Reych Nr. 323

Rubens, Peter Paul

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Rubens, Peter Paul
Titel: Malerfürst
Reych: Nr. 323 An der Sieg (Siegen)
Geb.: 28.06.1577 in Siegen
Gest.: 30.05.1640 in Antwerpen

Volltext

flämischer Malerfürst Alleine schon die Umstände von Rubens Herkunft sind abenteuerlich. Seine Familie musste aufgrund von Religionsunruhen 1568 von Antwerpen nach Köln fliehen, dort soll sein Vater eine Affäre mit Anna von Sachsen, der Frau Wilhelm von Oraniens gehabt haben und wurde auf der Festung Dillenburg inhaftiert. Die Haft wurde in einen Hausarrest in Siegen umgewandelt, hier wurde dann 1577 Peter Paul Rubens geboren. 1587 konnte Peter Paul Rubens mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Antwerpen zurückkehren und sich ab 1592 ganz der Malerei widmen. Nach seiner Ausbildung wurde er 1598 in die Malergilde aufgenommen. 1600 wurde Rubens Hofmaler des Herzogs Vincenzo Gonzaga von Mantua, wo u.a. 1604 das Triptychon mit der heiligen Dreifaltigkeit entstand und später in Rom ein Altarbild für Santa Maria in Vallicella. 1608 kehrte Rubens nach Antwerpen zurück und heiratete ein Jahr später Isabella Brant. Der Bürgermeister von Antwerpen wurde sein Förderer, für ihn entstand „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige“ und „Samson und Delila“. Rubens hatte seinen auch finanziellen Durchbruch und war der antwerpener Oberschicht ein Begriff, die ihn mit Aufträgen umwarb. Ruhm, Geld und die Anzahl seiner Schüler mehrten sich. So ist auch überliefert, dass Rubens die Unmenge an Aufträgen nicht selbst bewältigen konnte, sondern hierfür nur Skizzen tätigte, die er von seinen Schülern malen ließ. Die gleiche Vorgehensweise wandte er an, als er 1622 für Maria de Medici den Luxembourgpalast in Paris ausstatten sollte. Hier entstanden auch Entwürfe für Gobelins im Auftrag von Ludwig XIII. Als Diplomat wurde Rubens 1628 nach Spanien gesandt und wurde Vertrauter des spanischen Königs. Natürlich schuf Rubens neben der politischen Tätigkeit auch hier bedeutende Werke. Seine erfolgreiche Vermittlungskunst führte dazu, dass er 1629 die Friedensverhandlungen zwischen Spanien und England in London erfolgreich zum Abschluss führen konnte. König Karl I. von England schlug ihn hierfür zum Ritter. Nach dem Tod von Isabella Brant heiratete Rubens 1630 Helene Fourment, die er auch öfter auf seiner Leinwand verewigte. Diese beauftragte nach Rubens ́ Tod 1640 einen seiner Schüler, Johann Bockhorst, die Unmenge unvollendeter Werke Rubens ́ zur Vollendung zu bringen. Im Gegensatz zu vielen Künstlern seiner Zeit konnte Rubens neben seinen Kunstwerken ein außerordentlich hohes Vermögen hinterlassen. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt