Castra Praetoria

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 392 — Castra Praetoria. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

392 Castra Praetoria
Das Vierteljahrhundert seit der von ASR Humanist a.U. 123 vorgenommenen Sanktion hat dem
kleinen Reych in Pretoria eine künstlerische Blütezeit beschert. Mit ihrer Fröhlichkeit und den allen
Einreitenden bekundete Gastfreundschaft haben sich die Sassen im Uhuversum große Beliebtheit
errungen. Mancher Sasse, der uns aus profanen Gründen verlassen musste, hat es inzwischen in
anderen Reychen zu Amt und Würden gebracht.
Begeisterung, Opferereitschaft und Einsatz der Sassen haben in vier schönen inzwischen errichten-
ten Burgen – kulminierend in der a.U. 130 geweihten und allgemein bewunderten „Leopardenpfalz”
– überzeugend Ausdruck gefunden. Diese bislang schönste Burg hat im Laufe der Jahrungen immer
fröhliche Feste, Konzerte und Vortragsabende erlebt. Auch war sie Start für Sternfahrten und Ort
von Silvesterfeiern und Empfängen - aber auch von Beerdigungen treuer Sassen. Lagen die ersten
zwei Burgen bis a.U 127 noch in der Innenstadt Pretorias, so zog man daraufhin in die ruhigeren
Vorstädte. Aber auch über die „Pfalz” ist die Ausdehnung der Stadt längst hinweggerollt.
Seit etwa a.U. 135 treiben alle 14 Tage an Donnerstagvormittagen die „Alten Esel”, eine Gruppe be-
stehender und ehemaliger Sassen, in der Burg ihr feucht-fröhliches Unwesen. In Debatten werden
bei Atzung und Labung die jeweiligen politischen, religiösen und profanen Weltprobleme gelöst
und in Jugenderinnerungen geschwelgt.
Zu den Höhepunkten in den nunmehr 650 abgehaltenen Sippungen der Castra Praetoria gehören
die Reychsfehde zwischen dem Mutterreych Castellum Auri Africae und der Schwester Große Gold-
grube (a.U. 127), die siegreiche Reychsfehde gegen die hohe Augusta Vindelicorum (a.U. 130) und
das 10., 20. und 25. Stiftungsfest. Sie alle sind Anlass zahlreicher fröhlicher Einritte aus dem weiten
Uhuversum gewesen. Ein Höhepunkt der Jahrung ist die traditionelle Nikolausfeier, verbunden mit
dem Einritt des Mutterreychs Castellum Auri Africae und mit Rt Alberich als überzeugenden Niko-
laus. Als Säulen des Reyches müssen die Kantzler Rtt Rotafex und Zöli-Bacchus II genannt werden,
wie auch Burgvogt Rt Alberich, Zinkenmeister Rt Ambras, Rt Klimper als Garant der in der Burg
gereichten kulinarischen Genüsse, die in vielen Würden und Ämtern geübten Rtt Sippsam, Pol-Tor-
Geist, Jung-Herr-Karl und Genofix und die nun schon mehr als 25 Jahrungen währende Thronzierde
Rt Pilot-Sophikus. Mögen die Genannten für alle stehen, die über 25 Jahrungen hinweg den Ruf des
Reyches - als besonders herzlich, künstlerisch, musikalisch und im Innern harmonisch - gefördert
und erhalten haben.
Jedoch ist Castra Praetoria’s schlaraffische Tatkraft nicht auf die Mauern der Leopardenpfalz be-
schränkt geblieben. Die hier erstmals einberufene Tagung der Kantzler der drei südafrikanischen
„Nordreyche” ist seit fast zwei Jahrzehnten eine jährliche Einrichtung und hat zu den inzwischen
dazugekommenen turnusgemäßen Treffen der Oberschlaraffen der vier Reyche und der Herausga-
be eines gemeinsamen Vademecums geführt.
Doch gibt es Grund zur Besorgnissen, denn seit einigen Jahren ist die Sassenzahl rückläufig. Von
einstmals über 30 ist sie auf 21 gesunken. Es mangelt an jungem Nachwuchs mit humanistischer
Bildung. Auch haben die Aus- und Einritte abgenommen, was nicht zuletzt an der zunehmenden
Unsicherheit unserer Heimburgen und Strassen liegt. Die Mauern der Leopardenpfalz dienen
längst nicht mehr dem traditionellen Schutz vor den Tücken der Profanei sondern sind heute zur
Abwehr physischer Bedrohungen entartet - Zeichen der sozialpolitischen Veränderungen im Lande.
Mag es Uhu fügen, dass sich die Zeiten wieder ändern und das schöne Reych in Pretoria abermals
eine Phase des friedlichen Aufbaus erlebt.
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393 Theotmalli
In den folgenden 25 Jahren bekam das Reych durch besonnene Führung und aktive Sassenschaft
Reife und Stabilität. Es fand der erste Ritterschlag statt, die erste Ehrenrittererkürung und der Ein-
rittsorden des „Arminiusritters” wurde am 1.10. a.U. 125 durch Rt Spätzünder erdacht und sankti-
oniert.
Am 5.1. a.U. 126 wurde in der Stadthalle zu Detmold das „ausgefallene 100. Stiftungsfest” der erlo-
schenen Colonie 75 gefeiert. Eine neue Grotenburg, in der die Junkertafel nach Sippungsende nicht
die Burg abbauen musste, wurde am 29.9. a.U. 127 in Heiligenkirchen eingeweiht.
A.U. 128 wurde Christian Dietrich Grabbe zum Ehrenschlaraffen „Zwiespalt” und a.U. 137 Johan-
nes Brahms zum Ehrenschlaraffen „Maestoso” gekürt. Am 10.11. a.U. 131 wurde dem Reych der
AHA-Orden in der Stadthalle zu Detmold verliehen. In einer Junkertafel-Fehde mit dem Reych Os-
senbrugga (195) trug die Junkertafel der Theotmalli den Sieg davon. Fehdegrund war, dass die Jun-
kertafel der Ossenbrugga aus der Grotenburg den „Herrmann” stahl. Austragungsort war die Burg
der „hohen Porta Westfalica”.
Im Eismond a.U. 145 konnte das Reych unter Führung des Rt Laborator einen Teil des ehemaligen
Hotels „Forelle” in Detmold-Belebeck zum Umbau zur eigenen Grotenburg käuflich erwerben. Die
Burgweihe fand am 8.11. a.U. 145 in Anwesenheit des Patenuhus von der Adlerwarte Belebeck statt.
Die Patenschaft besteht seit a.U. 129.
A.U. 147-150 gehen die Arbeiten an der Burg und in der Burg ihrer Vollendung entgegen. In Wür-
digung der Verdienste des Rt Laborator um Burgerwerb und Burgbau wird das „Reychsstübchen”
zum „Laboratorium” umgetauft. Die Gestaltung des Burghofes wird in Angriff genommen und
die gärtnerische Gestaltung begonnen. Die traditionellen Sommerfeste finden vor und in der Burg
statt.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 477-478