Reych Nr. 366

Kolumbus, Christoph

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kolumbus, Christoph
Titel: Land in Sicht
Reych: Nr. 366 Barcinonensia (Barcelona)
Geb.: 1451 in Genua
Gest.: 20.05.1506 in Valladolid

Volltext

spanischer Seemann und Entdecker Der bekannte Seefahrer und Entdecker wurde zwischen dem 25.8. und 31.10.1451 in Genua als Christoforo Colombo (Christophoros Colón) geboren. Nach ersten seemännischen Erfahrungen war er als Kaufmann tätig. Zu dieser Zeit befuhren die portugiesischen Schiffe den Seeweg nach Asien entlang der Küste Afrikas nach Indien. Dies weckte in Kolumbus den Wunsch, eine Westpassage als kürzeren Weg nach Indien zu finden. So beruhen Kolumbus´ spätere Entdeckungen eigentlich auf einem geographischen Irrtum. Die Unterstützung des portugiesischen Königshauses wurde ihm versagt, und auch beim spanischen König Ferdinand II stieß er zunächst auf Ablehnung. Erst 1492 bekam Kolumbus 3 Schiffe sowie weitreichende Privilegien für die zu erobernden Länder. Am 12.10.1492 erreichte Kolumbus mit rund 90 Mann die heutige Insel San Salvador, landete später auf Kuba und Hispaniola, alles in der Meinung, Westindien erreicht zu haben. Auf Hispaniola errichtete er die Festung La Navidad und gründete so die erste Kolonie auf der Neuen Welt. Hier stieß er erstmals auf Ureinwohner, von ihm Indianer genannt. Gleichzeitig begann die Unterdrückung und Ausrottung der Eingeborenen. Kolumbus´ zweite Reise hatte die Entdeckung des Goldlands „El Dorado“ zum Ziel. Er brach am 25.09.1493 auf und nahm verschiedene Inseln für den spanischen König in Besitz, ohne jedoch das sagenumwobene Goldland zu finden. Dafür fand er seine Kolonie auf Hispaniola vernichtet vor und führte den ersten Kolonialkrieg gegen die Eingeborenen, was in der Versklavung der Indianer endete. Die zweite Reise ist wieder voller Irrtümer. So hielt Kolumbus z.B. Kuba für China und scheiterte daran, das asiatische Festland und auch „El Dorado“ zu finden. Seine dritte Reise konnte erst am 30.5.1498 beginnen. Kurz zuvor hat Vasco da Gama den Seeweg nach Indien gefunden, was Kolumbus zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Diese endete in einem Kolonistenaufstand, was zu seiner Absetzung als Gouverneur und zur Rückkehr nach Spanien in Ketten führte. Doch der König nahm ihn gnädig wieder auf und gab ihm Eigentum und Rechte zurück. Auf seiner vierten Reise, die am 09.5.1502 begann, betrat Kolumbus am 14.8.1502 erstmals amerikanisches Festland. Auf der Weiterfahrt verlor Kolumbus alle Schiffe und strandete auf Jamaika, von wo er erst nach einem Jahr gerettet wurde. Schwer krank kehrte er am 7.11. 1504 nach Spanien zurück, doch das Volk und der König hatten sich von ihm abgewandt. Er verbrachte seine letzten Jahre in Sevilla und starb am 20.5.1506 in Valladoid. 1507 wurde der neue, von ihm entdeckte Erdteil nach Amerigo Vespucci benannt. Seine Bedeutung mag kontrovers diskutiert werden, einerseits führten seine von Irrtümern und Scheitern geprägten Reisen zum Kolonialismus und der Unterdrückung von Ureinwohnern. Andererseits war Kolumbus von religiösen und wirtschaftlichen Motiven bewegt, war voller Tatendrang und Energie, und trotz seines mittelalterlichen Weltbilds führte seine Entdeckung Amerkas zu einem neuen Weltbild und dem Beginn der Neuzeit. (Text: Rt. Koi (247)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt