Reych Nr. 411

Semper, Gottfried

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Semper, Gottfried
Titel: Polychrom der Kunsttempelbauer
Reych: Nr. 411 Dresa florentis (Dresden)
Geb.: 29.11.1803 in Hamburg
Gest.: 15.05.1879 in Rom

Volltext

deutscher Architekt Semper studierte zunächst Mathematik und Geschichte, bevor er sich für kurze Zeit in der Architekturklasse der Kunstakademie München aufhielt. Es zog ihn vielmehr durch Deutschland und nach Paris, wo er für Franz Christian Gau, den Architekten der Pariser Krankenhäuser arbeitete. Hier erlebte er auch die Julirevolution von 1830. In den Jahren danach studierte er die Bauwerke der Antike in Italien und Griechenland, mit „Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten“ (1834) schaffte er sich europaweit einen Namen. Es folgte sein erster Bauauftrag, ein Museum für den Hamburger Kaufmann Conrad Hinrich Donner. 1834 wurde Gaus Professor an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden und Mitglied des Sächsischen Kunstvereins. Ebenso wie der sächsische Hofbaumeister Gottlob Friedrich Thormeyer war Semper Mitglied der Freimaurerloge „Zu den Drei Schwertern“. Nach seinem Entwurf wurde 1841 das Hoftheater, besser bekannt als „Semperoper“ erbaut. Für eine von ihm geplante Erweiterung des Zwingers um eine Gemäldegalerie reiste Semper 1846 zu Studienzwecken nach Italien. Weitere bekannte Bauten Sempers in Dresden sind das Maternihospital, das Stadtpalais Oppenheim und die Villa Rosa. Nachdem sich Semper (zusammen mit seinem Freund Richard Wagner) am Maiaufstand 1849 beteiligte, wurde er steckbrieflich gesucht und musste er aus Dresden fliehen. Obwohl der Steckbrief 1863 aufgehoben wurde, kehrte Semper nie wieder nach Dresden zurück. Nachdem das Hoftheater 1869 abbrannte wurde er mit dem Neubau beauftragt, lieferte jedoch nur die Pläne und überließ seinem Sohn Manfred die Ausführung. Von Würzburg aus zog es Semper nach Frankreich und England, wo er sich mit wenigen Aufträgen durchschlug und so seine Bautheorien in „Die vier Elemente der Baukunst“ (1851) und „Wissenschaft, Industrie und Kunst“ (1852) niederschrieb. Erst in Zürich konnte Semper wieder an alte Erfolge anknüpfen. Er erbaute dort das Polytechnikum und wurde ebenda Professor auf Lebenszeit. Nun konnte er auch seine Familie aus Dresden nach Zürich kommen lassen. 1863 schrieb er hier sein Hauptwerk „Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten oder Praktische Ästhetik“. 1871 zog Semper nach Wien, um die Wiener Ringstraße neu zu gestalten. Nach Sempers Plänen wurde das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum sowie das Burgtheater erbaut. Die Tätigkeit in Wien beendete Semper 1876 aufgrund ständiger Meinungsverschiedenheiten mit anderen Architekten. Semper verstarb 1879 auf einer Italienreise. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt