Beschreibung
Lenné, Peter.Joseph
Titel: Gartenpoet
Reych: Nr. 193 Castrum Bonnense (Bonn) (erk. 02.02.159)
Geb.: 29.09.1789 in Bonn
Gest.: 23.01.1866 in Potsdam
Volltext
deutscher Gartenarchitekt Schon früh erkannte der Vater die außergewöhnliche Begabung des Sohnes und schickte ihn zu seinem Schwager Joseph Clemens Weyhe, wo Lenné nach Abschluss des Gymnasiums von 1805-1808 eine Gärtnerlehre im Schlosspark Brühl absolvierte. Durch gute Kontakte des Vaters konnte Lenné als Gartengehilfe im „Jardin des Plantes“ in Paris arbeiten. Er befasste sich mit den Stilrichtungen Le Notres, der den Park in Versailles geschaffen hatte und Jussies, der als Begründer des natürlichen Systems der Gartengestaltung gilt. Daneben besuchte er Vorlesungen in Botanik und Architektur und schuf hier die Grundlagen für seinen späteren kometenhaften Aufstieg in Preußen. In den Folgejahren war er von 1812-1813 Mitarbeiter im Park von Schloss Schönbrunn in Wien. Er wirkte an der Neuplanung des Schlossparks in Laxenburg mit, kehrte dann aber 1815 nach Koblenz zurück, wo der Vater mit der Familie lebte. Hier bewährten sich wieder die guten Beziehungen des Vaters zum preußischen Generalgouverneur. Höchstes Lob vom preußischen Königshof erhielt Lenné für die Neugestaltung der Koblenzer Anlagen und der Schlossstraße, was mit ausschlaggebend für seine spätere Karriere in Potsdam war, die er 1816 als Gartengehilfe in Potsdam begann. Bereits zwei Jahre später war er Mitglied der Gartendirektion. 1822 gründete er eine Landesbaumschule und ein Jahr später eine Gartenlehranstalt in Potsdam. 1828 war er alleiniger Gartendirektor, 1854 wurde er Generalgartendirektor aller königlich-preußischen Gärten. Während seiner Potsdamer Zeit hielt er weiterhin Kontakt zum Rheinland und zu seiner Familie, zu der auch sein Vetter Maximilian Friedrich Weyhe gehörte, der später königlicher Gartendirektor in Düsseldorf wurde. Er war nicht nur Gartenkünstler sondern auch Stadtplaner. Er entwickelte für Berlin ein dynamisches Konzept mit Entwicklungszonen, Grünzügen, Wasserachsen und Promenaden und inspirierte damit auch Schinkel. Lennè gestaltete zahlreiche Parks an den preußischen Schlössern nach dem klassischen englischen Landschaftsstil. Sein landschaftskünstlerisches Hauptwerk ist vor allem die Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft, die seit 1990 Unesco-Weltkulturerbe ist (Pfaueninsel, Sanssouci, Cecilienhof und Neuer Garten). Wesentliche Merkmale der Landschaftsgestaltung sind Sichtachsen und verschlungene Wege, mit denen er die Parkanlagen verband und Bauwerke u.a. von Schinkel in Szene setzte. Er nahm Bodenbewegungen und Gewässer in die Planungen auf und vermittelte so einzigartige Sichten in der Potsdamer Parklandschaft. Auch bei der Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern achtete er auf die Wirkung von Solitärbäumen, Baumgruppen und niedrig gehaltenen Sträuchern, die nicht unterschiedliche Blickrichtungen trennen, sondern durch die Wege neue Sichten eröffnen sollten. Sie sollten als Schöpfung der Natur wirken. Durch die Abkehr von den strenggeformten Barockgärten erscheinen Lennés Gärten, wie natürlich gewachsen. Es würde diesen Rahmen sprengen, wollte man alle seine Gartenkunstwerke aufzählen. Hier seien neben der Potsdamer Berliner Kulturlandschaft nur beispielhaft im Rheinland Schloss Stolzenfels genannt. Die Ruine wurde von Schinkel 1836 nach den Vorstellungen des Königs Friedrich Wilhelm IV dem „Romantiker auf dem Thron“ als Sommerresidenz aufgebaut. Durch Lennés Gartenplanung entstand ein Gesamtkunstwerk der Rheinromantik. Lenné war auch mit den Neuplanungen der Parkanlagen bei den Schlössern Benrath, Koblenz und Brühl beauftragt. Hier galt es die am Schloss vorbeiführende Eisenbahntrasse, also das Nützliche, mit dem Schönen zu Sein letztes großes Werk war 1864 die Flora in Köln. Es sollte ein Zier- und Lustgarten werden. Lenné schuf ein Gesamtkunstwerk in dem sich die Geschichte der Gartenkunst mit vielen Stilarten widerspiegelte. (Text (gekürzt): Rt Minneholz (193))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt