85 Vimaria
Nach den uhufinsteren Jahren des 2. Weltkrieges begannen die noch vorhandenen Sassen der Vima-
ria, wieder neue schlaraffische Aktivitäten zu entwickeln. Unter Führung der letzten OS aus der Vor-
kriegszeit, den Rtt Lieblab, Genia und Pestalozzi fanden sich bis zu 20 Sassen in öffentlichen Loka-
len, später nur noch in Heimburgen zusammen, da Schlaraffia behördlich nicht zugelassen wurde.
Mit der Wiederbelebung der Vimaria wurde auch der Schulterschluss zu den anderen „Ostreychen”
gesucht. Dazu diente u.a. die „Kombinierte Auferstehungssippung der Thüringer Reyche” a.U.91 in
der Heimburg des Rt Maximaro. Neben der Erforda und Geraha waren noch die Reyche Ysenaha,
Nordhusia, Molhusia, Gotaha und Kemnitzia vertreten. Von a.U.100 -112 lenkte der von Halle nach
Weimar übergesiedelte Rt Mark-Ehe auf dem Thron die Geschicke der immer kleiner werdenden
Vimaria. Der personelle Rückgang war bedingt durch den zunehmenden politischen Druck, die
vermehrte Abwanderung der fast ausschließlich im Rentenalter befindlichen Sassen in den Westen
und die altersbedingten Ahallaritte. Die einzigen jugendlichen Zugänge in diesem Zeitraum sind die
nachmaligen Rtt Aleman und Datus. Anläßlich des 90. Stiftungsfestes a.U. 117 übernimmt Rt Datus
erstmals in der Glockenburg in Apolda den Thron der Vimaria, die zu diesem Zeitpunkt noch aus 4
Sassen besteht. Das 100. Stiftungsfest wird trotz der geschrumpften Sassenzahl von nunmehr 3 mit
Hilfe unserer Tochter Erforda in deren Festburg feierlich begangen und gestaltet sich mit 87 Gästen
aus 24 Reychen zur bis dato größten schlaraffischen Veranstaltung im Osten. Nach der politischen
Wende beginnt in der Vimaria, beflügelt durch den ASR-Beschluss, den 8 in der ehemaligen DDR
noch sippenden Reychen, den Status eines „im Wiedererstehen befindlichen Reyches” zuzuerken-
nen, neue Hoffnung zu keimen. erste Pilger und Prüflinge können begrüßt werden. A.U. 133 kommt
nach über 13-jähriger Pause die Matrikelrolle der Vimaria wieder in Bewegung.
Aus der profanen Städtepartnerschaft Weimar-Trier erwächst schlaraffische Verbindung, die darin
gipfelt, dass 3 Sassen des Reyches Augusta Trevirorum Sassen der Vimaria werden und somit „Auf-
bauhilfe” leisten. In der Winterung 134/135 kann die Vimaria erstmals in der Mindestbesetzung
OS/K/M/J/C wieder eine Sippung aus eigenen Reihen gestalten.
Ab a.U.136 wird Rt Lum-Bazi neben Rt Datus auf den Thron gewählt und lenkt bis a.U.143 die Ge-
schicke des Reyches. Die Sassenzahl stieg kontinuierlich, die Sippungsfrequenz erhöhte sich. Das
schlaraffische Leben bewegte sich, zahlreiche Reychsein- und ausritte folgten. A.U.139 tagte der
DSR in Weimar und zeigte sich erfreut über das schlaraffische Leben im Reych. Höhepunkt der bis-
herigen Entwicklung war die feierliche Wiederaufnahme des Reyches am 21.4.a.U.142 in Allschlaraf-
fia. Im großen Saal des Weimarer Volkshauses vor annähernd 400 Gästen nahm ASR-Vorsitzender
Rt Inkasso die nunmehr 20 Sassen der Vimaria in symbolischer Umarmung in den Bund auf. Nach-
dem ab a.U.132 wieder in der Öffentlichkeit gesippt werden konnte, musste die Vimaria mehrmals
die Burgen wechseln, bis es endlich gelang, am 2.10.a.U.145 eine dauerhafte Funke-Faust-Burg im
Restaurant „Ilmschlößchen” zu weihen, deren gelungene Ausgestaltung (unter der Regie des Rt
ArtEmys) große Anziehungskraft für schlaraffische Gäste hat. Rt Datus beging a.U.147 sein 30-jäh-
riges Thronjubiläum. Neben ihm fungierten in kürzeren Zeiträumen die Rtt Lach-Muss und Elexius,
zur Zeit sind es die Rtt ArtEmys und Ginkgo-Star. Sie können auf die erfreuliche Zahl von mittlerwei-
le 35 Sassen schauen. Nicht zuletzt trugen die über 10-jährigen Tätigkeiten des K Rt Nano und des
Sch Rt Pendolino wesentlich zum kontinuierlichen Wachstum des Reyches bei. Das Reych Vimaria
ist stolz auf die vor 20 Jahrungen nie für mögliche gehaltene Entwicklung und sieht hoffnungsvoll
und erwartungsfroh dem 125. Jahrestag seiner Gründung am 12.3. a.U.152 entgegen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
86 Aurelia Aquensis
Der vorige Bericht endet mit dem Ausblick auf das 100. Stiftungsfest, das am 19. 04. a. U. 127 als
größtes Fest in der jüngeren Geschichte Aurelias stattfand.
Glücklicherweise standen dem Festausschuss nach wie vor die unersetzliche Erfahrung, der Ideen-
reichtum und die Tatkraft des damals 85-jährigen Vaters des Reyches und Sprengels Rt LaBgfroh zur
Verfügung, der durch seine perfekte Planung Garant für ein bis heute unvergessliches Ereignis war.
In dem mit mehr als 700 Recken aus dem ganzen Uhuversum, liebreizenden Damen und Tross voll
besetzten großen Saal des Kurhauses Baden-Baden fand mit der Unterstützung eines von Rt Cor-
netto zusammengestellten und geleiteten Schlaraffenorchesters unter der Funktion von Rt Fanta
und im zweiten Teil Rt Min-Asyl mit Spitzenbeiträgen in Wort und Ton von Freunden der Aurelia die
denkwürdige Festsippung statt.
Bald darauf gab es wieder ein seltenes Fest zu feiern: Rt Unser LaBgfroh erhielt den Großkristall
zum Großursippenorden für 65 Jahre (!) Zugehörigkeit zu unserem Bund und wenig später durften
wir seinen 90. Geburtstag feiern. Leider musste der von ihm selbst erwählte Nachfolger ErbO Rt
Fanta nur wenige Wochen später an seinem Sarg dem wichtigsten Sassen der Aurelia der vergan-
genen 50 Jahre den Nachruf halten. Seine vorausschauende Arbeit, die von seinen Nachfolgern
weitergeführt wurde, trägt bis heute ihre Früchte.
A.U 132 wurde dann erstmals Fantas Idee von einer jährlich erscheinenden spielfördernden „Zei-
tung” der Aurelia mit Hilfe einsatzbereiter Freunde verwirklicht. Die erste Ausgabe der „Hofnach-
richten der Schönen Aurelia” wurde begeistert im ganzen Uhuversum aufgenommen, und der wei-
tere Erfolg war nicht geringer, so dass nach dieser Winterung die 18. Ausgabe erscheinen wird.
Auch Fantas Idee, besondere Freunde zu „Rittern der Schönen Aurelia” zu erküren, erwies sich als
zukunftweisend, ebenso seine Erfindung der „Flotte der Schönen Aurelia” mit ihren ansteigenden,
durch Sippungsbeiträge zu erlangenden Ränge, die wie erwartet die Einrittfreudigkeit von Knappen
und Junkern gefördert hat und heute, einschließlich des alle zwei Jahre stattfindenden „Admirals-
dinners”, eine unersetzliche Spielkomponente der Aurelia geworden ist.
Ein besonderer Lichtblick für die Aurelia war aber ein mehr profaner Vorgang, nämlich eine große
Spende des wld Rt Aviaticus und der glückliche Umstand, dass es mit diesem Grundstock möglich
war, die Oosburg zu erwerben. In den fünf Monaten der Sommerung a.U. 137 gelang es, die Burg in
Eigenarbeit umzubauen und die seit langem fällige Totalrenovierung durchzuführen.
Als ErbO Fanta nach 24 Jahren auf dem Thron ins zweite Glied zurücktrat, ein Schritt dem auch
seine langjährigen Mitstreiter ErbO Ahathos und ErbO Bibulus wenige Jahre später folgten, konn-
ten ihre Nachfolger die OS Rtt Pendragon, Federleicht und Don Bravo eine eigene Burg und ein
intaktes, spielfreudiges Reych übernehmen, das sie trotz der auf ca. 50 Sassen geschrumpften Mit-
gliederzahl mit der Unterstützung ihrer Vorgänger sicher in eine glänzende Zukunft führen werden.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s