150 Jahre Allschlaraffischer Weltbund

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Geschichte des Weltbundes Allschlaraffia

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wie die Rtt Raps, Barbarossa, Tram, sei nur beispielsweise erinnert. Das 50jährige Stiftungsfest der
Allmutter zu Vindobona im profanen Jahr 1909 wurde in aller Pracht und zeremonialer Fülle gefei-
ert, die damals möglich war.
Bis zum 1. Weltkrieg war Allschlaraffia zu einer Institution geworden, die mit großem Erfolg ihre
Ausdehnung vorantrieb.
Mit dem Ende des 1. Weltkrieges im profanen Jahr 1919 änderte sich das Bild bedauerlicherweise
sehr. Viele Reyche (erstmals in der langen Geschichte Allschlaraffias) mussten ihre Existenz auf-
geben, sie erloschen in Frankreich, im Ostseeraum, in den Niederlanden, in Großbritannien, aber
auch in anderen Weltgegenden. Zum ersten Mal musste Allschlaraffia den politischen Ereignissen
Tribut zollen. Die Vorstellung der Urschlaraffen, jenseits von allen politischen Strömungen fröhlich
sippen zu können, wurde durch die Realität der Ereignisse brutal unterbrochen.
Unruhige politische Zeiten, die Zeit zwischen den Weltkriegen (profan 1919 1939):
Nachdem die schlimmen Folgen des 1. Weltkrieges in ihrem ganzen Ausmaß für die Menschen in
Österreich und Deutschland sichtbar wurden, traten auch in schlaraffischer Hinsicht erhebliche
Veränderungen ein.
Zum einen trat eine Veränderung in wirtschaftlicher Hinsicht ein (Wirtschaftskrise, Inflation, Kriegs-
folgen durch Reparationsleistungen, Gebietsabtretungen u.ä.); zum anderen wurde in den beiden
größten Mitgliedsländern von Schlaraffia die Republik eingeführt.
Die politischen Verhältnisse veränderten sich, es trat eine Polarisierung ein hinsichtlich der Neu-
gruppierung von politischen Interessen, die Menschen mussten auch in politischer Weise in vielfäl-
tiger Hinsicht die Kriegsfolgen verarbeiten. Für Schlaraffia bedeutete dies, dass in den 20er Jahren
in Österreich und den ehemaligen österreichischen Kronländern die Urschlaraffia gegründet wurde,
die faktisch als Konkurrenzunternehmen der Allschlaraffia anzusehen war, die eine Beschränkung
der Mitglieder auf arische Männer bedeutete und die teilweise bis zu 65 Urschlaraffenreyche um-
fasste; andererseits begann das gesellschaftliche Leben langsam wieder Normalität anzunehmen
und die Aktivitäten der Mitglieder wurden stärker .
Zwischen 1919 und 1939 wurden ca. 100 Neugründungen festgestellt, die Reychsnummern 203 bis
305 wurden (zunächst unter der Führung der Allmutter Praga) ins Leben gerufen. Ein Blick in die
allschlaraffische Stammrolle zeigt, wie schnell und intensiv sich der schlaraffische Gedanke trotz
aller politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausdehnte. Schlaraffia fasste auch Fuß in den
neugegründeten Staaten, wie der CSSR, Jugoslawien, der Ukraine u.ä.
Die geografische Ausdehnung unseres Bundes in der Zeit zwischen den Weltkriegen war erheblich
und reichte bis weit in die Ukraine hinein. a.U. 65 beim X. Concil zu Heidelberga wurde der Allmut-
terrat gegründet, die allschlaraffische Stammrolle für alle verbindlich erklärt und die Schlaraffen-
zeyttungen eingeführt. Beim XIII. Concil zu Posonium a.U. 79 wurde ein 16gliedriger Allschlaraf-
fenrat geschaffen, die Rolle der Allmutter beschränkt, eine Regelung, die aufgrund der politischen
Ereignisse notwendig wurde. Der Bund wurde geführt unter der Leitung von Rt Devast, der vom IX.
bis XII. Concil die Führung des Bundes inne hatte.
Die politischen Ereignisse in Deutschland nach 1933 führten dazu, dass die deutschen Schlaraffen-
reyche aus der alten, von Prag dominierten Struktur austraten, die sogenannte „deutsche Schla-
raffia“ wurde gegründet, ähnlich wie bei den Urschlaraffen wurden nur noch Mitglieder geduldet,
die arischer Herkunft waren. Allerdings war auch dieses Bestreben, den politischen Machthabern
in Deutschland willig zu folgen, zum Scheitern verurteilt. Im profanen Jahr 1937 wurde Schlaraffia
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
in Deutschland aufgelöst, später ergab sich ähnliches in Österreich und den während des 2. Welt-
kriegs besetzten Ländern entsprechend.
Man wird ohne Übertreibung sagen können, dass es bei totalitären staatlichen Strukturen schwer
ist, ein Spiel zu betreiben, das individuell, auf Freiheit fußend, nach den Regeln von Kunst, Freund-
schaft und Humor betrieben werden soll. Die Aussichten für Allschlaraffia stellten sich ab 1937 in
Deutschland und später in Österreich als äußerst problematisch dar. Die Schlaraffenreyche, die
der Allmutter Praga noch folgten, waren in der Schweiz, in Amerika, aber auch in Ländern wie der
Tschechoslowakei, Serbien, Ukraine anzutreffen, nicht aber in den größten Mitgliedsländern der
früheren Zeit. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges waren aufgrund der geschilderten Ereignisse nur
noch Schlaraffenreyche in den Landesverbänden Nordamerika und Lateinamerika sowie Helvetica
existent und konnten sippen, wie bisher.
Neues Leben (1948 A.D. bis 2009 A.D.)
Nach Ende des 2. Weltkrieges regten sich alsbald Bemühungen, Allschlaraffia mit Leben zu erfüllen.
Es geschah dies zunächst in den durch die politischen Machthaber der früheren Zeit verbotenen
Schlaraffenreyche, die das Sippungsgeschehen wieder aufnehmen konnten. Durch die Kriegsereig-
nisse allerdings setzte eine gewaltige Verschiebung von Menschen ein, die durch den verlorenen
Krieg ihre angestammte Heimat verloren hatten und nach Westen auswanderten bzw. ausgewie-
sen wurden, vor allem in die damalige (westdeutsche) Bundesrepublik, aber auch in die damalige
(ostdeutsche) DDR. Das schlaraffische Leben in der Bundesrepublik Deutschland nach 1948 fass-
te immer mehr Fuß und entwickelte sich erfolgreich. Zur 100-Jahr-Feier der Allmutter Praga zum
XVI. Concil zu Norimberga a.U. 100 traten die neuen Strukturen des Bundes deutlich hervor: Es
gab nunmehr fünf Landesverbände, die in wesentlichen Teilen selbständig waren und jeweils (pro
Landesverband) drei Mitglieder in den Allschlaraffenrat entsandten. Dieser bestand dann aus 15
Mitgliedern.
Das Concil zu Norimberga, welches ja nur wenige Jahre nach dem Krieg stattfand, kann gewiss als
stabilisierender Faktor für Allschlaraffia gesehen werden. Immerhin war seit dem XIII. Concil zu
Posonium a.U. 79 ein Zeitraum von 21 Jahren vergangen die Strukturen der politischen Welt, aber
auch die unseres Bundes hatten sich in wesentlichen Teilen erheblich verändert. Im Zeitraum von
1945 bis zur erstellung der vorliegenden Chronik sind die Reyche mit den Nummern 306 bis 422 ge-
gründet worden. Bedenkt man die schon vorher bestehenden Schlaraffenreyche, so erscheint eine
Zahl von 116 Neugründungen bemerkenswert und erfreulich. Im gegenwärtigen Zeitpunkt umfasst
Allschlaraffia ca. 256 bestehende Reyche und Kolonien zumindest in den europäischen Nationen ist
es unschwer möglich, ohne große Entfernungsprobleme ein Schlaraffenreych in der Nachbarschaft
zu entdecken. Auch die „versunkenen Reyche“ auf dem Gebiet der ehemaligen DDR entwickelten
sich zu neuem schlaraffischen Leben. Immerhin sind neun Reyche mit den alten Reychsnummern,
die schon vor dem 2. Weltkrieg vergeben waren, wieder erstanden, so trägt z.B. das hohe Reych
Lipsia, welches bei der Begründung des Bundes beteiligt war, die Reychsnummer 3, wie bereits
seit a.U. 13, was dem profanen Jahr 1872 entspricht. Die „versunkenen Reyche“, die während des
Bestehens der DDR „im verborgenen“ blühten, wurden durch tatkräftige Hilfe vieler westdeutscher
Schlaraffen unterstützt, die an dieser Stelle mit Dank erwähnt sein sollen. Ohne das stete Bestre-
ben, Verbindungen aufrechtzuerhalten, wäre das Wiedererstehen der genannten Schlaraffenreyche
kaum möglich gewesen. Auch die politische Veränderung des gesamten Gebietes des „Warschauer
Paktes“ hat Veränderungen bewirkt; zwar gibt es kaum nennenswerte schlaraffische Aktivitäten in
den ehemaligen Ländern der K.&K-Monarchie, allerdings konnte anlässlich des Concils zu Vindobo-
C h r o n i k B a n d I V d e

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 115-118