Belominensis

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 341 — Belominensis. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

341 Belominensis
A.U. 125 konnte das Vademecum einen Sassenstand von 30 Rittern, Junkern und Knappen ver-
zeichnen. Den Thron zierte das Triumvirat Asinusserl, Hypocraticux und Froh-Sinn. Man sippte mit
den Tonheroen, erlebte Münchhausiaden, ehrte Smetana, Morgenstern, Schubert, Johann Strauss,
Hans Sachs und feierte eine Lethesippung bei Wein, Weib und Gesang. Die Belominensis fühlte
sich wie eine große Familie.
In der Sommerung bewirteten Rt Malz der Gehopfte und Burgfrau häufig das ganze Reych in ihrer
Heimburg im Hoppegarten. Nach dem Ahallaritt des beliebten Rt Malz, heiratete Rt Asinusserl
dessen Burgfrau und führte diese Tradition in großzügiger Weise weiter. Rt Malz hatte zu Lebzeiten
verfügt, dass ein Haus und 1.000 Quadratmeter Parkplatz der Schlaraffia offiziell überschrieben
wurden.
Hier entstand die prunkvolle Burg der Belominensis. Großartige Krystallinen gaben die Rtt Macht-
nix, Don Serrote, Feuerbusch und Froh-Sinn auf ihren Latifundien. Die Belominensis hatte auch ein
Reychsorchester, das von den Rtt Feuerbusch und Advokalist geleitet wurde. Rt Geigerzähler war
ein veritabler Virtuose auf dem Seufzerholz. Das Orchester spielte bei mehreren grossen Veranstal-
tungen, deren bedeutendste der Einritt des ASR war. An diesem Fest nahmen 500 Ritter, Tross und
Gäste teil.
Rt Karolus brachte aus seinem Fundus viele unbekannte Komponisten zu Gehör und spielte mit
Musilux vierhändig auf dem Clavicimbel. Manchmal sprach er über musikkritische Themen. Nach
dem Ableben von Rt Knurrhahn, ließ er jahrelang das Vademecum drucken und versenden.
Nach 1.200 Sippungen begann das Reych abzubröckeln. Die wirtschaftliche Krise um a.U. 130-132
traf die Belominensis hart. Viele der auf Kontrakt nach Brasilien gekommenen Uhubrüder muss-
ten nach Europa zurückkehren. Eine erhebliche Anzahl trat den Weg gen Ahalla an. Dazu kamen
Schwierigkeiten mit der Burg. Man musste das Burglokal neunmal wechseln. Nun lag die Burg
immer noch weit außerhalb der Stadt und war wegen Unsicherheit auf den Strassen schwer zu errei-
chen. Schließlich ereigneten sich persönliche Reibereien, die a.U. 139 zur Selbstauflösung des Rey-
ches führten. Einige Sassen meldeten sich in den Reychen Paulista und Rio Carioca fahrend. Statu-
tengemäß gingen Burg und Grundstück an das evangelische Altersheim. Die Reychskleinodien und
Utensilien wurden in der Fabrik eines Sassen eingelagert. Sie fielen später Einbrechern zum Opfer.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
342 Aula Regia
„Die Aula Regia baut weiter mit am schlaraffischen Riesenbau” - diese Vermeldung beendet die
kurze Darstellung der Colonie in der Chronik 100 Jahre Schlaraffia. Ob wir diesem Anspruch in den
itzo 50 Jahrungen gerecht geworden sind? Dies werden uns – hoffentlich – die Freunde im weiten
Uhuversum kundtun, wenn wir in dieser Jahrung am 11.10. unser 50. Stiftungsfest feiern.
Aus der Colonie ist ein ‚„starkes” Reych geworden; zählte die Sassenschar a.U. 100 29 Recken, so
waren es a.U. 125 bereits 36. Heute gestalten 53 Schlaraffenbrüder ein facettenreiches lebhaftes
Spiel gemäß getreuer Beachtung von Spiegel & Ceremoniale in unserer Salpurck am Uffhubtor zu
Ober-Ingelheim. Diese Entwicklung resultiert nicht nur aus dem eigenen Nachwuchs, sondern auch
durch die Seßhaftwerdung erfahrener Schlaraffenfreunde aus anderen Reychen.
Eine stolze dankbare Freude ist es für uns, dass wir noch vier Erzschlaraffen wertschätzend beglei-
ten dürfen. Es sind dies unsere Freunde Campinian der Wasserläufer, Don Lethario das Pittermänn-
chen, Drusus mit dem Spritzchen und Raumulus das Heimchen.
Im hohen Reych Colonia Agrippina sippt unser ehemaliger Sasse Don Biskito der Anfeuernde. Das
junge Reych stabilisierte sich unter der eloquenten Führung des Triumvirates im Oberschlaraffat,
nämlich der Rtt Alwinor, Drusus und Flohrest, die über mehrere Dekaden das Reych maßgeblich
mit hohem Engagement prägten.
Zentrale Elemente unseres Sippungsgeschehens sind die engen freundschaftliche Bande mit den
Sassen aus den uns benachbarten Reychen, insbesondere unserer Mutter Wormatia (39) und unser
Ziehmutter Moguntia (45). Dies findet nicht zuletzt dadurch seine Bestätigung, dass wir derzeit 15
Freunde zu Ehrenrittern erkürt haben.
In der Sippungsgestaltung werden die schlaraffischen Ideale auf vielfältige Weise zur Entfaltung
gebracht. Themensippungen, die häufig auch den Ehrenschlaraffen gewidmet sind, regen uns zu
immer neuen Gedanken an. Höhepunkte erleben wir im Turney um die Faust-Kette und im Turney
um die Funke-Kette.
Von der Aula Regia selbst wurden zwei Ehrenschlaraffen erkürt, und zwar ES Schinderhannes (Carl
Zuckmayer) und ES Cosmograph (Sebastian Münster) mit der besonderen Note. Gern nutzen wir
die Gelegenheit hin und wieder größere Festsippungen zu celebrieren. Beispielhaft zu benennen
sind unsere 1.000 Sippung am 4.2. a.U. 133, die Feier zum 1.250 Wiegenfest unseres Namensgebers
Kaiser Karl der Große am 4.4. a.U. 139 (selbiger ritt persönlich hoch zu Ross in die Festburg ein)
und unser 40. Stiftungsfest am 24.10. a.U. 139.
Auch die im Reych erste Verleihung des Großkristalls zum Großursippenorden an unseren Senator
Rt Obentraut am 14.12. a.U. 145 wurde in gar feierlicher Weise begangen. Weitere Mosaiksteine
sehen wir in Gemeinschaftssippungen, die wir mit anderen Reychen - überwiegend in historischen
Festburgen - vorbereiten und durchführen.
Großen Zuspruch erfahren unsere inzwischen legendären mehrtägigen Reychsausritte in fernere
Gemarkungen, um mit dortigen Freunden die Freude am schlaraffischen Spiel zu teilen. Interessan-
te Angebote in den Sommerungen ergänzen das Sippungsgeschehen; im Wonnemond erfreut sich
die gemeinsame Spargelatzung, auch Balzgrafiade genannt, besonderer Beliebtheit.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 426-427