Beschreibung
Kortum, Carl Arnold Dr.
Titel: Jobs von Kau-Baukum
Reych: Nr. 253 Möllmia (Mülheim)
Geb.: 05.07.1745 in Mülheim
Gest.: 15.08.1824 in Bochum
Volltext
deutscher Schriftsteller Nach der Schulausbildung und dem Medizinstudium war er Arzt in Mülheim und später in Bochum. schriftstellerisch Er schrieb über Medizin, Bienenzucht, Alchemie, Botanik und vor allem, „um Hypochondristen eine frohe Stunde zu machen“. 1784 erschien anonym der erste Teil des bekannten komischen Heldengedichtes unter dem Titel „Leben, Meinungen und Thaten von Hieronimus Jobs, dem Kandidaten“. Die engen und spießbürgerlichen Verhältnisse im schwäbischen Städtchen Sulzburg (in späteren Auflagen Schildburg) inspirierten ihn 1799, Jobs zu weiteren Taten wiederzuerwecken. Es entstanden zwei Fortsetzungen, die mit dem ersten Teil unter dem Gesamttitel „Die Jobsiade“ beschriebenen verbummelten Theologiestudenten Hieronymus Jobs nahm er zum Anlass, die Zustände in der Stadt und auf dem Lande satirisch bloßzustellen, ein Spiegelbild deutschen Kleinstadtlebens und der Schildbürger zu entwerfen. Den nach Reim und Metrum skurrilen Knittelversen seines komischen Heldengedichts, das er nach dem dankbar erwähnten Vorbild des Hans Sachs bosselte, entsprechen die ebenfalls nach Kortums Zeichnungen geschaffenen, wenig kunstvollen Holzschnitte, welche die volkstümliche, derbe Komik seines Epos, seine satirische Charakterisierungskunst unterstreichen: „Ob es mit gutem Gewissen zu rathen Da man in die Klasse der Candidaten Des heiligen Ministerii den Hieronimum aufnehmen könn’. Es ging also an ein Votieren Doch ohne vieles Disputieren Ward man einig alsobald: Es könne zwar dermal und solchergestalt Herr Hieronimus es gar nicht verlangen Den Candidaten-Orden zu empfangen Jedoch aus besondrer Consideration Wollte man stille schweigen davon. Es hat auch wirklich in vielen Jahren Kein Fremder davon etwas erfahren Sondern Jedermann hielt früh und spat Den Hieronimum für einen Candidat“ Ebenfalls in Knittelversen schrieb Kortum „Die magische Laterne“ und „Adams Hochzeitsfeier“. Kortums Selbstbiographie hat 1910 Deicke herausgegeben. Wilhelm Busch ließ sich 1874 von dem heiteren Epos zu einer ganzen Bildergeschichte, der “Jobsiade“, anregen. (Text: Schlaraffia Möllmia (253) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt