Castra Montana

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 381 — Castra Montana. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

381 Castra Montana
Der Ur-Schlaraffische Uhu hat uns Dank des h. R. Castellum Erolatium (380) a.U. 98 zur Castra
Montana - die alte Bezeichnung für die Bergstadt Rottenmann – erblühen lassen. Im noch gar jung-
fräulichen Alter von 15 Jahrungen erweckte Uhus Erleuchtung die Reife in uns, eine Allschlaraffische
Mutter zu suchen - und sie fand uns!
Mit ungeheuer mütterlicher Fürsorge übernahm diese Stelle das h. R. An der Leuben (239). Einige
Besonderheiten führen wir aber in unserem Spiel von damals weiter. So der von wld Patriarch ErbO
Rt Schurl mit der Blechhaubn gestiftete „Hosenbandorden”. Der von ihm wunderbar gefechste
Orden wird an der linken Wade des siegreichen Ritters von einer Burgfrau befestigt.
Auch wld Großfürst ErbO Rt Sur der Realier stiftete in Anlehnung an die alten Turneys den „Trou-
badour von Castra Montana”. Der Sieger erhält neben dem gar gewaltigen Titul auch für eine Jah-
rung den Troubadour, den er beim nächsten Turney zu verteidigen hat. Jeder Turneyteilnehmer ist
auch berechtigt, das schwarz-rote Band, versehen mit dem silbernen Ahnen am Helm zu tragen.
Neben dem üblichen Willekumm erhalten besondere Einritte eine schlaraffische Seltenheit, den
Löffeltrunk. Von unserem Mundschenk dero dreimal in einer Sippung celebriert lässt jeden Sassen
zur „Blindschleiche” werden. Das a.U. 134 von ErbC Rt Ammo-nit der Plansinnige gestiftete Ange-
binde wird am linken Ärmel getragen und besteht aus einer gelben Binde mit dero drei schwarzen
Punkten und in rot gehaltener Reychsnummer.
Fester Bestandteil jeder Sippungsfolge der Castra Montana ist der „Uhubasar” und auch „UHU-ver-
hüllt”. Sippungen, die zwar etwas aus dem schlaraffischen Rahmen des Spiegels fallen, aber immer
mehr Einritte verzeichnen. Um die Freundschaft der eingerittenen Sassen und die eigenen Ausritte
zu fördern, wurde von ErbOK Rt Wehr-Herr von Gallenstein a.U. 135 ein Einritt- und Ausrittorden
gestiftet. Rittmeister, Obrist und General kann man bei uns werden.
Jedes Reych lebt vom Nachwuchs, der Junkertafel, die ausrittfreudig nicht nur in der Burg Cirminah
sippt. Um befreundete und eigene Sassen noch enger an die beiden schönsten Stände Schlaraffias
zu binden, wurde vom Gestrengen, a.U. 131, die Erkürung von „Ehrenknappe” und „Ehrenjunker”
eingeführt. Bei der jeweiligen Junkersippung können soviele Tituls und Orden verliehen werden, wie
Knappen und Junker die Tafel zieren.
Eine echte mittelalterliche Burg steht uns für besondere schlaraffische Feste durch die Großzü-
gigkeit des profanen Burgherren, unseres Ehrenritters G`schmackvoll (181) zur Verfügung. Ob Ey-
senwurzen-, Steirisch-Kärntnerische Freundschaftssippung oder eine Krystalline, die Burg Strechau
ist der prächtige historische Rahmen. Auch unser 50. Stiftungsfest konnten wir hier würdig feiern.
Mindestens einmal in jeder Winterung sippen wir auf Burg Strechau.
Wld Großfürst ErbO Rt Primus der B-Rodler, unser Gründungsritter, war international als Welt-
Rodel-Präsident ein Begriff. Er hat uns im gesamten Uhuversum auch bekannt gemacht.
Die geographische Lage unseres Reyches ist für die Winterung unser einziges Hindernis, da wir von
vielen Pässen umgeben sind. Nur die mutigsten der Recken dringen in unser rauhes Gebirgsreych
über die neu errichtete Autobahn ein und bewältigen den von unserem Ceremonienmeister hervor-
ragend gestalteten Einritt in unsere Burg Cirminah - einen Einritt, der sich in jedem Fall lohnt.
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382 Bey den Sieben Schwaben
Die Jahre in der Weiherhaus-Burg brachten dem Reych viele Einritte. Die Räumlichkeiten waren
großzügig, allerdings mussten sie zu jeder Sippung neu schlaraffisch eingerichtet werden, was dank
unserer fleißigen Burgvögte immer gut gelang.
Die im Uhuversum bekannte Troika am Thron – Lutzifex, Staff und Verserich – lenkte das Sippungs-
geschehen weiterhin erfolgreich. Später folgten ihnen dann andere Ritter, so Pädagoras, Bogumil,
Vorwärts, Califex. Ein erster großer Höhepunkt war das 10. Stiftungsfest am 28.4. a.U. 125 in der
neuen Stadthalle zu Memmingen. Rt Jur-Ass verlieh den AHA in Anwesenheit von 352 Gastrecken
aus 69 Reychen.
Nach dem Weiherhaus fanden wir a.U. 127 eine Kellerburg im Küchlin-Haus. Endlich eine eigene
schöne Burg! Zur Einrichtung leisteten die Sassen viele freiwillige Arbeitsstunden, um das herrliche
Mobiliar einzubauen. Diese Burg hätte uns noch viele Jahre beherbergt, wenn nicht ein „Investor”
das Hotel ersteigert hätte und unsere Burg in eine Kellerbar umrüsten wollte. Wir kamen dann pro-
visorisch im „Weißen Ross” unter, wo die Burg um die Ecke gebaut war und manchmal drangvolle
Enge herrschte, wobei immer nur ein Teil der Sassen den Thron im Augen behalten konnte (und
umgekehrt).
Mit großer Mühe und einigen Beziehungen fanden wir dann unsere jetzige Burg im Antonier-Haus.
Die Architektin, die im Auftrag der Stadt die ehemaligen Klostergebäude restaurierte und umbaute,
richtet uns eine für schlaraffische Zwecke bestens geeignete Heimat ein, mit Sanitärräumen, Kü-
che und Nebenräumen ausgestattet. Das war a.U. 137, und seitdem fühlen wir uns rundum wohl.
Berühmt wurde der von wld Rt Ferraius als Ritterarbeit gefechste Stahl-Kronleuchter, der über der
Rittertafel schwebt. Rt Vau zwey Aha sorgte für die kunstvolle Ausmalung der Burg. Das Reych
machte sich auch einen Namen durch zahlreiche kulturelle Ausflüge während der Sommerungen,
organisiert von unseren Sommerherrlichkeiten. Rt Etatus leitete zahlreiche interessante Ausfahrten
zu den Kleinoden des württembergischen und bayerischen Barocks, was die Freundschaft und den
inneren Zusammenhalt stärkte. Jährliche Kunstsippungen und astronomische Sippungen lockten
viele Sassen aus Nah und Fern in unsere Burg.
Ein Aderlass für das Reych war die Gründung der heute so stolzen Tochter „In Frundsbergs Mauern”
zu Mindelheim. Den dortigen Sassen war die winterliche Fahrt nach Memmingen zu anstrengend
geworden. Nach zwei Winterungen aber waren die Lücken in unseren Reihen wieder geschlossen,
und wir haben regen Anteil am Leben der Tochter.
Am 10.1. a.U. 132 fand die 500. Sippung des Reyches statt. a.U. 133 verloren wir unseren OÄ Rt
Staff und a.U. 136 folgte ihm OÄ Rt Bogumil gen Ahalla. In der 504. Sippung hatte der Kantzler Rt
Terrinus zum 100. Mal das Schmierbuch mit seinen lustigen und originellen schlaraffischen Figuren
gefechst. Am 20.11. a.U. 144 feierte das Reych sein 30. Wiegenfest. Gleichzeitig beging unser Senior
Rt Großfürst mAs-voll sein 50. Schlaraffenjubiläum. Der Marschall registrierte über 130 Teilnehmer
an der Festsippung. Zu erwähnen ist noch die jährliche Quellsippung, die von den beiden profanen
Braumeistern des Reyches mit dem vorzüglichen naturtrüben Eigenbräu ausgerichtet wird. Man
hofft, dass dies so bleibt, und für die nächsten Jahrungen haben wir eine gut besetzte Junkertafel
mit viel versprechenden Talenten, die vom J Rt Schlaghart streng erzogen werden. Die drei Ober-
schlaraffen der Jahrung 148/149 – Quellgeist, Zahnziehbar und Adagietto - werden dafür sorgen,
dass unser Reych auch weiterhin fröhlich, kreativ, freundschaftlich und musisch und an Sassen
zahlreich bleibt.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 466-467