Beschreibung
Rühmann, Heinz
Titel: La-Le-Lu
Reych: Nr. 399 Zu den Teutschherren
Geb.: 07.03.1902 in Essen
Gest.: 03.10.1994 in Aufkirchen
Volltext
deutscher Schauspieler Wohl kaum ein anderer Filmschauspieler verkörperte seine Rollen im Vor- und Nachkriegs- deutschland so typisch wie Heinz Rühmann. Schon als Kind trat Rühmann in der Bahnhofsgaststätte seiner Eltern auf und genoss ersten Applaus. Nach der Trennung der Eltern zog Rühmann mit seiner Mutter nach München, quälte sich durch die Schule und beschloss, Schauspieler zu werden. Bei seinen ersten Engagements auf einer Breslauer Theaterbühne und am Residenztheater Hannover verhinderte sein knabenhaftes Aussehen den gewünschten Erfolg. Doch gerade dieses führte 1922 zu seinem Durchbruch in der wie für ihn geschriebenen Rolle des „Mustergatten“, den er in den kommenden Jahren über 2.000 mal spielen sollte, 1937 sogar im UFA-Film. Zurück in München kam er zunächst zur Bayrischen Landesbühne, dann zu den Münchener Kammerspielen. Hier bekam er auch sein erstes Filmangebot, der Stummfilm „Das deutsche Mutterherz“ war sein erster Film, mit der Filmoperette „Die Drei von der Tankstelle“ kam 1930 sein großer Durchbruch. Er wurde zum bestbezahlten Schauspieler des Deutschen Reiches. Nach der Machtergreifung wurde Rühmann verstärkt in die Filmmaschine des Dritten Reiches eingespannt, ohne selbst politisch aktiv zu sein. Es folgten Komödien wie „Quax, der Bruchpilot“, „Paradies der Junggesellen“ und „Die Feuerzangenbowle“, die er nur aufgrund der guten Beziehungen zu den Machthabern und seiner Aufnahme in die „Liste der Gottbegnadeten“ durchsetzen konnte. Die Leidenschaft, die Rühmann in „Quax“ für das Fliegen verkörperte, begleitete ihn ein Leben lang. Erst im Alter von 80 Jahren gab er seinen Pilotenschein ab. Nach dem Krieg spielte Rühmann immer mehr ernste Rollen wie in „Der Hauptmann von Köpenick“ und „Es geschah am helllichten Tag“. 1966 erhielt Rühmann das Große Bundesverdienstkreuz. Rühmann blieb trotz seiner Filmkarriere dem Theater treu uns spielte in „Warten auf Godot“ und „Tod eines Handlungsreisenden“, doch auch heitere Rollen wie in „Mein Freund Harvey“ und den Frosch in der „Fledermaus.“ Unvergessen sind auch Rühmanns Rezitationen wie seine Weihnachtslesungen im ZDF. Seine Autobiographie veröffentlichte Rühmann 1982 unter dem Titel „Das war ́s“. Ein Jahr vor seinem Tod spielte Rühmann ein letztes Mal in Wim Wenders „In weiter Ferne, so nah“. Posthum wurde Rühmann 1995 als „Größter deutscher Schauspieler des Jahrhunderts“ (Goldene Kamera) geehrt und wurde in der ZDF-Reihe „Unsere Besten“ 2006 in der Kategorie „Lieblingsschauspieler“ auf Platz 1 gewählt. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt