Beschreibung
Eberle, Josef Prof. Dr. h.c. (auch Blau, Sebastian)
Titel: Sebastian Blau der Under Teck
Reych: Nr. 333 Under Teck (Kirchheim unter Teck)
Geb.: 08.09.1901 in Rottenburg
Gest.: 20.09.1986 in Samedan
Volltext
deutscher Schriftsteller und Verleger - geb am 8.9.1901 in Rottenburg a. N. - gest. am 20.9.1986 in Pontresina/ Schweiz begraben auf dem Sülchen- Friedhof in Rottenburg a. N. - 1917 - 1920 Buchhändlerlehre bei Heckenhauer Tübingen a. N. - 1920 - 1927 in Berlin als Buchhändler u. freier Schriftsteller - 1927 - 1934 Lektor und Leiter der Vortragsabteilung beim Südfunk Stuttgart - ab1935 Schreibverbot aus politischen Gründen der Nazis - ab 1945 wird er von der amerikanischen Militärregierung als Lizenzträger und Mitherausgeber der Stuttgarter Zeitung eingesetzt - ab 1955 Ehrendoktor/ Ehrensenator und Professor an der Universität Tübingen - 1961 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Rottenburg a. N. - 1971 Beendet er seine Tätigkeit als alleiniger Herausgeber der Stuttgarter Zeitung - 1986 gest. in Pontresina/ Schweiz Als Mäzen für Schwäbische Dinge wurde er von Bundespräsident Theodor Heuß charakterisiert. 1952 erwarb er für die Stuttgarter Zeitung das bedeutende Cotta-Archiv, das zuerst als Leihgabe und 1961 als Geschenk der Stuttgarter Zeitung dem Schiller Museum in Marbach a. N. gegeben wurde. Bei der Übergabefeier schloss Bundespräsident Theodor Heuß seine Rede mit den Worten " Eberle, die Sach hent se guet gmacht" Josef Eberle, dessen literarischer Nachlass sich heute ebenfalls in Marbach befindet, nannte diese Stiftung rückblickend "die beste Leistung meines Lebens" Der Schwäbische Mundartdichter Sebastian Blau wird als einer der besten Mundartdichter und für viele das Vorbild bleiben. Zum Lesebuchklassiker machte ihn zweifellos die poetische Qualität seiner Verse. Er formulierte bündig und prägnant, bildhaft und dramatisch, oft zupackend-herb. Für die schwäbische Mundartdichtung hat er durch seinen sicheren Blick für typische Situationen sowie durch seine Kunst der Typenbezeichnung Maßstäbe gesetzt. Seine Gedichte "dr Necker" "St. Nepomuk" , "dr Gsangverei", „vom Karle Hank", die auch vertont wurden, sowie die "Hoamet", „dr letzt Schwob ", "S´ Weggetaler Kripple" werden unvergessen bleiben. Josef Eberle hat im Laufe seines Lebens als Poet, Publizist und Verleger unter fünf Pseudonymen geschrieben. Unter "Tyll" verfasste er in jungen Jahren bissige politische Satire, als "Sebastian Blau" wurde er zum Klassiker der Schwäbischen Mundart-Literatur, als "Peter Syuenz" veröffentlichte er hochdeutsche Verse und Prosatexte in der Stuttgarter Zeitung sowie Reime in barocker Manier. Der "Poeta laureatus" Eberle steht als "Josephus Apellus" in einer Reihe mit den prominentesten Vertreter der lateinischen Sprache. Im Alter schrieb er noch als "Der alte Wang" Chinoiserien und erneut Mundart-Gedichte. Nachdem er 1961 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Rottenburg a. N. geworden war, erfuhr er 1976 zu einem 75. Geburtstag eine weitere Ehrung. Die ehemalige "Mittlere Brücke" wurde in "Josef- Eberle- Bücke" umgetauft. Jetzt wurde der Kreis zu dem auf der Brücke stehenden "St. Nepomuk" geschlossen, der schon 1934 von Sebastian Blau bedichtet und besungen wurde. Nachdem das Reych Under Teck ein echt Schwäbisches Reych ist, in dem auch einige Kenner und Interpreten von Sebastian Blau Sassen sind, war es für uns eine Ehre, Sebastian Blau, den Mäzen für Schwäbische Dinge zum Ehrenschlaraffen zu erküren, was in einer Heroen-Feyer am 26. im Windmond a. U. 142 geschah. (Text: Rt. Piston (333) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt