"Ritterbrief" mit den Unterschriften:
Devast, Hyp, CentraL Fichte u. Recurs
17. 4. a. u. 67 Godebuz (Cottbus (1926),
30.10. a. u. 67
First im Walde (Fürstenwalde, 1926),
Vallis Gaudiorum (FreudenthaL 1926),
4. 12. a. u. 67 Glogovia (Glogau, 1926),
Burckhardia (Purkersdorf, 1926),
19. 1. a. u. 68 Porta Alpina Constantiae (Konstanz, 1927),
19. 2.a.u. 68 Am Stauffen (Göppingen, 1927),
2. 4. a.u. 68
An den zwo Pruggen (Zweibrücken, 1926),
30. 4. a.u. 68
Palatium Salevelde (Saalfeld, 1927),
Offenburgia Badensis (Offenburg, 1927),
7. 1. a. u. 69
Katovicia (Kattowitz, 1928),
Poetovia (Pettau, 1928),
10. 3. a. u. 69 Detroitia (Detroit, 1928),
30. 4. a. u. 69
Zu den Gyssen (Gießen, 1928),
Hohenelba (Hohenelbe, 1928),
Palatium Barbarossae (Kaiserslautern, 1928),
Orbaha Chattensis (Bad Orb, 1928),
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3.11. a. u. 69 Am Wogenrayn (Deutsch~Wagram, 1928),
8. 12. a. u. 69
Imma Algoviae (Immenstadt, 1928),
Waldburgia (Waldenburg, 1928),
15. 1. a. u. 70
Urbs Viti (St. VeitlKärnten, 1929).
Kobea Japonica (Kobe, 1929),
23. 2.a.u.70 Geraha (Gera, 1929),
1. 4.a.u.70 Vismaris (Wismar, 1929),
Heilbronnen (Heilbronn, 1929),
20. 4.a.u.70 Cambodunum (Kempten, 1929),
18. 5.a.u.70 Paulista (Sao~Paulo, 1929).
Aber auch sonst feierte die schlaraffische Freundschaft Hochfeste in alter,
traditioneller Verbundenheit. Als schlagkräftiger Beweis für die
Wieder~
erstarkung und Vertiefung dieses Freundschaftsgedankens mag gelten, wenn
hier des Europarittes der amerikanischen Reyche gedacht wird, der unsere
amerikanischen Freunde mit ihren Burgfrauen in der Zeit vom 13. 6. bis
8. 8. a. u. 66 (1925) durch fast alle Gaue Deutschlands führte und der den
europäischen Schlaraffen willkommene Gelegenheit bot, sich ihren amerika~
nischen Freunden gegenüber für die zahlreichen, hochherzigen Freundschafts~
beweise erkenntlich zu
welche die Amerikaner in der Notzeit des
Krieges und noch lange
mit der Selbstverständlichkeit des vorbehalt
losen Freundes uns gegeben hatten. Die durch die Kriegswirren und ihre
Folgeerscheinungen auch in unseren Reihen hie und da bemerkbar gewordene
Unsicherheit, das
Vertrauen in die Unvergänglichkeit unserer
Ideale, und das
aufgetretene unbegründete Mißtrauen war wieder
froher Zuversicht gewichen. Allschlaraffia schien einer neuen Blütezeit ent
gengenzugehen. So wurde denn
erstmals wieder in größerem Rahmen
an
die Vorbereitungen für das
XI. Coneil zu Juvavia
a. u. 70 (1929) geschritten, welches alle Reyche des Uhuversums in ungetrübtem
Zusammenklang gleichgestimmter Seelen zu ernster Arbeit, aber auch zu
frohem Tun vereinen sollte.
Die profane Stadt
bot uns zu dieser Erm:uerung und Festigung
alter schlaraffischer Freundschaftsbande den willkommenen stilvollen Rahmen,
und das hohe Reych J u v a via hatte nichts unversucht gelassen, um mit der
hohen Turicensis als Veranstalterin des VIII. Conciles in Wettstreit zu treten.
Wer die beglückenden
zu Iuvavia miterlebcn konnte, der weiß, wie sehr
dieses Bestreben seinen Veranstaltern geglückt war. -
Allerdings, dem Chro
nisten legt sich eine andere ParaleIle schwer aufs Herz: Gleichwie sich die
herrlichen Tage von Turicensis nachträglich als leuchtender Höhepunkt vor
einem nie geahnten
erwiesen hatten, 50 sollten aum den glanzvollen
Tagen zu Iuvavia Jahre
Enttäuschung und schwerster schlaraffischer
Entbehrungen
Doch greifen wir niCht vor und freuen wir uns zunächst am harmonismcn
Verlauf der
Concilsberatungen, die, abgesehen von kleinen orga
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nisatorischen Änderungen, alle Grundlagen schlaraffischen Brauchtums bei·
behalten hatten und deren würdevollstes Ergebnis die Erkürung der beiden
Oberschlaraffen G s a 11 gl VOI1 und zum Herzel1, und Ga 1 v a 11 0 der Pla
stische zu "E h ren s chI ara f f e 11 A 11 s chI ara f f i a s" war.
Die dieses ConcH abschließende Festsippung im Salzburger Festspielhaus
mit aller Prachtentfaltung eines feyerlichen Einrittes und der ergreifenden
Huldigung A 11 mut t e r P rag a s war eine Kundgebung des allschlaraffi
schen Zusammengehörigkeitsgefühles sondergleichen. 252 Reyche und Colonien
waren auf diesem Concile vertreten und alle waren geeint in der Bewunderung
des Werkes der weisen Urschlaraffen, und noch einmal erscholl
zum letzten
mal gesungen von den begeisterten Sassen aus allen Teilen des Uhuversums
brausend das "Heil Pr aga Dir. DH stolze.. stolze BHrg".
Nur kurze Zeit, -
zwei knappe Jahrungen noch, konnten bzw. durften wir
uns dieser allschlaraffischen Einheit erfreuen. Inniger denn je war die Ver
bundenheit der Reiche ohne Rücksicht auf profane Grenzen, öfter und zahl
reicher als jemals zuvor erfolgten die Freundschaftsritte durch Schlaraffias Gaue.
Als a. u. 70 achtzig reisige Recken die "E u r 0 pa navigans" zu Brema
bestiegen, um den Freundschaftsbesuch unserer amerikanischen Freunde zu
erwidern. da nahm im Geiste das Uhuversum an diesem Ritt teil und es war
stolz in dem Bewußtsein, daß auf dem größten deutschen Überseedampfer
neben der Flagge des Heimatreiches auch Allschlaraffias Flagge knatterte.
So groß war Allschlaraffia in diesen Tagen!
Aber schon mehrten sich von Tag zu Tag die Anzeichen, die uns zufolge
der geänderten politischen Lage in Deutschland ernste Besorgnis aufzwangen
für unsere dortigen Reyche, die schließlich und endlich nach mancher bitteren
Enttäuschung den Weg gehen mußten, der ihnen von außen aufgezwungen
worden war. Sie lösten sich von A 11 mut t er, nicht ohne vorher gebeten
zu haben, A 11 mut t e r möge sich in altbewährter Weise all der Freunde
annehmen, von denen sie sich trennen mußten in der vagen Hoffnung, durch
diesen auch für sie sehr schmerzlichen Schritt ihr Schlaraffentum noch retten
zu können.
Man hat den Deutschen Reychen diesen Schritt In Verkennung der tat
sächlichen profanen Begleitumstände seinerzeit sehr übel ausgelegt. Wie aber
diese Tragik von den heiden betroffenen Parteien -
Allschlaraffia und Bund
Deutsche Schlaraffia -
empfunden und beurteilt wurde, mögen die ofiiziellen
Kundgebungen zweier verantwortlicher Leiter der Geschicke dartun.
D eva s t sagte den Vertretern des Bundes Deutsche Schlaraffia nach Ab
schluß ihrer mit All mut t e r Pr aga einträchtig geführten Trennungs
verhandlungen ; "EI' wiil1sche dem BHl1de DeHtscl1e Sdtlaraffia für seilte EHt
wichhmg l1amel1s AIlsdtlaraffias alles GHte; er verstehe, daß eS zur TrenHHHg
VOI1 eil1er Großzal11 ihrer FreHnde ul1d ZHr Loslösung VOI1 Allschlaraffia habe
I~OI1Hl1eH müsseli; er fürdtte allerdit(gs. daß aucl1 dieses große Opfer vergeb
licl1 gebrad1t seil1 dUrfte.
Am l1achfolgenden XII. Concil zu M a r i a a q u e n s isa. 11. 74 erklärte er
nach Bekanntgabe der einvernehmlich erfolgten Loslösung: "Obgleich wir von
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nun an getrennt marsdtieren werden, so komtut vielleicht dereinst die Zeit,
da wir wieder Schulter alt Sdmlter fUr den alten, reinel1 schlaraffisel!eH Ge
danl~eH werdeH kämpfen kö,men".
Als dann D eva 5 t wenige Monate nachher zur großen Schar unserer Ahalla
ritter einrücken mußte, da sprach schon zwei Tage nachher, am zweiten Coneil
des Bundes Deutsche Schlaraffia, am 19. 11. 1933 zu Leipzig, Eb.-Hkt. PM~kus
die folgenden bedeutsamen und aufschlußreichen Worte:
"Legaten hört! Ich l1abe Euch die traurige Mitteihmg zu machen, daß
Fürst Devast vom Böhmerwald den Ahallaritt angetreteH l1at. Die Legaten
erheben sich von ihren Plätzen:
SchlaraffeH hört! Ihr wißt, das ist der ManH, der Ul15 elust sehr nahe
staHd. WeHH wir jetzt eine»! ueueu Verband C!ltgehören, so erlisel!t damit
nicht die AdltUl1g, die Al1erkeHHul1g und die Liebe, die wir zu diesem
Menschel1 Devast ge/iabt haben. Ihr l~enl1t ihn alle, Er war eift Führer,
eine FührernauIr, sdlOn ehe das Wort FühreI' gang und gäbe war. Er war
ein kraftvoller Mmsch mit hohen Geistesgabeu ul1d mit eil1em geradezu
Ufiheimlicheu Geschick, iu deli meisten Fällen des LebeHs das Richtige Z1<
treffeH, Daher auch die freiwillige UHterordmmg aller Reyche des Erd
balls. Wel1H ihm jetzt der Tod das Zepter des Verbandes Allschlaraffia
aus deH HäHdeH geH0I1111teH hat, so ist das geselleI1eH zu ei
[… Fortsetzung im Originalband]