Holmia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 350 — Holmia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

350 Holmia
Beim Erscheinen dieser Chronik a.U. 150 sind 46 Jahrungen seit der Sanktionierung unseres Rey-
ches vergangen. Es waren Jahre mit Höhepunkten und Problemen - wie überall. Ein Problem war
immer unsere Burg, teils im Keller (z. B. Grevgatan). Seit a.U. 140 können wir jedoch nun in einer
angemessenen Burg im Stockholmer Stadtteil Gubbängen sippen, die mit viel Eigenarbeit zu einem
behaglichen Uhunest ausgebaut wurde.
Ein Problem – auch hier wie überall – stellt natürlich die Frage des Nachwuchses dar, besonders
schwer natürlich in einem nicht deutschsprechenden Land. Wen mag es da verwundern, dass hier
nicht weniger als sieben verschiedene Nationalitäten sich um Uhus Banner scharen.
Dass aber ein so kleines Reych mit seinen Sippungen doch attraktiv ist, beweisen die Einritte bei
uns, wobei ja immer zu berücksichtigen ist, dass das nächstliegende Reych auf dem „Kontinent” –
wie wir hier sagen –, nicht weniger als 900 km weiter südlich liegt. Als nördlichstes Uhureych liegen
wir ja 7° 17’ 37’’ südlich des Polarkreises.
Aber nicht nur die „normalen” Sippungen können wir mit Freunden, von oft weither angereist, be-
gehen, sondern besonders auch die Wellenritte der Holmia, die inzwischen schon zu einer Tradition
geworden sind. Zwar können wir nicht mehr ein ganzes Schiff voll belegen wie wld unser ER Raudi
(Glorimontana) mit der MS „Nordland” oder MS „Regina Maris” – die Schiffe sind inzwischen zu
groß geworden – aber wir haben doch Sippungen mit über dreihundert Gästen auf den verschiede-
nen Kursen der Ostsee feiern können.
Hier sei besonders Rt Franco-Vadius der Oder-Feste gedankt, der neben seiner Aufgabe als OÄ und
K sich viel Mühe mit der Organisation gemacht hat. Eine Besonderheit, bei der unsere Verbindung
zur schwedischen Kultur deutlich wird, sind unsere Luciasippungen Mitte Christmond, bei denen
die Lichterkönigin mit brennenden Kerzen auf dem Kopf erscheint. Diese Sippungen können nun
mal nicht ohne weibliche Teilnehmer geschehen – vielleicht eine besondere Ausnahme im Uhuver-
sum.
So sehen wir so langsam das 50jährige Stiftungsfest auf uns zukommen in Dankbarkeit gegenüber
jenen – wir denken an die Gründungsritter Aha-Dur, Bubi, Früchtchen, Stella und Hüptma, die die
Holmia schufen und jenen, die sie weiter leiteten, wobei hier besonders erwähnt sei Rt Frech der
Tax. Ein Gründungsritter – Rt Hüptma Aleman (163) – und drei Erzschlaraffen leben noch, Söhne
bzw. Schwiegersohn von Gründungsrittern; nur sie können uns noch berichten, wie es zur Grün-
dung der Holmia kam, wer diese Gründungsritter waren und wie sie mit viel Liebe und Enthusias-
mus das nördlichste Uhunest im Uhuversum aufbauten und führten, ein warmes Uhunest nicht nur
für Eingewanderte aus dem deutschen Sprachraum, nein, auch ein Sammelpunkt für andere Na-
tionalitäten – zeitweilig zehn und heute immer noch sieben – die gerne zum schlaraffischen Spiel
beitragen. Erfreuten sich früher die Frühlingsfeste der Holmia, zu denen Scharen von Schlaraffen
mit Burgfrauen und Tross zu Schiff anreisten, großer Beliebtheit, so sind es heute die vom Reych
durchgeführten Wellenritte auf dem „Mare Balticum”.
Neue Beziehungen werden geknüpft, die immer wieder Schlaraffen dazu bringen unsere Wikinger-
burg, seit a.U. 140 in einem südlichen Stadtteil Stockholms gelegen, aufzusuchen. So sind wir aus
ganzem Herzen dankbar den in Ahalla weilenden Gründungsrittern Aha-Dur, Bubi der Schweden-
pünscher, Früchtchen und Stella, die uns dieses schlaraffische Spiel ermöglicht haben, aber auch
all denen die nicht mehr unter uns weilen und dazu beigetragen haben, das schlaraffische Spiel zu
spielen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
351 Sacrodunum
Sacrodunums Ritterschaft zieht am 1. Lethemond a. U. 124, mit Fackeln bewaffnet, zur neuen Ras-
terburg ins städtische Kulturhaus Villa Berberich. Recken aller Couleurs folgen dem Ruf des Cere-
monienmeisters, der zum Einritt in die mit großem Engagement der Sassen erbaute Burg leitet.
Die Burgweihe und die Übergabe der Schlüsselgewalt sind die Schwerpunkte der Sippung. Mit
dem legendären Trompeter von Säckingen und dem Lied „...behüt dich Gott, es wär so schön ge-
wesen...” das vor der Burg in die nächtliche Stille erschallt, verwehen 20 Aufbaujahre in der Fuchs-
höhlenburg am Münsterplatz und führen Sacrodunum in einen neuen Zeitabschnitt. Nun können
Hotzenfeiern, Gründonnerstagsippungen mit Caesars handgemalten Eiern, sowie Burgfrauenaben-
de in der Burg stattfinden. Die Bewirtung erfolgt in Eigenregie und der Suppeneintopf à la Jatata
erlangt uhuversalen Ruhm.
Trauer erfüllt das Reych, als am 18. 7. a.U. 126 Erzschlaraffe Großfürst Orffeo der Schnorrliederli-
che gen Ahalla abberufen wird. Mit seinem ausgleichenden Führungsstil hat er als Oberschlaraf-
fe Sacrodunum durch gute aber auch schwierige Zeiten geleitet. Bleibende Erinnerung sind seine
umfangreichen Liedfechsungen, von denen das Willkomm- und Wiegenfestlied immer wieder aufs
neue begeistern.
Viele Texte seiner Schlaraffenlieder sind aus Epen des ES Gaudeamus abgeleitet und spiegeln die
Verehrung des einst auch in Säckingen ansässigen Joseph Viktor von Scheffel wieder. Die Zugehö-
rigkeit zur Gaudeamus-Ritterschaft, den Hiddigeigei-Rittern und der Trompeter-Gilde sind ebenfalls
auf Scheffel zurückführende Auszeichnungen.
Das 25. Stiftungsfest a.U. 128 birgt ein Versprechen des Bürgermeisters, die Burg im städtischen
Kulturzentrum auf Lebenszeit nutzen zu dürfen. 100 Arborelli-Rosensträucher für die Stadt sind
der Dank dafür.
Großfürst Unser Papilio der Mottenschreck, mit Rt Raster der Rastlose gemeinsamer Reychsgrün-
der, erhält a.U. 129 die Brillanten zum GU-Orden. An den Rollstuhl gefesselt nimmt er freudigen
Herzens die hohe Ehrung entgegen. Noch einmal versammelt sich das Reych, um im Eismond a.U.
130 sein 90. Wiegenfest zu feiern, denn schon 17 Tage später tritt Rt Papilio nach 56 Schlaraffenjah-
ren den Ritt gen Ahalla an.
Um die Verbundenheit innerhalb der badischen Reyche zu bekunden, wird a.U. 138 der „Baden-
Reytter” kreiert. Aus ER Baubarts (25) Meisterhand entsteht a.U. 141 hinter dem Thron ein Wand-
gemälde, das Säckingen in mittelalterlicher Pracht zeigt und die Oberschlaraffen noch strahlender
erscheinen lässt.
Die letzten Erzschlaraffen Rt Pecunis (21) und Rt Metall-i-Kuß (323) erkürt Sacrodunum beim 40.
Stiftungsfest a.U. 143 zu Ehrenrittern. Nur Uhu weiß, dass der bresthafte Rt Metall-i-Kuß zu dieser
Stunde bereits den Ritt gen Ahalla angetreten hat.
Sacrodunums Glück stetig jungen Nachwuchs zu haben sowie ein zeitgemäßer Generationswech-
sel bei den Wahlwürden führte schon immer zu kurzweiligem und von Uhus Geist durchdrunge-
nem, mit Humor, Kunst und Freundschaft wohl dosiertem Sippungsleben.
So reitet das stets einnehmende Hotzenreych im fünften Jahrzehnt seines Bestehens mit 45 Sassen,
eingebettet in die prächtige Landschaft des Hochrheins am Fuße des Hotzenwaldes, im geschichts-
trächtigen Badstädtchen Säckingen, unter dem Motto des ES Gaudeamus „sei mir heute nichts
zuwider” frohgemut weiter durch das Wunderland der Schlaraffia.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 435-436