Reych Nr. 126

Perkonig, Josef Friedrich

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Perkonig, Josef Friedrich
Titel: Trio der Karantanische
Reych: Nr. 126 Claudium Forum (Klagenfurt)
Geb.: 03.08.1890 in Ferlach
Gest.: 08.02.1959 in Klagenfurt

Volltext

österreichischer Dichter Weiland Sasse des H.R. Claudium Forum Ritter Trio der Toskanische wurde in der Jahrung a.U. 60/61 als Knappe 172 in dem Reych Claudium forum aufgenommen, wurde der Junker Friedl und a.U. 61/62 zum Ritter geschlagen. Der Rittername wurde nach seinem damals erschienenen Roman „Trio in Toscana" gewählt. Schon in der Jahrung a.U. 65/66 wurde er auf den Thron gewählt, den er bis zum NS-bedingten Ende und wieder nach dem zweiten Weltkrieg innehatte. Er galt bei allen, die ihn erlebten, als einer der bedeutendsten Oberschlaraffen des Reyches Claudium forum. Ein Jahr nach seinem Ahallaritt wurde der Ursippe Fürst Trio der Toskanische in Würdigung seiner Verdienste um Schlaraffia und wegen seiner überragenden Persönlichkeit am 28.09. a.U. 101 zum Ehrenschlaraffen seines Reyches unter dem Namen Trio der Karantanische erkürt. Sein Beiname als Ehrenschlaraffe „der Karantanische" ist von dem alten, vielleicht keltischen Namen „Karant“ des Landes Kärnten abgeleitet, der sich auch im frühmittelalterlichen Namen des Herzogtums Karantanien findet. Karant wird als „Land der Freunde, der Befreundeten" gedeutet. Sein profaner Name Perkonig mit g oder gg ist in Kärnten nicht gerade selten. Vermutlich ist er slawischer Herkunft, doch hat der Spaßvogel Trio selbst behauptet er sei illyrisch. Josef Friedrich Perkonig wurde in Ferlach als Sohn eines Graveurs geboren und wurde Lehrer. Er beendete seine berufliche Laufbahn als Professor an der Klagenfurter Lehrerbildungsanstalt. Seine literarische Tätigkeit begann er schon recht früh und wurde schließlich zum Begründer der in der Rosegger-Nachfolge stehenden neueren Kärntner Dichtung. In seinen Werken brachte er das zum Ausdruck, indem er sagte: „Ich höre den Kelten in mir rumoren, den Germanen grübeln und den Slawen träumen." Er war zweifellos einer der geistigen Väter des Kärntner Abwehrkampfes (1918/20) und des Abstimmungssieges, war nach 1934 Kulturreferent der Kärntner Landesregierung und erhielt 1936 den großen Österreichischen Staatspreis. Er ist unbestritten der bedeutendste Kärntner Erzähler, Dichter, Romancier und Schriftsteller dieses Jahrhunderts. 1942, mitten im zweiten Weltkrieg, protestierte er in einem Schreiben an den Gauleiter gegen die vom NS-Regime angeordnete Aussiedlung slowenischer Kärntner Familien. 1950 wurde er Ehrenbürger seiner Vaterstadt und der Landeshauptstadt Klagenfurt, die auch eine Straße nach ihm benannt hat. Sein literarisches Werk liegt in einer Gesamtausgabe vor, doch scheint er noch nicht lange genug tot zu sein, um schon wieder entdeckt zu werden. (Text: Rt. Feuilletoni (126))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt