267 Porta Alpina Constantiae
Die größte Herausforderung für unser Reych in den letzten 25 Jahrungen war wohl die Errichtung
der neuen Seeburg im „Haus zum Kranich” im Herzen von Konstanz.
Im ersten Stock des in der Altstadt stehenden 600-jährigen Wohnturms entstand unter kraftvollem
Zupacken und erheblichem finanziellem Aufwand in einjähriger Bauzeit aus alten unansehnlichen
Räumlichkeiten eine gar prächtige Burg, die im Uhuversum ihresgleichen sucht. So urteilen jeden-
falls unsere einreitenden Freunde. Jeder Sandstein und jeder eichene Balken trägt Zeugnis von der
historischen Geschichte dieses Gemäuers.
Neben zahlreichen Sponsoren hat sich hier unser Großfürst Rit-jus außerordentliche Verdienste
erworben, dem wir durch Namensgebung unser „Rit-jus-Stüble” für immer gewidmet haben. Die
festliche Burgeinweihung im Lethemond a.U. 124 wurde für die Sassen und deren ebenso aktiven
Troß zum bleibenden Erlebnis. In diesem stilvollen Ambiente konnten wir in der Folge zahlreiche
grandiose Feste und schlaraffische Begegnungen erleben. Schade, dass all dies unser großer Rt
Hilfinot nicht mehr erleben durfte.
Bleibende Erinnerungen waren dann auch diverse exzellente Junkersippungen, sei es die Auffüh-
rung der „Dreigroschenoper” u.a. mit einer atemberaubenden Seeräuberjenny oder der brillant in-
szenierte „Einritt” des damaligen Ministerpräsidenten L. Späth, der doch (Zitat): „zu gerne wieder
einmal im Kreise geistvoller Menschen weilen wolle”.
Nach intensivem Schriftwechsel unseres K mit der Landesregierung in Stuttgart und Sondersitzun-
gen des OR war dann die Überraschung groß, als der eingerittenen Sassenschar aus den Landes-
verbänden nur „des Kaisers neue Kleider” in Form eines schwäbischen Schwellkopf-Präsidenten
dargeboten wurde. Die Junkertafel hatte wieder einmal glänzend zugeschlagen und niemand hat es
erahnt, aber dennoch haben alle spontan mitgespielt.
Das Reych wuchs von 36 in der Folge auf 50 Sassen an mit einem stets umtriebigen Nachwuchs.
So hat es sich wieder zu einem begeisterten musikalischen Hort entwickelt. Auch stellte die Porta
für 10 Jahrungen die DSZ-Chefredaktion und derer sieben den Landesredakteur Deutschland. Mit
Stiftung des „Bodenseereyters” und des ihm folgenden „Korsarenritts” schuf wld Rt Fürst Argu sich
stets festigende freundschaftliche Bindungen nicht nur unter den Bodenseereychen. Sie sind noch
heute ein beliebter Einrittsgrund für auswärtige Freunde. Nebenbei sei erwähnt, dass im „Haus
zum Kranich” aus Anlass des Konstanzer Konzils (anno 1414/18) eine der zahlreichen sog. Hübsch-
lerinnen Quartier genommen haben soll.
Honoré de Balzac setzte der schönen Kurtisane Imperia in seinen „Tolldreisten Geschichten” ein
literarisches Denkmal und der Bodensee-Künstler Peter Lenk (auch als Eulenspiegel der Neuzeit
apostrophiert) schuf im Konstanzer Hafen eine 9 m hohe Statue. Anfangs heftig umstritten, ist sie
heute beliebtes Wahrzeichen der Stadt. So grüßt sie auch unsere Schlaraffenbrüder von „Übersee”
bereits beim Einritt in unsere Gemarkungen.
Die Ausrittfreudigkeit der Porta hält im übrigen unvermindert an, zeugen davon doch mehrere Bas-
ta-Ritter und einer der wenigen Wiking-Ritter Allschlaraffias in unseren Reihen. A.U. 147 wurde das
Reych zum zweiten Male einer sich prächtig entwickelnden Tochter entbunden.
Neben dem höchstgelegenen Töchterlein Ad Villingam (357) im Schwarzwald lässt uns auch unser
jüngster Nachwuchs Unter‘m Mehlsack (420) in Oberschwaben hoffnungsfroh in die Zukunft bli-
cken.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
268 Am Stauffen
Wir sind umgezogen. In intensiven Diskussionen um Kauf oder Miete bedurfte es schlaraffischer
Freundschaft und Toleranz, die unterschiedlichen Meinungen abzuwägen und zu einem guten Er-
gebnis zu führen. Wir haben schließlich Räumlichkeiten in einem Industriegebiet, dem Stauferpark,
gemietet und mit viel Eigenarbeit eine prächtige Burg hingestellt.
Wir und die einreitenden Gäste fühlen uns sehr wohl. In der ersten Winterung a.U. 147/148 haben
Rt Flegelleicht mit Burgfrau die Bewirtung übernommen. Jetzt kümmern sich zu jedem Sippungs-
abend Stauffensassen wechselnd um Speis und Trank. Was gab es noch? Die uhulympischen Win-
terspiele, die wir auf Anregung des Rt Bayubazi a.U. 131 mit dem Reych Wilhaim durchgeführt und
a.U. 137 und a.U. 146 wiederholt haben.
Gerne erinnern wir an unser 66. Stiftungsfest a.U. 134. Wir haben es zusammen mit dem Reych
Porta Alpina Constantiae 267 auf der Insel Mainau durchgeführt. Das 75. feierten wir wieder in
heimischer Umgebung, in Gammelshausen. 94 Gastrecken aus 26 Reychen halfen uns beim Feiern
und lauschten der Ansprache des ASR Rt Inkasso. Nach wie vor veranstalten wir unser alljährliches
Sommerfeste mit dem Convent der Bruderschaft vom Barte Barbarossas.
Die ritterliche Gesellschaft der Fils- und Krummschiffer sippt fröhlich um Fasching. Es gibt auch
einige Personalia, die wir stolz berichten können. So wurde unser Rt Famoso im Ostermond a.U.
138 auf dem 42. Schlaraffentag in der Wiesbadensia in den Stand eines deutschen Schlaraffenrates
erhoben. Dieses Amt führte er, so wie wir ihn aus unserem Reych kennen, spiegelgemäß und sou-
verän bis a.U. 147 aus.
Eine besondere Erwähnung verdient natürlich auch Rt Rambas, der als dienstältester Kantzler des
gesamten Landesverbandes Deutschland, sein Amt nach 32maliger Wiederwahl a.U.148 niederleg-
te. Schließlich will er seinem Nachfolger noch ein wenig zur Seite stehen und viele Jahre unbelastet
sippen können. Nicht ganz so prominent, aber dennoch erwähnt, sei unser Rt Wieduschalk: Er
hat a.U. 131 aus profanen Gründen nach zehnjähriger Zugehörigkeit das Reych verlassen. Nach 15
Jahren hat er wieder den Weg zu uns gefunden und sich ein zweites Mal von seinem einstigen(!)
Junkermeister, Rt Tipp, auf ein Leben als Schlaraffe vorbereiten lassen. Leider konnten wir uns nicht
nur über Sassen freuen, manches Mal mussten wir auch trauern, weil uns ein Sasse verließ, um den
Ritt nach Ahalla anzutreten.
Im schlaraffischen Spiel hat jeder seinen eigenen Platz, auf dem er wichtig für das Spiel ist. Dabei
braucht es aber auch besondere „Dienstleister”, die ihre Fähigkeiten, etwa als Oberschlaraffe, an
herausgehobener Stelle einbringen. Solche waren unsere Rtt Hans Dampf und Gernbereit, die uns
a.U. 131 und a.U. 145 in biblischem Alter gen Ahalla verlassen haben. Ihr Ruf als fast schon begna-
dete Oberschlaraffen ging weit über die Gemarkungen des Sprengels hinaus.
Sie seien genannt, für all die anderen, die wir nur noch in der Erinnerung zu uns holen können. Den
letzten Bericht haben wir stolz mit der Feststellung beschlossen: „Unser Reych ist in den besten Jah-
ren”. Und diesmal? Wir hatten gute, beste und bessere Jahre. Möge es noch lange so weitergehen.
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