Beschreibung
Roquette, Otto Prof. Dr.
Titel: Waldmeister
Reych: Nr. 243 Ysenaha (Eisenach)
Geb.: 19.04.1814 in Krotoschin
Gest.: 18.03.1896 in Darmstadt
Volltext
deutscher Schriftsteller Der Sohn eines Juristen entstammt einer „Refugiéfamilie, deren Name das einzige an ihre außerdeutsche Herkunft Erinnernde ist", wie er in seinen Memoiren zu betonen bemüht ist. Bestimmt, in die Fußstapfen seines Großvaters, eines Frankfurter Pastors, zu treten, besuchte er das dortige Gymnasium. Heimliche Dichtversuche im Freundeskreis lassen ihn seine wahre Neigung erkennen, so dass er sich dem Studium der Geschichte, Philosophie, neueren Sprachen und Literatur in Heidelberg, Berlin und Halle zuwendet. Es entstehen Gelegenheitsgedichte, kleine im geselligen Kreis aufgeführte Lustspiele und auf Initiative von Paul Heyse erste unbeachtet gebliebene Gedichtveröffentlichungen in Almanachen. Im Promotionsjahr, 1851, „Über die Entwicklung des Dramas", ungedruckt, erscheint bei Cotta Roquettes Erstlings- und zugleich größter Erfolg, das Versepos „Waldmeisters Brautfahrt", ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen, auch als Oper in Hamburg und New York aufgeführt. Das Epos wurde von der Kritik als eines der zartesten und duftigsten Erzeugnisse bezeichnet, das in keinem deutschen Haus, wo edle Poesie gepflegt wird, fehlt. (A. Hinrichsen). Seine Lieder findet man in Almanachen, Anthologien oder vertont in Konzertprogrammen. Danach sichert er seinen Lebensunterhalt durch Privatunterricht „höherer Töchter", Vortrags- und Lehrtätigkeit, seit 1869 Professor für Geschichte, deutsche Literatur und Sprache am Polytechnikum Darmstadt, sowie literaturhistorische Arbeiten. 1893 wird Roquette zum Geheimen Hofrat ernannt. Die Dichtung war ihm „immer eine Zuflucht und ein Heilmittel gegen jede Widerwärtigkeit". Als Früchte seiner literarhistoischen Studien veröffentlichte er „Leben und Dichten Joh. Christ. Günthers", „Geschichte der deutschen Literatur", „Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten" und schließlich eine Autobiographie „Siebzig Jahre, Geschichte meines Lebens". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt