschwanden sie
wieder unerkannt, so wie sie gekommen waren.
Kunstgenuss in einer Matinee mit den Musici Tasterix, Clavicimbel, Don Fiedelio, Seufzerholz und
V. Kolpachnikow, Kniewinsel, erlebten am anderen Tag die noch in unseren Gemarkungen verblie-
benen Gäste.
Als ältester und als zweiter Sasse seit Bestehen des Reyches wurde Großfürst Postijo am 8.11. a.U.
139 mit dem Großkristall zum GU-Orden ausgezeichnet. Die Ehrung konnte leider nur in seiner
Heimburg vollzogen werden.
Einen schweren Verlust hatte das Reych zu verkraften. Nach 45 Jahrungen Schlaraffentums und 25
Jahrungen als Oberschlaraffe hat uns Oho Patriarch Terpsi Chiro am 11.4. a.U. 141 entrissen. Er trug
den Ehrentitul „Unser Vater” und war Stütze und Wegbereiter für das Reych.
Unserem kleinen Reych fehlte der Nachwuchs. Die folgenden Zahlen verdeutlichen den Rückgang:
Wir hatten a.U. 124 noch 33 Ritter und vier Junker, a.U. 143 waren es nur noch 24 Ritter und ein Jun-
ker. Es war schwierig, Nachwuchs anzusprechen, weil zwei Reyche im Landkreis am Freitag sippten.
Nach vielen Überlegungen wurde entschieden, den Sippungstag zu verlegen.
Ab 1.10. a.U. 140 war Montag der Uhutag. Die Umstellung war erfolgreich, denn sofort konnten vier
Neuzugänge gewonnen werden. Zur Freude aller wurde daraus am 28.1. a.U. 146 ein vierfacher Rit-
terschlag. Die Zugänge setzten sich fort, so dass jetzt 12 neue Recken die Sassenzahl vermehren.
Auch der Freundschaft zu unserem Nachbarreych Am Tegrinsee half die Verlegung unseres Uhuta-
ges. Es ist der Freitag kein Hindernis mehr, unsere Sippungen gegenseitig zu besuchen.
Ein fester Bestandteil in der Sommerung ist der alljährliche Tretross-Ritt unter der Führung des
Sattelwetzers Ja-mei. Neben körperlichem Einsatz stehen auch Kunstgenuss - Klosterkirchen und
Kapellen - und eine gemütliche Atzung auf dem Programm.
Kartenspielen ist zwar kein schlaraffisches Ideal, jedoch gilt „Schafkopfen” als bayerisches Karten-
spiel schlechthin. Von Schlaraffen des Hohenwaldeck angeregt, wird seit Windmond a.U. 144 dieses
Kartenspiel als „Hohenwaldecker Schafkopfturnier” in der Sippungsfolge vermerkt.
Die Schlusszeilen unserer Abschiedshymne sollen für alle Zeiten gelten: „...reitet bald frohgemut
wieder bei uns ein! Sollt Am Hohenwaldeck stets willkommen sein.”
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