Reych Nr. 378

Schubert, Franz

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schubert, Franz Peter
Titel: Erlkönig
Reych: Nr. 378 Graetz an der Mur (Graz)
Geb.: 31.01.1797 in Himmelpfortgrund
Gest.: 19.11.1828 in Wien

Volltext

österreichischer Komponist Aus einem kinderreichen Lehrerhaus stammend, erhielt er wie Haydn seine musikalische Ausbildung als Sängerknabe am Stephansdom und als Zögling des Konvikts in Wien, wo er als Geiger in engste praktische Berührung mit der Musik Haydns, Mozarts und Beethovens kam. Schon früh schrieb er seine erste Komposition, Goethes „Erlkönig" wurde von ihm als Achtzehnjähriger vertont, jedoch erst 1821 herausgegeben. Von 1814-1817 war er Schulgehilfe seines Vaters. Seit 1818 war er mit wenigen Unterbrechungen freier Komponist. Er fand Halt in seinem Freundeskreis mit Grillparzer, mit den Musikern Hüttenbrenner und Lachner, dem Sänger Vogel, dem Maler Moritz von Schwind und anderen. Er führte ein Boheme-Leben, nicht weil er das unbedingt wollte, sondern weil er finanziellen Schwierigkeiten unterworfen war. In nur 15 Jahren hat Schubert ein Werk von gewaltigem Umfang und von erstaunlicher Vielfalt geschaffen. Er war einer der größten Vertreter der musikalischen Romantik und gilt als Begründer des deutschen Kunstliedes. Über 600 Lieder wurden von ihm vertont, darunter die Zyklen „Die schöne Müllerin", „Die Winterreise" und „Schwanengesang". Über 100 Goethe-Lieder, von denen nur einige genannt sein sollen, wie „Erlkönig“, „Heidenröslein“ und „Wandere“. Er war der erste, der Dichtungen von Novalis bearbeitete mit „Wenn alle untreu werden", ferner von Klopstock „Das Rosenband", „Die frühen Gräber", von Claudius „Das Abendlied" und „Der Tod und das Mädchen", Heinelieder u.a. Anfänglich waren es Strophenlieder, dann Strophenvariationen, zuletzt entstand eine neue Form von Stimmungsliedern. Reichtum und Schönheit der Melodien zeichneten Schubert aus besonders bei seiner Instrumentalmusik. Er schrieb acht Sinfonien, darunter „Tragische“ in C-moll, „Unvollendete“ in h-moll „C-Dur-Sinfonie", 14 Streichquartette, darunter das bekannte „Forellenquartet". Bemerkenswert erscheint, dass die „Unvollendete“ 1822 entstand und erst 1856 aufgeführt wurde und die große „C- Dur-Sinfonie", die 1828 entstand, erst 10 Jahre später in einer Dachkammer gefunden wurde, genau so wie 1968 in der Dachkammer der Maria Derchenbauer Weiss-Osborn eine Kiste mit Manuskripten gefunden wurde, die Werke von Anselm Hüttenbrenner und Schuberts „Grazer Phantasie" enthielten. In den USA wurde die „Grazer Phantasie" 1969 von Lielli Kraus aufgeführt. Tänze, Moments musicaux, Impromptus, Messen in As- und Es-Dur sind Höhepunkte deutscher romantischer Musik. Der durch Anstrengungen und Krankheiten erschöpfte Komponist wurde im Alter von nur 31 Jahren durch Typhus dahingerafft. In seinem Geburtshaus in Wien wurde 1912 ein Schubertmuseum eingerichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt