Beschreibung
Eichendorff, Josef Karl Benedikt Freih. v.
Titel: Taugenichts
Reych: Nr. 245 Culminaha (Kulmbach)
Geb.: 10.03.1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor
Gest.: 26.11.1857 in Neisse
Volltext
deutscher Dichter Der begabteste Lyriker der Romantik und als solcher bis heute unvergessen, wurde als zweiter Sohn unter 5 Geschwistern einer uralten Adelsfamilie auf dem idyllisch gelegenen Schloss Lubowitz geboren. Hier verbrachte er eine glückliche Kindheit und sammelte jene Eindrücke von rauschenden Wäldern, von der Mühle im Tal, von Tälern und Höhen, die später in seinen Dichtungen wiederkehren. Seine Lieder besingen in echter Volkstümlichkeit, innig und weltfreudig zugleich die romantisch erlebte Landschaft seiner Heimat. Wir alle kennen und erinnern uns an „Wer hat dich, du schöner Wald", „In einem kühlen Grunde" und „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", „Frühlingsdämmerung" und Seine Studien der Philosophie und der Rechtswissenschaft in Halle und Leipzig waren 1808 beendet. In die Heimat zurückgekehrt verlobte sich der Dichter mit der erst 17 jährigen Luise von Larisch, die er 1814 heiratete. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Berlin siedelte Eichendorff zur Ausbildung für den Staatsdienst und zur Ablegung der ersten Prüfungen nach Wien über. Hier vollendete er sein erstes Prosawerk, den Roman „Ahnung und Gegenwart". 1813 bei Beginn des Befreiungskrieges meldete er sich in Breslau als Freiwilliger. 1817 wurde er als Referendar bei der preußischen Regierung in Breslau angestellt, 1820 als Hilfsarbeiter ins Kultusministerium berufen, doch schon im nächsten Jahr ging er als Oberpräsidialrat nach Königsberg. Dort blieb er bis 1831 und schrieb die bekannte Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts". Nach seiner Berufung in die Ministerialabteilung für katholisches Kirchen- und Schulwesen siedelte er 1831 wieder nach Berlin über. Hier entstanden außer neuen Gedichten verschiedene seiner bekannten Novellen, wie z. B. die Märchennovelle „Das Marmorbild", „Dichter und ihre Gesellen“, „Das Schloss Dürande" und die „Glücksritter". Auch die romantische Komödie „Die Freier" fällt in jene Zeit. 1844 nahm er infolge amtlicher Differenzen als Geh. Regierungsrat seinen Abschied. Im Ruhestand widmete er sich vor allem literarhistorischen Arbeiten, die in seinem Todesjahr zu einer „Geschichte der poetischen Literatur Deutschlands" vereinigt wurden. Abwechselnd in Danzig, Wien, Dresden und Berlin lebend, wurde er stets geehrt und zuweilen enthusiastisch gefeiert. 1855 zog er sich nach Neiße, in das Haus seiner Tochter Therese zurück. Zwei Jahre später starb er und ließ sein begonnenes biographisches Werk „Erlebtes“, das reifste seines Alters, unvollendet zurück. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt