Reych Nr. 110

Kobbe, Theodor von

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kobbe, Theodor von
Titel: Eminenz
Reych: Nr. 110 Oldenburgia (Oldenburg)
Geb.: 08.06.1798 in Glückstadt
Gest.: 22.02.1845 in Oldenburg

Volltext

deutscher Jurist und Schriftsteller Theodor von Kobbe wurde nach dem Tod seiner Mutter, einer Tochter des Uetersener Klosterprobstes, vom Großvater erzogen. Nach dessen Tod 1809 übernahm der Rektor der Stadtschule Uetersen seine Erziehung. Von 1814 bis 1817 besuchte von Kobbe das Johanneum in Hamburg und studierte anschließend in Heidelberg Jura. 1818 wurde er Delegierter der Burschenschaft bei der „Allgemeinen Burschenschaftversammlung“ in Jena teil, wo er mit Goethe zusammentraf. In dieser Zeit stiftet von Kobbe (eine interessante Parallele zum schlaraffischen Spiel) eine „Cervisa“, die mit der Kraft des Humors die gefährlichen Elemente des Burschenlebens eliminieren sollte. Er erklärte sich zum „Sohn der Biervernunft“ mit dem Titel „Eminenz“ und führte den „St. Kannenorden“ ein. Ein Jahr später legte von Kobbe in Kiel die Staatsprüfung ab und wurde kurz darauf Assessor beim Landgericht Oldenburg. In dieser Tätigkeit gründete er den „Verein zur Verbesserung des Schicksals entlassener Strafgefangener“ und machte sich als „Anwalt der Armen und Notleidenden“ einen Namen. Von Kobbe war erklärter Gegner der Todesstrafe und setzte sich nachdrücklich für deren Abschaffung ein. 1839 war Kobbe Mitbegründer des „Literarisch Geselligen Verein“ in Oldenburg. Zu seinem Freundeskreis zählten u.a. Heinrich Heine, Ludwig Tieck und Julius Mosen. 1844 schrieb von Kobbe den Text zu einer von Großherzogin Cäcilie verfassten Melodie, das Lied „Heil dir, o Oldenburg“ wurde nicht nur zur oldenburgischen Hymne, sondern auch in von wld. Rt. Seh- kura-tor abgewandelten Form zur Willekumklang des Reyches Oldenburgia. Weitere bekannte Schriften von Kobbes sind „Des Burschen Erdenwallen“ (1822), „Humoristische Erinnerungen“ (1840) sowie die von 1838 bis 1845 herausgegebenen „Humoristischen Blätter“. Bei der Erkürung zum ES schreibt das H.R. Oldenburgia: „ES Eminenz darf als Musterbeispiel schlaraffischer Talente, Tugenden und Ideale angesehen werden. Er pflegte von frühester Jugend an die Kunst des Schreibens in Reim und Prosa. Er hatte einen tiefsinnigen Humor; Freundschaft war ihm ein Herzensanliegen und im Streben nach einer erlesenen und schöpferischen Geselligkeit zeigte er wahre Lebenskünstler-Qualitäten.“ Bei von Kobbes Tod im Jahre 1845 wurde sein Leichenzug von einer großen Schar aus allen Schichten der Bevölkerung begleitet. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt