306 Ob der Dill
Der hier vorgestellte neue Abschnitt unserer Reychschronik beginnt mit einer festlichen
„Calandarisritter”-Sippung, just zu unserer 1.000 Sippung. Diese sind ein fester Bestandteil unserer
Sippungsfolge. Sie werden alle 2 Jahrungen zur Erinnerung an die in vielen deutschen Gauen - so
auch in unserem schönen, historischen Städtchen Herborn - ehemals ansässigen „Calandarisbru-
derschaften” feierlich begangen.
Eine zweite bedeutende Sippungsreihe in unserem Reych ist die der „Nassauer”. Jeder kennt den
Begriff der „Nassauer” und was ihnen nachgesagt wird. Wir sind das „Nassauer-Reych”, indes liegt
es uns fern, zu „nassauern”. Im Gegenteil: Immer wieder, wenn wir etwas Schönes zu feiern haben,
und dazu liebe Freunde eingeladen sind, bewirten wir diese selbstverständlich aufs Vortrefflichste.
Das ist halt unsere liebe Art!
Während des Berichtszeitraums waren ziemlich konstant immer ca. 30 Sassen in Ob der Dill imma-
trikuliert. Allerdings müssen wir als betrüblich aber unabänderlich vermelden, dass während dieser
Zeit 10 Sassen den einsamen, stillen Ritt gen Ahalla antreten mussten. Demgegenüber stand eine
Reihe von Neu-Eintritten, von denen sich die Besten bei uns etabliert haben.
In der Ritterschaft sind zur Zeit drei Träger des Großursippenordens und 9 Ursippen. Aber vor allen
Dingen haben wir eine sehr rege und liebenswerte Junkertafel, die eine wichtige Komponente un-
serer Sippungsgestaltungen ist. Immer noch sippen wir in den Mauern der historischen, über 400
Jahre alten Aula der Hohen Schule diesem mittelalterlich anmutenden Raum der wld Universität
zu Herborn.
Wir hoffen, hier noch eine Zeit lang schlaraffisch zuhause sein zu können. Indes, wir haben den
Mut, von einer eigenen Burg nicht nur zu träumen, sondern wir behandeln dieses Thema real-
finanziell, vor allem auch wegen der obgenannten Junkertafel. Inzwischen sind schon wieder 10
Jahrungen vergangen, seit wir unser 50. Stiftungsfest gefeiert haben und wir freuen uns auf das 60.
noch in dieser Winterung.
Wir sind stolz darauf, in vergangener Zeit immer und immer wieder zahlreiche Einritte zu unseren
Sippungen gehabt zu haben, so dass es uns eine schöne Pflicht war, viele Freunde auszuzeichnen.
Hohe und begehrte Auszeichnungen unseres Reyches sind u. a. „Prinz der Oranierburg”, „Ritter
des Oraniersterns”, „Frater Calandaris” und viele andere wohlklingende Tituln und edle Orden. Und
für besonders verdiente Freunde natürlich der Ehrenhelm!
Und dann sind da noch die Aktivitäten außerhalb der Sippungen: Veranstaltungen während der
Sommerung, zu denen sporadisch eingeladen wird. Und die Krystallinen nach den Sippungen, eher
ein Privileg der jungen Sassen (die „Alt-Ritter” wenden sich lieber ihrer Heimburg zu).
Für unseren Nachwuchs aber sind die Krystallinen eine schöne Gelegenheit, bei einem Glas Quell
oder Lethe in schlaraffischer Freundschaft zusammenzuwachsen.
Das stabilisiert die Zukunft unseres Reyches! So hoffen wir denn, unter dem schützenden Flü-
gelschlag des weisen Uhu noch viele Jahrungen im Sinne unserer Altvorderen in schlaraffischer
Freundschaft vereint sein zu können und erwarten die Zukunft mit unverbrüchlichem Optimismus!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
307 Pluvia Silvana
Bei uns ist es schön. Die heimelige Bayerwald-Burg im dritten Stock des Hotels „Deutscher Rhein”,
mit herrlicher Aussicht auf die am Regen (Pluvia) gelegene Stadt Zwiesel, umgeben von den Bergen
und der würzigen Luft des Bayrischen Waldes (Silvana), beeindrucken uns und die vielen einrei-
tenden Freunde anderer Reyche immer wieder. Seit nunmehr 33 derer Jahrungen ist unser jetziges
Uhunest erfüllt von echt schlaraffischer Lebensfreude, die unsere Tage bereichert und verschönt.
Selbstlose Freundschaft, die Pflege der Kunst und der nie und niemand verletzende Humor in einer
Atmosphäre geistiger Lebendigkeit lassen uns profane Unbill vergessen oder zumindest leichter
ertragen.
Über dieser Idylle, die nun schon so lange andauert, nähren vermeintlich aufziehende Wolken die
Befürchtung, dass uns Oho heimsucht, wie in der Chronik vielmals aus anderen Reychen geschil-
dert wird, eine neue Burg müsste gesucht, gefunden, ausgebaut und finanziert werden. Wir verzich-
ten gerne auf eine Wiederholung einschlägiger leidvoller Erfahrungen aus der Gründerzeit. Uhu
möge mit kräftigen Schwingen diese Dunstglocke verscheuchen.
Die Zeit nach a.U. 124 bis heute spiegelt schlaraffisches Geschehen in unserem Reych, wie es eben
so ist: Große Festlichkeiten wechseln ab mit urgemütlichen Sippungen, fröhliche Atmosphäre
weicht beklemmender Trauer, prägende Persönlichkeiten auf dem Thron hinterlassen ihre nach-
haltigen Spuren.
Viele Einritte füllen die Festburg, wenn wir mit unserem Frühlingsfest die turnusgemäße Aus-
richtung der Freundschaftssippung der niederbayrischen und oberpfälzischen Reyche verbinden,
a.U.149/150 feiert das erste nach dem Krieg gegründete Reych sein 60. Stiftungsfest noch dazu.
Ein besonderer Glanzpunkt ist a.U.142 die ehrenvolle Ausrichtung der XXXIII. Uhulympischen Win-
terspiele, wozu wir im Umfeld des Arbers prädestiniert sind und die, dank des Organisationsgenies
von unserem Rt Münzl und vieler Helfer, beispielgebend gewesen sein soll. Bitte keine Neidgefühle;
jeder hat halt keinen Arber. Das enge freundschaftliche Eingebundensein in die illustre Kette der
Schlaraffenreyche zeigen 15 Reychseinritte, u.a. Vindobona, Ratisbona, Berolina, Claudium forum,
Ob der Isar, Hannovera.
Beim Einritt der hohen Berolina a.U.129 erreichte den Rt Lin-sé während der Begrüßungszeremonie,
seinem ausdrücklichen Wunsche entsprechend in der Schlaraffia zu sterben, der Ruf gen Ahalla zu
reiten. Sofortiges Bemühen der anwesenden Ärzte war leider umsonst.
Reychsausritte, oft als Gegenbesuche, knüpften die Bande zu den Freunden noch enger. Rt Girgl
wird durch die Verleihung des Großkristalls zum GU geehrt und die GU des Reyches, die Rtt Sprint,
Kai, Trift und Kerndl, bemühen sich mit Uhus Gunst Gleiches zu erreichen.
Ritter, die über Jahrzehnte als Herrlichkeiten dem Reych dienen, sind bei uns nicht selten: Rt Die-
selius (a.U.125) und Rt Achtel (a.U.143) sind gen Ahalla geritten, die ErbO Rt Kai und Rt Hoch-Auf
wurden auf eigenen Wunsch abgelöst, während ErbO Rt A-Scho und ErbK Ob-Scuro noch prüfen,
ob sie schon amtsmüde sind.
Die Musikfeste unter der Regie von Rt Achtel, selbst ein begnadeter Z, sind leider Vergangenheit.
Die Glas-Fechsungen von Rt A-Scho sind überall begehrt. Von den 27 Ehrenrittern sind bereits 13
gen Ahalla geritten. A.U.132 muss die Vereinsgründung erneuert werden. Unser ES Weißenstein
schreibt: „Ich glaube an das Gute im Menschen und an den Sinn und Wert dessen, was das Leben
lebenswert macht.”
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