317 Marpurgia Chattensis
Der dienstälteste Kantzler des Uhuversums wurde a.U. 127 unser Rt Mickefett, und erst a.U. 132
gab er das Amt an Rt Trago weiter. Rt Mickefett hat die Geschicke des Reyches in seiner Amtszeit
maßgeblich mitgestaltet, es sei hier nur an seine schon legendäre Feuerzangenbowle erinnert.
Das Reych erhielt a.U. 130 einen von ER Strichel (Im Suerland) meisterhaft kunstvoll geschnitzten
Thron, Arbeitspodeste für Marschall und Kantzler sowie einen Ahallaschrein. Wenig später stiftete
ER Eisenkeil (Bi de hoge Brüch) ein Reychsschwert mit standfester Scheide, verziert mit Geschmei-
de und Ziselierungen.
Zum 40. Stiftungsfest am 28.3. a.U. 132 wurde das Bürgerhaus in Marbach zur Festburg geweiht.
Neben einem munteren Reigen aus musikalischen und Wortfechsungen wurden sieben neue Or-
dens- und Ehrenritter des Reyches erkürt. Die 1.500 Sippung am Gründonnerstag a.U. 137 konnte
in festlichem Rahmen im Fürstensaal des Marburger Schlosses begangen werden. Eine gelungene
Inszenierung stellte unsere Patroninnen, die hl. Elisabeth und Frau Wirtin an der Lahn, in den Mit-
telpunkt, als dritter im Bunde Landgraf Phillipp der Großmütige.
A.U. 137 bedrohte die Stadtentwicklung unsere Wallotburg am Ufer der Lahn in Bahnhofsnähe.
Nach langen Verhandlungen unter wesentlicher Mitwirkung des Marburger Oberbürgermeisters
Herrn Möller konnte dem Reych eine Ersatzburg im Marburger Stadtteil Stadtwald im Tausch für
das Grundstück am Lahnufer gegeben werden. Diese neue Wallotburg ist größer und prächtiger als
die frühere, und vor allem ohne zusätzliche Kosten dem Reych als Eigentum überlassen worden.
Wieder an einem Gründonnerstag, am 26.2. a.U. 139, wurde unsere neue Wallotburg geweiht.
Besonders heiter und locker ist immer die Gründonnerstagsippung; seit a.U. 147 werden die Ein-
gerittenen mit grünen Eiern als Aufnäher und nach drei „grünen” Einritten mit dem Titel Dreireyter
geehrt.
Das Reych erkürte a.U. 148 den Maler und Zeichner Otto Ubbelohde, bekannt durch seine Illustra-
tionen von Grimms Märchen, zum ES Märchenmaler. Eine besinnlich-fröhliche Sippung mit Burg-
frauen ist jedes Jahr die Uhubaumfeier. Krystallinen in den Sommerungen konnten bei schönem
Wetter vor der Wallotburg gefeiert werden, aber auch die Gärten einiger Sassen waren schon Schau-
platz fröhlich-geselliger Abende.
Leider nahm die Sassenzahl in den letzten 20 Jahren kontinuierlich ab, und das Durchschnittsalter
stieg. Eine inzwischen wieder gut gefüllte Junkertafel konnte den vor allem durch Ahallaritte ver-
ursachten Schwund leider nicht ganz auffangen. Das Reych bemüht sich nun verstärkt und auch
erfolgreich um neue Sassen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
318 Aquae Salis
Mit den Worten: „...und der Chronist glaubt diesmal mit mehr Recht zuversichtlich in die Zukunft
blicken zu können”, beschloss Rt Pharma heut unseren Chronikteil in der Ausgabe a.U. 101-125. Die
vergangenen 25 Jahrungen bestätigen diese Hoffnung.
Die Standesmeldung im Lenzmond a.U. 149 zählt 40 Sassen und 3 Prüflinge. Wahlwürden und Äm-
ter sind bestens besetzt. Es gibt eine gute Mischung an Altersjahrgängen. Rt Pharma heut ist mit
seinen 90 Lebensjahren – davon 55 in Schlaraffia – unser Vorbild und Reychsgewissen.
Es wird äußerst fröhlich und spiegelgerecht gesippt, wobei die musikalische Richtung besonders
mitschwingt. Wld Rt Notenschreck als Schöpfer der Reychshymne und weiland Rt Gschafterl bleiben
als Erfinder der O Musika-Sippung in Erinnerung, wld Rt Pfannhäuser durch seine Mundartvorträge
und Blitzprotokolle, und heute prägen die witzig-scharfen Fechsungen des Rt Ech und die musikali-
schen Vorträge des Rt Randi (Reychsorchester) neben vielen anderen das Sippungsgeschehen.
In besonderem Glanz ließ das 50. Stiftungsfest in der 1.434 Sippung am 28.10. a.U. 141 unsere
Aquae Salis erstrahlen. Herrlichkeit Graubaß, der a.U. 149 sein 25. Thronjubiläum feierte, konnte
in der Festburg im großen Saal des Kurhauses 209 Anwesende (30 eigene, 119 eingerittene Sassen
und 60 Burgfrauen) begrüßen.
Getrübt wurde die gute Stimmung im Reych eigentlich nur durch eine Schwarzkugelung, die aber
im positiven Sinn zu einer Neufassung unseres Hausgesetzes führte. Auch die Sorge um unsere
schlaraffische Heimstätte warf einen Schatten über unser Reych: In der Sommerung a.U. 133 wurde
das Haus, in dessen Dachgeschoss sich unsere Burg befand, verkauft, und wir mussten unsere
Burg aufgeben.
Wichtige Bauteile einschließlich der wappengeschmückten Thronwand wurden abgetragen und
gelagert. Auf dem Umweg über eine Notburg im Alpenvereinsheim gelang es, die Räume des ehe-
maligen Gasthauses „Zum goldenen Hirschen” im Erdgeschoss unseres alten Burggebäudes zu
kaufen. Umbaupläne unseres Rt Kran (verdienter ErbK und Meister des Schmierbuches) führten
zur Neugestaltung der Räume unter Einbeziehung der abgetragenen Bauteile aus der vorigen Burg.
Mit großer Eigenleistung der Sassen und mit Hilfe vieler Burgbauspenden befreundeter Sassen und
Reyche entstand unsere neue Heimstätte. In der 1.347 Sippung am 3.10. a.U. 138 konnte Herrlichkeit
Pimi in einer eindrucksvollen Feier unsere neue Burg einweihen. Dazu ertönte das von Rt Pharma
heut gestiftete elektronische Klavier zum ersten Mal.
Irgendwie beflügeln Besitzerstolz und das Bewusstsein der in Gemeinschaft erbrachten Leistung
das Leben in unserem lieben, fröhlichen Reych und prägen auch die Eigenheit unserer Sippungen
mit, die von vielen Freunden gerne besucht werden.
Dazu trägt auch unsere Styxin Christa bei, die uns seit a.U. 130 hervorragend versorgt. Eine neue
Lethekultur wurde durch Rt Bohr-do angeregt und von Rt Purzelreim (unserem bewährten C und
Kellermeister) weitergeführt; dazu kommen die Leistungen der Junkermeister der vergangenen 25
Jahrungen (Rtt Ech, Kran, Fixirrt, Alfa-Betus und jetzt PE-ES), die durch eine fröhlich-strenge Er-
ziehung für die richtig schlaraffische Einstellung unseres Nachwuchses verantwortlich zeichnen.
Unser Diplomatisches Korps wurde auf Anregung von WA Rt An-dreh um den „Salzadel” erweitert
und „Loserorden” und „Hausorden” nach Entwürfen von Rt Kran neu gestaltet. So können wir wei-
terhin unter Uhus Fittichen einer rosigen Zukunft entgegensehen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s